Wolfsgespräche ohne Ergebnis

Das Spitzengespräch zwischen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat kein greifbares Ergebnis geliefert. Nach dem gestrigen Gespräch teilten die Ministerien in Berlin mit, dass “noch keine schnelle Lösung” gefunden worden sei. Medienberichten zufolge dämpften die Ministerien zudem Erwartungen auf eine schnelle Einigung – falls jemand diese gehegt haben sollte. Man sei noch in Gesprächen, hieß es aus Berlin. Während sich Klöckner für eine Bestandsregulierung der Wolfspopulation einsetzt, will Schulze lediglich sogenannte Problemwölfe entnehmen lassen, die mehrfach Elektrozäune überwunden und Weidetiere gerissen haben. Dies sei “wenig praxistauglich”, erklärte die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp im NDR: “Ein Wolf, der sich einer Siedlung nähere, warte sicher nicht darauf, bis ein zum Abschuss Berechtiger informiert wird und vor Ort ist. Es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestangsregulierung auch eine Abschussquote geben.”

Der jagdpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Karlheinz Busen, erklärte vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Nutztierrissen gegenüber dem Merkur: Die einzig wirksame Lösung sei, die Zahl der Wölfe durch eine Bejagung zu regulieren. “Denn elektrische Schutzzäune und Herdenschutzhunde helfen nur wenig.”

Eine abweichende Einschätzung hinsichtlich des Ertrags der Gespräche äußerte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD): Demnach sollen “auffällige Wölfe” in Deutschland “bald” “rechtssicher getötet werden” können, so Backhaus im NDR. Zwischen den Bundes- und Landesministern sowie Naturschutzverbänden sei “eine Einigung über eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes erzielt worden”. Er hoffe, dass dies zügig umgesetzt werde, erklärte Backhaus. red.

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Quelle: CDU

Ein Gedanke zu „Wolfsgespräche ohne Ergebnis

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Das alte Lied. Das Umweltministerium setzt unter dem Druck des ideologisch motivierten “Naturschutzes”, der auch im Haus von Frau Schulze die Zügel fest in der Hand hält, die Politik der Realitätsverweigerung fort. Jetzt warte ich nur noch auf den Vorschlag, “auffällige” Wölfe zu besendern, damit man sie individuell immer wieder erkennen kann. Wann realisiert die extrem lupophile Fraktion endlich, dass ihre Politik dem Wolf langfristig schadet, denn die illegalen Wolfstötungen werden unweigerlich zunehmen, wenn der Weidewirtschaft nicht geholfen wird.

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