Zoll hebt Waffenlager in Schwerte (NRW) und Freiburg (BW) aus

Der Zoll hat ein gigantisches Waffenlager in Schwerte (NRW) ausgehoben: Rund 700 Lang- und Kurzwaffen sowie über zwei Tonnen Munition, also ungefähr zwei Millionen Schuss, bunkerte das Waffenhändler-Ehepaar in seinem unscheinbaren Einfamilienhaus, wo es zusammen mit einem gemeinsamen Sohn wohnte. Die Waffen waren frei zugänglich gelagert und versperrten u.a. den Zugang zur Waschmaschine. Der Zoll wurde über das Waffenhandelsportal egun auf den 54-jährigen aufmerksam.

Wenige Tage zuvor hatte das Zollfahndungsamt Stuttgart einen ähnlichen Fall gemeldet: 19 Pistolen, neun Gewehre, 28 Waffenteile und 16 Kilogramm nicht ordnungsgemäß aufbewahrtes Treibladungspulver wurden bei einem weiteren Waffenhändlerehepaar aus dem Regierungsbezirk Freiburg sichergestellt. Diese hätten “ohne die erforderliche Erlaubnis Waffen bearbeitet und hergestellt. In Wohnung und Ladengeschäft fanden Zollfahnder außerdem zahlreiche Waffen, Munition und Pulver, die für jedermann zugänglich und somit nicht den Vorschriften entsprechend gelagert waren.

Demnach hatten Beamte des Hauptzollamts Lörrach Ende 2014 am Grenzübergang Kappel-Fähre einen 52-jährigen Franzosen bei der Ausreise kontrolliert. Dieser hatte zuvor vier Gewehre bei den deutschen Waffenhändlern erworben, ohne im Besitz der hierfür erforderlichen Papiere gewesen zu sein. Da eine Überprüfung der Waffenbuchführung zahlreiche Unregelmäßigkeiten ergab, erließ das Amtsgericht Freiburg einen Durchsuchungsbeschluss gegen das Ehepaar, den Freiburger Zollfahnder Mitte Februar vollzogen.

Sie fanden zahlreiche Schusswaffen, deren legale Herkunft nicht nachgewiesen werden konnte. Auch entdeckten sie zahlreiche Waffenteile wie Läufe, Trommeln oder Verschlüsse, die von zerstörten Waffen stammten und aus denen teilweise die Seriennummern herausgefräst worden waren. Insgesamt stellten die Zollfahnder 19 Pistolen, neun Gewehre, 28 Waffenteile und 16 Kilogramm nicht ordnungsgemäß aufbewahrtes Treibladungspulver sicher.

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Nicht ordnungsgemäß verwahrtes Treibladungspulver. Fotos: Zoll Stuttgart

“Um sich und ihren Kunden die Geschäfte zu erleichtern, haben sich die Waffenhändler über etliche Bestimmungen hinweggesetzt. Und sie sind wohl unbelehrbar: Vor Kurzem haben wir vor dem Geschäft einen Franzosen festgestellt, der unmittelbar zuvor 2.000 Schuss Munition bei den beiden erworben hatte – ohne die entsprechende Erlaubnis und somit illegal”, so ein Ermittler. Die Auswertung des umfangreichen Beweismaterials dauert an. Dem Ehepaar droht nun der Verlust ihrer Waffenhandelserlaubnis und somit die Schließung ihres Geschäfts.

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Und nebenbei ein paar Schwarzgebrannte… Fotos: Zoll Stuttgart

Kurioser Zufallsfund: In der Werkstatt entdeckten die Zollfahnder eine selbst gebaute Geheimbrennerei. Hier betätigte sich offensichtlich der Hausherr und bediente seine Kundschaft auch mit Schwarzgebranntem. SE/PM Zoll Stuttgart

Beitragsbild: Im Regierungsbezirk Freiburg sichergestellte illegale Waffen, Foto: Zoll Stuttgart

 

 

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