Zürich: “Einwandfreier Jagdbetrieb” statt höchstzulässiger Revierpreis”

Einige interessante Ansätze verfolgt der Schweizer Kanton Zürich mit der Totalrevision des kantonalen Jagdgesetzes: So soll bei der Reviervergabe künftig nicht der Höchstbietende zum Zuge kommen, sondern diejenigen, die “die beste Gewähr für einen einwandfreien Jagdbetrieb” bieten. Die Jagdreviere sollen unter wildbiologischen Gesichtspunkten neu eingeteilt werden.

In einer Pressemitteilung des Kantons Zürich heißt es dazu: Die Jägerinnen und Jäger erfüllen heute eine wichtige Aufgabe zum Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume. Die Voraussetzungen in den Jagdrevieren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das geltende Jagdgesetz von 1929 hält mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Die Baudirektion hat darum ein von Grund auf neues Jagdgesetz erarbeitet. Der Regierungsrat hat die Baudirektion zur Vernehmlassung des Gesetzesentwurfs ermächtigt.

Die wesentlichen Änderungen werden in einem Auszug aus Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zürich zum 354. Gesetz über Jagd und Vogelschutz dargelegt:

Folgende Neuerung des Entwurfes sind hervorzuheben:
–  Die Jagdreviere sollen neu durch den Kanton eingeteilt werden. Die Einteilung soll nach jagdlichen und wildbiologischen Kriterien erfolgen und sich nicht mehr hauptsächlich an den Gemeindegrenzen orientieren (§ 2 JG)

  • Die Reviere werden nicht mehr versteigert, sondern zu einem festen Revierpreis (Pachtzins) vergeben. Die Versteigerung erfolgte bis anhin durch die Gemeinden, die Vergabe soll neu durch den Kanton (Fischerei- und Jagdverwaltung) vorgenommen werden. Massgebend für die Vergabe soll die beste Gewähr für einen einwandfreien Jagdbetriebsein, nicht ein möglichst hohes finanzielles Gebot. Schon bisher war derhöchstzulässige Revierpreis vorgegeben (§ 7 JG), um zu verhindern, dassbei guten Revieren nur finanzstarke Jagdgesellschaften zum Zuge kommen konnten. Ausserdem beteiligte sich an vielen Versteigerungen nur eine Jagdgesellschaft, sodass es faktisch zu einer Vergabe kam.–
    Die  jagdbetrieblichen  Vorschriften  werden  wesentlich  gestrafft  und sollen neu weitgehend auf Verordnungsstufe erlassen werden. Sie sollen eine effiziente und tierschutzgerechte Jagdausübung ermöglichen und gleichzeitig eine nachhaltige jagdliche Nutzung der Wildbestände sicherstellen.
  • Die Wildschadenverhütung und -vergütung im Feld und im Wald werden neu geregelt. Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass der Wildschaden heute nicht mehr hauptsächlich von Reh, Fuchs und Krähen, sondern vom Schwarzwild verursacht wird.
  • Die interkantonale und internationale gegenseitige Anerkennung der Jagdberechtigung soll erleichtert werden.
  •  Die jagdliche Aus- und Weiterbildung soll stärker gewichtet werden. Die bisherige Regelung, wonach Personen ohne jagdliche Ausbildung für bis zu sechs Tage im Jahr als Jagdgäste eingeladen werden können, wird aufgehoben. Jagdberechtigte sollen zum Besuch von Weiterbildungskursen verpflichtet werden können. Die Aus- und Weiterbildung sowie die dazu notwendige Infrastruktur sollen unterstützt werden können.
  • Künftig muss jede Jagdgesellschaft mindestens eine besonders ausgebildete Person bezeichnen, welche die revierinterne Jagdaufsicht wahrnimmt. Die Jagdaufseherprüfung wird entsprechend angepasst. PM

Beitragsbild: Hochsitze (Symbolbild). Foto: SE

 

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