Wilder Westen? Umweltverband setzt Kopfgeld aus

Der WWF ist (das ist die sogenannte Naturschutzorganisation, die als Ergebnis einer gerichtlichen Auseinandersetzung als “Grünwaschanlage für Industrieunternehmen” bezeichnet werden darf) hat nach dem Abschuss eines Wolfs bei Bautzen ein Kopfgeld in Höhe von 10.000 Euro für die Ergreifung des Mörders, pardon, des Täters ausgesetzt. Das berichtet der MDR Sachsen, der mit der Dachzeile zu der Meldung: “Mit 31 Kugeln getötet” (es war ein Schrotschuss…) die passende 12-Uhr-Mittags- bzw. Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod-Atmo von wildem Geballer, leergeschossenen Magazinen und Kugelhagel auf der Shiloh-Ranch schafft.

Der Landkreis Bautzen hat wegen des illegalen Wolfsabschusses Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Das reicht natürlich nicht. Deshalb erwägt der Nabu (das ist die sogenannte Naturschutzorganisation, die gegen eine saftige Spende schon mal eine Klage gegen eine Vogelschredder- pardon, Windkraftanlage – Stichwort: Mäuse für den Milan – zurückzieht) nun auch Anzeige zu erstatten. Dies sei die neunte illegale Tötung in 13 Jahren, “für eine streng geschützte Art ist das nicht akzeptabel”, sagte Nabu-Präsident Tschimpke. Dass auch das wiederholte Verhungern-lassen von Heckrindern keinesfalls akzeptabel ist, erwähnte Tschimpke in diesem Zusammenhang nicht. Was eine Strafanzeige nach dem Motto “doppelt hält besser” noch bringen soll, nachdem bereits offizielle Ermittlungen eingeleitet wurden, verrät der MDR-Beitrag auch nicht.

Was dergleichen bringt, liegt indes auf der Hand: Ein bisschen preiswerte PR, eine prima Gelegenheit, selbstgerechte Entrüstung über die bösen Jäger zu auszukippen und vom eigenen Dreck am Stecken (siehe obige Links) abzulenken. Finanzielle Einbußen sind nicht zu befürchten, denn eine Strafanzeige zu erstatten, kostet erst mal nichts (wovon Millionen selbsternannter Hilfssheriffs in diesem Land jeden Tag profitieren), und auch das Kopfgeld wird wohl nie ausbezahlt werden müssen (und wenn doch: Sind ja vermutlich nur Spendengelder): Denn entweder wird der Täter nie ermittelt, oder er stellt sich selbst (darf der die ausgelobte Belohnung dann als Beihilfe zu Gerichts- und Anwaltskosten vereinnahmen? Wohl eher nicht) oder die staatlichen Ermittlungsbehörden machen ihren Job und finden den Täter. Die dürfen dann aber keine Belohnung annehmen.

Wir Jäger können derweil nur hoffen, dass es nicht einer der unsrigen war, der den Wolfswelpen geschossen und uns – wieder mal – die denkbar schlechteste PR verschafft hat. Solange Wolfsschützen oder Vollkoffer wie der Golden-Retriever-Totschleifer von Burladingen  (der jetzt verdientermaßen den Jagdschein abgeben durfte), unser Bild in den Medien prägen, können wir uns sämtliche Bemühungen um und das Geld für Öffentlichkeitsarbeit komplett sparen. SE

Bild: Historischer Steckbrief von 1881, Quelle: Jack1956 at en.wikipedia

2 Gedanken zu „Wilder Westen? Umweltverband setzt Kopfgeld aus

  1. Andreas Fasold

    Leider ist dies kein Einzelfall, Wolf und Luchs stehen auf der Hassliste allzuvieler Jäger ganz oben. Ob Dummheit, Jagdneid oder einfach mangelnde Sachkenntnis spielt keine Rolle. Solange diese Elemente das Image der Jäger in der Öffentlichkeit prägen, müssen wir froh sein, wenn die Jagd nicht gänzlich neu organisiert wird – wir werden bei einer Neuorganisation sicher keine Rolle mehr spielen.

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  2. Achim

    Die Thematik Wolf in Deutschland ist zur Ideologie geworden und nicht mehr von Sachverstand geprägt. Ich kann die Situation in der der Wolf 1880 in Deutsachland lebte nicht in die heutige Zeit adaptieren. Die gesellschaftlichen, politischen , wirtschaftlichen, speziell die land- und forstwirtschaftlichen Verhältnisse,
    das Freizeitverhalten der Bevölkerung und besonders die Infrastruktur haben sich generell verändert und daraus ergeben sich gans andere Lebensbedingungen
    für den Wolf in der heutigen Zeit. Der Wolf darf nich losgelöst von seiner Umwelt betrachtet werden, sondern in enger Wechselbeziehung zum Menschen in Deutschland. Angeführte Vergleiche mit anderen europäischen Ländern in denen der Wolf lebt, können auf Deutschland nicht mehr angewendet werden.
    Einige Faktoren die gegen die flächenmäßige Ausdehnung des Wolfes über ganz Deutschland sprechen: Deutschland ist mit 230 Einwohner /qkm das dichtbesiedelste Land bei den europäischen Wolfsländern (Polen 123 Einwohner, Rumänien 89, Littauen 46, Estland 31, Schweden 21,Norwegen 16 , Rußland 8,5)
    Deutschland hat das am dichtesten ausgebaute Autobahn und andere Straßen-sowie Eisenbahnnetz, es ist Transitland mit dem höchsten Verkehrsaufkommen
    auf Straße und Schiene.
    Wie sich doch die Wertauffassungen zwischen Mensch und Tier beim NABU geändert haben zeigt sich u.a. das einige Tiere vor dem Menschen rangieren.
    Der NABu lobt für die Ergreifung des Wolfsschützen von Sachsen 10.000 aus. Warum gibt er kein Geld für die Ergreifung von Täter die jährlich Kinder ermorden ?
    Jeder tote Wolf wird nach Berlin zur Untersuchung gefahren. Die Gerichtsmedizin in Magdeburg soll aber aus Kostengründen geschlossen werden. Für den Wolf werden riesige Summen an Geld bereitgestellt. Kein Geld ist für Bildung, Gesundheitswesen, Kultur vorhanden.
    Warum unterliegt der Wolf in Deutschland dem Totalschutz im Gegensatz zum Elch und Bison, die zum jagdbaren Wild gehören und ganzjährig geschont sind.
    Ein angefahrener Elch kann zB. nach dem Landesjagdgsetz von Brandenburg durch den Jäger erlegt und von seinen Leiden erlöst werden. Beim Wolf darf das der Jäger nicht, wo bleibt da die Forderung des NABU die Tiere so schnell wie möglich von seinen Leiden zu erlösen ? Wieviel Wölfe verträgt Deutschland,
    wie soll die Anzahl der Wölfe festgestellt werden. Derzeit breitet der Wolf sich hemmungslos aus und das Konfliktpotenziel nimmt jährlich zu. (Verkehrsunfälle, Schäden am Nutzwild, Erschwerung der Jagdausübung was die Wildschäden in land- und forstwirtschaft Kulturen erhöht.)
    Fazit: Der Wolf gehört ins Jagdrecht und darf je nach Schadenslage punktuell bejagd werden.

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