Wildniskonferenz in Potsdam

Über 230 Teilnehmer trafen sich heute (9.9.2015) bei der Wildniskonferenz der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg in der Potsdamer Staatskanzlei. Experten und Interessierte aus Politik, Naturschutz, Wissenschaft, Wirtschaft, und Gesellschaft diskutieren über aktuelle Fragen und Herausforderungen für den Wildnisschutz in Deutschland. Jawina war dabei.

Deutschland braucht Wildnis – das ist die Botschaft der Wildniskonferenz unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland, lädt in ihrem 15. Jubiläumsjahr zur Konferenz ein. Aufgrund der hohen Resonanz war die Konferenz mit über 230 Teilnehmern rasch ausgebucht. Das Thema ist auch für Jagd und Jäger relevant, denn mit der Herausnahme der Flächen aus der Nutzung ist es oft auch mit der Jagd vorbei. Oder die Jagd wird von anderen, z.B. von Mitgliedern und geladenen Gästen der Naturschutzverbände ausgeübt, die oft riesige Gebiete aus dem Besitz der Allgemeinheit unentgeltlich übertragen überkommen.

Große unzerschnittene Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, gibt es heute im dicht besiedelten Deutschland kaum noch. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für den Wert dieser Gebiete als Referenzflächen für die Forschung, Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, Erholungsgebiete für die menschliche Psyche und Schatzkammern für die Evolution, so die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg in einer Pressemitteilung: Längst habe sich auch die Bundesregierung dazu bekannt, dass wir Wildnisgebiete nicht nur in fernen Ländern, sondern auch bei uns in Deutschland brauchen – für die Natur und für unser eigenes Wohlergehen. 2% der Landfläche Deutschlands sollen bis zum Jahr 2020 Wildnis sein, das ist die Zielstellung der 2007 veröffentlichten Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Obwohl laut Studien des BfN auf rund 3,6 % der Fläche Deutschlands das Potenzial für Wildnisgebiete vorhanden wäre, sind bislang nur rund 0,6 % gesichert, so die Stiftung.

Schnelles Handeln sei erforderlich, um die letzten noch vorhandenen großen unzerschnittenen Flächen in Deutschland als Wildnisgebiete zu retten, denn Tag für Tag schwinden bei uns Freiflächen in der Größe von über 100 Fußballfeldern für die Nutzung als Siedlungs- und Verkehrsfläche.
“Wildnisschutz inmitten unserer Kulturlandschaft erfolgreich umzusetzen, erfordert gute Konzepte und die Einbindung aller Beteiligten. Mit der Wildniskonferenz bietet die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ein Forum für dieses hochaktuelle Thema, bringt die Beteiligten miteinander in Dialog und zeigt Lösungsansätze auf.” sagt Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung.

Moderiert wird die Konferenz von dem aus ARD und ZDF bekannten Umweltjournalisten Volker Angres. Erkenntnisse aus der Forschung werden bei der Konferenz ebenso vorgestellt wie Erfahrungen aus der praktischen Arbeit. Thematisiert werden z. B. der Bedarf für geeignete Flächenkulissen, innovative Arbeitsmethoden für das Monitoring in Wildnisgebieten oder Möglichkeiten der Bewertung von Wildnis. Die Wildniskonferenz findet am 9. September 2015 in der Potsdamer Staatskanzlei mit einem anschließenden Empfang zur Feier des 15-jährigen Stiftungsjubiläums und zum Austausch mit allen Konferenzteilnehmern statt.

Die begleitende Naturfotoausstellung “Wildnis im Fokus” zeigt die Bedeutung und Schönheit von Wildnisgebieten in Brandenburg. Am 10.9. führt eine konferenzbegleitende Exkursion in das Wildnisgebiet auf den Stiftungsflächen Lieberose und zeigt an Beispielen vor Ort, wie sich Konversion, Naturschutz und Regionalentwicklung erfolgreich miteinander verbinden lassen.

Ein Tagungsreader mit Konferenzprogramm und Kurzbeiträgen der Referenten sowie ein Fillmeinspieler zur Konferenz sind unter www.wildniskonferenz.de veröffentlicht.

Die Konferenz wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und weitere Partner. PM Naturlandschaften Brandenburg/SE

Beitragsbild: Wildniskonferenz in der Potsdamer Staatskanzlei, Copyright: SE

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