Zwei tote Wölfe in Sachsen-Anhalt

Wolfsnachweis im Vogtland – Naturschutzorganisationen rufen zu Pro-Wolf-Demo auf

Am Mittwoch hat eine 31-jährige Mercedes-Fahrerin gegen 8 Uhr auf der Bundesstraße 71 zwischen Born und Letzlingen einen Wolf überfahren. Der Wolf starb an der Unfallstelle, am Wagen entstand ein Schaden von ca. 3000 Euro. Die Fahrerin wurde nicht verletzt.

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Überfahrener Wolf an der B 71. Foto: Polizei

Ebenfalls am Mittwoch um 09:03 Uhr wurde die Bundespolizeiinspektion Magdeburg von der Notfallleitstelle der Bahn über ein totes Tier im Gleisbereich in der Nähe des Haltepunktes Magdeburg-Herrenkrug – also unmittelbar in einem dicht besiedelten Wohngebiet in der Nähe der Hochschule, wie die Volksstimme ergänzt – informiert. Das Tier wies Verletzungen, die vermutlich von einer Bahn stammen, im Kopfbereich auf. Das tote Tier, bei dem es sich höchster Wahrscheinlichkeit nach um einen Wolf handelt, wurde durch die Bundespolizisten aus dem Gleisbett genommen. Mitarbeiter der Tierrettung und der Arbeitsgruppe Wildtiere verbrachten den Kadaver zunächst ins Tierheim. Am Mittag wurde er vom Wolfsbeauftragten abgeholt und in ein Berliner Institut transportiert. Dort erfolgt eine DNA-Untersuchung, um unter anderem zu ermitteln, ob es ein Wolf war und zu welchem Rudel er gehörte.

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Am Bahndamm bei der Haltestelle Magdeburg-Herrenkrug gefundener Wolfskadaver. Foto: Bundespolizei

Das Bild des Bahndamm-Wolfs hat übrigens die Pressestelle der Bundespolizei Magdeburg verpixelt. Auf Nachfrage von JAWINA weigerte sich die Pressesprecherin, ein unbearbeitetes Bild für die Berichterstattung zu übermitteln. Dies erfolge “aus ethischen Gründen”, weil “der Pressekodex es vorschreibe” und “um die Bevölkerung zu schonen”, die sich “schon beschwere, wenn Bilder von gerissenen Schafen veröffentlicht würden”. Der Einwand des Berichterstatters, dass es doch kaum die Aufgabe einer Polizeipressestelle sein könne, im Fall eines überfahrenen Tiers eine derart fürsorgliche Selbstzensur zu üben und die beispiellose Bigotterie der Bevölkerung der “Billigfleisch-Weltmacht” Deutschland zu hätscheln, wurden von der Pressesprecherin zurückgewiesen.

C1-Nachweis von Wolf im Vogtlandkreis

Am 21.03.2017 wurde im östlichen Teil des Vogtlandkreises (Sachsen) ein wolfsähnliches Tier fotografiert. Das Foto wurde bei der routinemäßigen Kontrolle einer automatischen Kamera entdeckt und der Beauftragten für Großraubsäuger im Landkreis übergeben. Diese leitete es zur Auswertung an das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” weiter. Das Tier auf dem Foto wurde von den Experten als Wolf in der Überprüfbarkeitskategorie C1 identifiziert. Das ist die Kategorie mit der höchsten Überprüfungssicherheit. Es handelt sich um den ersten Wolfsnachweis im Vogtlandkreis seit der Wiederbesiedelung Deutschlands durch Wölfe. Weitere gesicherte Hinweise auf dieses bzw. andere Tiere/Wölfe aus der Region liegen dem Amt für Umwelt derzeit nicht vor, so der verantwortliche Amtsleiter Dr. Tobias Pohl. PM

Nabu und BUND rufen zu Pro-Wolf-Kundgebung auf

Die Naturschutzorganisationen Nabu und BUND haben im Vorfeld der ersten brandenburgweiten Wolfswachen (JAWINA berichtete) zu eine Kundgebung unter dem Motto “Der Wolf ist nicht schuld” aufgerufen. Die Demo soll am morgigen Freitag um 11.00 Uhr vor dem Potsdamer Landtag stattfinden.

Zeitung zeigt Wolfsriss

Nach den obigen Ausführungen der Pressesprecherin der Bundespolizei Magdeburg muss es wohl lobend erwähnt werden, dass die kreiszeitung.de ein unzensiertes, unbearbeitetes Bild eines Wolfsrisses zeigt. Das in der Nähe des Naturschutzgebiets Wiedesee im niedersächsischen Landkreis Nienburg/Weser gerissene Reh, habe dem Wolf wohl gemundet, vermutet das Blatt.

Beitragsbild: An der B71 überfahrener Wolf. Foto: Polizei

 

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