Wilderer töten 87 Elefanten in Botswana

Die Naturschutzorganisatione Elephants Without Borders (EWB) hat bei Zählflügen über Botswana die Kadaver von 87 frisch gewilderten Elefanten entdeckt. Außerdem fielen fünf weiße Nashörner den Wilderern zum Opfer, die die Tiere wegen ihres Elfenbeins verfolgen. Da erst die Hälfte der Zählflüge für 2018 abgeschlossen ist, erwarten die Experten von EWB, dass die endgültige Auswertung noch weitaus höhere Zahlen ergibt. In der letzten Dekade ist schätzungsweise ein Drittel der afrikanischen Elefantenpopulation von Wilderern abgeschlachtet worden, allein in den letzten fünf Jahren haben schwer bewaffnete Wilderertrupps 60 Prozent der Elefanten Tansanias getötet. Botswana galt bisher als vergleichsweise sicherer Ort für Elefanten, weil das Land eine kopfstarke und gut ausgerüstete Anti-Wilderer-Einheiten unterhielt. Doch der im Mai ins Amt gekommene neue Präsident Botswanas, Mokgweetsi Masisi, hat nur einen Monat nach seiner Wahl damit begonnen, die Behörde für Wildtiere und Nationalparks zurückzubauen. Die Anti-Wilderer-Einheiten werden stark verkleinert und müssen militärische Waffen und Ausrüstungsteile abgeben.

Seitdem strömen die Wilderer ins Land und schlachten die Elefanten ab. Dr. Mike Chase von EWB äußerte sich gegenüber der BBC bestürzt über die Ausmaße des Massakers: “Ich bin schockiert und vollkommen fassungslos. Ich habe nie von Wilderei in derartigen Ausmaßen in Afrika gehört oder gelesen”, erklärte Chase. Die Wilderei erfordere entschlossene und sofortige Maßnahmen von der Regierung Botswanas, fordert Chase. Auf dem Spiel stehe das Erbe und das Ansehen Botswanas und nicht zuletzt auch der Tourismus, der eine Haupteinnahmequelle des Landes darstellt. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags bei der BBC. (Screenshot)

12 Gedanken zu „Wilderer töten 87 Elefanten in Botswana

  1. Anja

    Unfaßbar schrecklich!! Die Wilderei kennt noch immer keine Grenzen!
    Jetzt gehen die Wilderer nach Botswana, weil es dort noch sehr viele Elefanten gibt. Und gleichzeitig Elefanten-Mensch-Konflikte. Deshalb will die Regierung in Botswana wieder dei Trophäenjagd einführen! Unfaßbar!! Die Zählung soll klären wieviele Elefanten tatsächlich in Botswana leben. Der Präsident des Landes sollte sich schämen, sofern er die Trophäenjagd wieder erlauben wird.
    Die Wilderei muss bekämpft werden, sonst sind Afrikas Ikonen bald verloren. Nur noch rund 400.000 – 450.000 Elefanten in ganz Afrika. Das ist unglaublich wenig, auf so einem riesigen Kontinent. Als Vergleich: etwa 2 Millionen Katzen in Deutschland!
    Das Elfenbein geht nach Asien – illegal – obwohl Elfenbeinhandel verboten ist (seit 1.1.2018) in China. Trotzdem findet sich Tausende Abnehmer in Asien. Leider ist Asien der Hauptschuldige am traurigen Schicksal der Elefanten.
    Bitte helft alle mit. Spendet wenigstens, z.B. auch an die Elefantenschutzprojekte. Noch ist es nicht zu spät. Aber wenn die Wilderei so weiter grasiert, könnten die Elefanten in ca. 10 Jahren in Afrika ausgestorben sein.

    Antworten
    1. Torsten Schröder

      Die kontrollierte Trophäenjagd wäre der beste Schritt zur Generierung von Kapital für die Bekämpfung der Wilderei, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Wertschätzung und damit Tolerierung der Elefanten durch die einheimische Bevölkerung.

      Antworten
      1. Grimbart

        Vollkommen richtig, nur das “Use it, or lose it” Prinzip will leider nicht in die Köpfe der meisten Gutmenschen. Gut gemeint ist eben noch nicht gut gemacht.

        Antworten
      2. Anja

        An Torsten Schröder: nein, das sehe ich nicht so! jegliche Trophäenjagd ist eine Grausamkeit an den Elefanten, und gehört abgeschafft. Diese jagd verhindert die Wilderei NIEMALS! Das sind 2 Paar Stiefel: die Einen töten die Elefanten aus Lust, die anderen wegen des Geldes und Elfenbeins. Generierung von Kapital zur Bekämpfung der Wilderei, kann man auch anders umsetzen. Z.B. durch Tourismus. Botswana hätte die finanziellen Mittel und bekommt auch Unterstützung. der neue Präsident ist eine Null, denn er ist nicht für die Elefanten.

        Antworten
  2. Anja

    Herr Schröder: Nachtrag zur Jagd auf Elefanten
    “Wenn ein Großwildjäger auf einen Elefanten schießt, stirbt das Tier langsam und qualvoll. Auf Grund der Größe und der Kraft der Elefanten verursacht selbst ein direkter Schuss auf den Kopf keinen sofortigen Tod. Stattdessen leidet der Elefant, während der Jäger wiederholt mit einem leistungsstarken Gewehr auf ihn schießt. Wenn die Kopfschüsse nicht ausreichen, um diese schönen, sanften Riesen fallen zu lassen, wird der Jäger sie in die Hüfte schießen, bevor eine Kugel ihr Gehirn trifft.”
    Quelle: netzfrauen.org [Link entfernt, admin]

    Trophäenjagd ist ein Relikt aus der Steinzeit.
    Botswana hat es nicht nötig dieses grausame Ritual wieder einzuführen. Die Menschen lieben Elefanten, und die allermeisten verachten die Jagd auf die Elefanten – außer den herzlosen Jägern…

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Sie verbreiten Lügen und Schauermärchen. Wie ich bereits an anderer Stelle anmerkte: Das ist hier kein Jagdgegner-Treff und wird auch keiner werden.
      1) Ein Schuss, der das Hirn zerstört, tötet sofort und schmerzlos, weil das Zentralnervensystem und damit der Träger von Angst, SChmerz, leiden Bewusstsein innerhalb von Sekundenbruchteilen zerstört wird – das gilt auch für Elefanten.
      2) Was den Elefanten garantiert nicht hilft, sind Spenden an dubiose NGOs.
      3) Was den Elefanten hilft, ist durchaus die Trophäenjagd. Das belegt eindrucksvoll Namibia, wo es ein hervorragend geregeltes, gut ausgebautes System der Trophäenjagd gibt – es ist kein Zufall, dass Namibia das m.W. einzige afrikanische Land ist, in dem die Bestände an Wildtieren inkl. Löwen und Elefanten nicht nur gesichert sind, sondern gedeihen und anwachsen! Vgl.:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Wildtierbestand_in_Namibia
      4) Auch in Ländern, in denen Trophäen- und Großwildjagd verboten sind, muss die Elefantenpopulation reguliert werden, weil die Tiere lange leben, kaum natürliche Feinde haben und so viel Futter benötigen, dass sie irgendwann (nicht nur) ihren Lebensraum zerstören. Also finden Culling-Aktionen statt, bei denen ganze Herden vom Hubschrauber aus abgeschossen werden. Vgl.:
      http://wwf.panda.org/?75340/A-numbers-game-Managing-elephants-in-southern-Africa
      Gefällt Ihnen das besser als Trophäenjagd, bei denen die hohen Kosten für den Abschuss den Menschen vor Ort und dem Schutz der Elefanten zugute kommen, wie z.B. in Namibia?
      5) Es wäre durchaus zu erwägen, ob eine Legalisierung des Elfenbeinhandels nicht positive Auswirkungen hätte: Anstatt tonnenweise beschlagnahmtes Elfenbein zu verbrennen, (Siehe z.B hier: https://www.welt.de/vermischtes/article154905646/Was-Elfenbein-mit-Terrorismus-zu-tun-hat.html) könnte man damit die Märkte in Asien fluten, was einen Preisverfall zur Folge hätte. Es würde sich für die Wildererbanden also weitaus weniger lohnen, ihr riskantes und verheerendes Spiel zu treiben.
      6) Anstatt andere Menschen, die anderer Meinung sind als Sie, als herzlos, grausam, steinzeitlich und was nicht noch alles zu diffamieren – was unweigerlich auf Sie selbst zurückfällt, schon mal drüber nachgedacht? – sollten Sie vielleicht erst einmal ein bisschen an sich selbst arbeiten: Sie könnten damit anfangen, sich nicht nur aus dubiosen Quellen in Ihrer Filterblase zu informieren (Tipp: Google Scholar liefert wissenschaftliche Literatur zu fast jedem Thema frei Haus), dann schrittweise dazu übergehen, andere Ansichten a) zur Kenntnis zu nehmen und b) als gleichwertig zu respektieren und schließlich zur Einsicht gelangen, dass Sie nicht im alleinigen Vollbesitz der allein seligmachenden Weisheit und Wahrheit sind. Viel Erfolg! SE

      Antworten
      1. Anja

        Herr Schröder, Sie schreiben. ” …muss die Elefantenpopulation reguliert werden…”
        ähm,… also SIE wissen aber schon, dass die Elefanten Afrikas (und auch in Asien) vom Aussterben bedroht sind?!

        Da frage ich mich schon, was Ihrer Meinung nach reguliert werden soll? Es ist eine Farce. Es gibt nicht zuviele Elefanten, das kann garnicht sein, denn wer bestimmt denn ob es zuviele sind? Genau, die Menschen! Ich würde eher sagen, es gibt zuviele Menschen inzwischen in afrikanischen Ländern, und diese brauchen Platz.
        Lebensraumzerstörung, Mensch-Tier-Konflikte, Trophäenjagden, Wilderei, all das bringt die Elefanten an den Abgrund.
        Und SIE reden von Regulierung. Ja, die Regierungen bilden sich das auch ein, es gäbe hier und da zuviele! Dabei gibt es nur noch in ganz AFRIKA ca. 450.000 wilde Elefanten. Im frühen 20. jahrhundert gab es noch 10 Millionen Elefanten auf dem schwarzen Kontinent. Also kommen SIE mir nicht mit dieser unsinnigen Regulierung. Und Culing ist das Allerletzte! Dies ist eine brutale Maßnahme, die nur Tierverächter umsetzen. Niemals aber Tierschützer.
        Ich gehöre zu den Tierschützern, und bin gegen jegliche Jagd, ob vermeintlich nachhaltig oder nicht. Ich unterstütze Organisationen, die Jagd auch ablehnen.
        Mehr Infos zum Drama der Elefanten können Sie auf meiner Website nachlesen: [Link entfernt, admin.]

        Antworten
  3. Grimbart

    Was nicht sein darf, kann nicht sein.
    Anja, wie wollen Sie denn das Bevölkerungswachstum und damit einhergehende Probleme in Afrika in den Griff bekommen? Elefanten vernichten Ernten und dann wehren sich die Bauern, aber nicht mit einem Kopfschuss, sondern Gift. Wollen Sie die Einheimischen davon abhalten? Dann müssen Sie ihnen klar machen, dass der Elefant ihnen nicht nur schadet, sondern auch einen Nutzen bringt. Jobs bei den Safaris, jede Menge Fleisch. Von Fotos wird man nicht satt und der ökologische Fußabdruck eines Jägers ist viel kleiner als der einer Horde von Fototouristen. Aber Ihnen sind jegliche Argumente eh egal, da müssen eher Menschen in Afrika verhungern, bevor Sie die Notwendigkeit erkennen, dass manche Dinge eben reguliert werden müssen. Neokolonialismus nennt man übrigens ihre Einstellung. Man schreibt den Menschen in anderen Ländern vor wie sie zu leben haben.

    Antworten
  4. Edelmann

    Ist es nicht auch eine Art Neokolonialismus, wenn wohlhabende Jäger aus Industrieländer meinen, sie können sich gegen Geld in Afrika die Big Five holen?
    Wer veranstaltet denn die Jagdsafari-Touren? Sind es Einheimische oder die Nachfahren ehemaliger Kolonialherren?
    Deutschland ist beim Import von Jagdtrophäen ganz weit oben.
    Wer Afrika und seine Tiere “wertschätzt” könnte mit dem Geld, das die Big Five kosten, auch anderweitig viel Gutes tun.

    Antworten
    1. Grimbart

      Was denn? Den Bauern ihre Ernte ersetzen und damit zur Unselbstständigkeit erziehen? Nein, Herr Edelmann, das ist keine Lösung. Die meisten Anbieter von Safaris sind tatsächlich Nachkommen von Europäern, aber mittlerweile gibt es Schwarzafrikaner, die Jagden anbieten. Wo ist der Unterschied? Ich will der einheimischen Bevölkerung, egal welcher Hautfarbe, nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Das wollen aber viele NGO´s und Gutmenschen wie Sie. Gut gemeint ist eben nicht automatisch auch gut gemacht.

      Antworten
      1. Edelmann

        “Den Bauern ihre Ernte ersetzen und damit zur Unselbstständigkeit erziehen? ”
        Diesen Satz merke ich mir, wenn es mal wieder um Ertragsausfälle in der hiesigen Landwirtschaft geht.
        Richtig ist, dass Entwicklungshilfe häufig die Probleme nicht langfristig löst und – wie Sie schreiben – nicht zur Selbständigkeit führt.
        Für die großen Hilfs-Projekte sind allerdings nicht die NGOs verantwortlich, sondern die Bundesregierung, die genau weiß, dass viele Hilfsgelder direkt zu Aufträgen unserer Unternehmer führen oder im Bereich Nahrungsmittel unsere Märkte entlasten.
        Für die Wildtiere wird es in Afrika auch zukünftig eng werden. Kaufen nicht Kapitalunternehmen/Regierungen aus dem mittleren und fernen Osten reichlich Farmland auf? Dann geht es auch wieder um Ertragsausfälle und um Tiere, die lästig sind.
        Der Landmaschinen-, Saatgut- und Pestizidmarkt ist längst globalisiert und ausgerichtet auf Großbetriebe, für Kleinbauern bleibt wenig Fläche übrig – mit oder ohne Elefanten.
        Meiner Meinung nach geht es nicht um die “Nutzung” (Generierung von Geld durch Abschuss), sondern wir müssen weltweit lernen, Ressourcen für Wildtiere übrig zu haben, sonst ist jeder Tierschutz nur Heuchelei.

        Antworten
        1. Grimbart

          Schöne Träumereien, die wir uns in unserer von Überfluss geprägten Wohlstandsgesellschaft leisten können, den Menschen in Afrika aber herzlich wenig nutzen in ihrem Kampf ums Überleben. Bis wir Ihre Utopie erreichen, sollte es deswegen doch lieber beim Use it or lose bleiben, denn den Elefanten ist nur mit einer Akzeptanz vor Ort geholfen und dazu gehört eben auch Schadelefanten zu schießen. Wenn dafür noch jemand einen Haufen Geld ausgeben will, mit dem Schutzprojekte finanziert werden und Menschen in Lohn und Brot stehen, umso besser. Das muss einem nicht gefallen, aber alle mal noch besser als unkontrollierte Abschüsse durch Wilderer oder zur Selbsthilfe greifenden Einheimischen, die mit vergifteten Speeren die Elefanten töten. Da ist ein sofort tötlicher Kopfschuss doch allemal besser, oder?

          Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.