Wissenschaftler: “Wölfe weder bedroht, noch isoliert”

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Jörn Theuerkauf wird man mit weit größerem Recht als Wolfsexperten bezeichnen dürfen, als etliche der zahlreichen sogenannten und selbsternannten Pseudo-Wolfsexperten, die von der Naturschutzlobby gleich dutzendweise hervorgebracht und dankbar in den Medien herumgereicht werden. Denn Theuerkauf ist Biologe, hat in Polen Feldforschung zum Wolf betrieben und seine Diplomarbeit über das Thema verfasst. Das Osterholzer Kreisblatt, eine Lokalausgabe des Weser-Kuriers, berichtet unter dem Titel “Wölfe: Eine wissenschaftliche Sicht” über einen Vortrag, den Theuerkauf gehalten hat. Er sei Wissenschaftler und liefere Informationen, entscheiden oder urteilen wolle er nicht, sagt er über sich selbst. Eine löbliche Haltung, mit der sich Theuerkauf wohltuend von “Wissenschaftlern” abhebt, bei denen kaum zu entscheiden ist, ob sie in erster Linie Wissenschaftler oder doch eher Aktivisten sind, auch wenn ihm der Verzicht auf Urteile nicht durchgängig gelingt: Denn dem Artikel nach zu urteilen nimmt Theuerkauf diverse Wertungen vor, die man teilen kann oder auch nicht. Doch von den Informationen, die er liefert, seien “einige doch überraschend”, schreibt das Kreisblatt, zum Beispiel, wenn es um den Schutzstatus des Wolfes gehe.

Der Wolf sei nämlich “eigentlich nicht gefährdet”. Wenn er nicht ausgerottet werde, erhole sich eine Wolfspopulation sehr schnell wieder. Zudem habe er mit den polnischen Kollegen in einem wissenschaftlichen Artikel dargelegt, dass es “keine Abschottung der Populationen in Ost und West” gebe.

Die angeblich isolierten, zu kleinen und daher instabilen Wolfspopulationen, z.B. die angeblich deutsch-westpolnische, gibt es nicht. Es besteht daher auch keine wissenschaftlich begründbare Notwendigkeit, jede dieser Einzelpopulationen auf 1000 Individuen anwachsen zu lassen, damit ihr Überleben gesichert ist. Die europäischen Wolfspopulation stehen in genetischem Austausch mit anderen Populationen zum Beispiel in Skandinavien, dem Baltikum oder Russland, was durch die Wanderungen telemetrierter Wölfe bewiesen ist, worauf nicht zuletzt der Wildbiologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel auf dieser Seite mehrfach hingewiesen hat (z.B. hier).

Erschienen ist der Artikel Theuerkaufs zu diesem Thema noch nicht, heißt es in der Zeitung. Interessant ist die Begründung: “Zwischen den Zeilen deutet er an, dass es derzeit keinen Herausgeber gibt, der sich traut, das Material zu veröffentlichen.” Das liefert doch einen deutlichen Hinweis auf die mächtigen politischen Interessen, die hinter der Wiederbesiedlung durch den Wolf stehen. Es zeigt auch sehr deutlich, wie es um die Freiheit von Lehre und Forschung bestellt ist, wenn Herausgeber wissenschaftlicher Publikationen sich nicht trauen, politisch missliebige Beiträge zu Sachthemen zu veröffentlichen. Wer jedoch sieht, wie Organisationen und Personen, die “politisch auf Linie” sind, mit Jobs, lukrativen Förderungen, medialer Aufmerksamkeit und politischen Einflussmöglichkeiten gepampert werden, während Kritiker nach Möglichkeit totgeschwiegen, diskreditiert und öffentlich angefeindet werden, der wird sich darüber freilich nicht wundern. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Osterholzer Kreisblatt (Screenshot)

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