Wildbiologe fordert: Wolf ins Jagdrecht

Schafherde in der Altmark zweimal innerhalb von 14 Tagen attackiert – Abschussbewilligung für Calanda-Wölfe abgelaufen

Der renommierte Wildbiologe Prof. Dr. Michael Stubbe hat auf topagrar.de die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert. Die ungebremste Ausbreitung des Raubtiers erfolge auf Kosten anderer Arten – und des Menschen. Der Wolf sei “ein herrliches Tier”, so Stubbe in dem lesenswerten Beitrag, müsse im dicht besiedelten Europa aber reguliert werden. Wolfsschutz und -Bewirtschaftung schlössen einander nicht aus, so Stubbe. Der Wissenschaftler warnte vor den Folgen einer ungehemmten Zunahme der Wolfspopulation für bedrohte Arten wie Wiesenvögeln oder Großtrappe. Für deren Schutz sei kaum Geld da, während Millionen in das Wolfsmanagement flössen, kritisierte Stubbe. Überdies seien “2012 weltweit mindestens 18 Menschen vom Wolf angefallen und getötet worden, 2013 acht.”

Schäfer als “Futterlieferant”

In der Altmark bei Tangerhütte (Sachsen-Anhalt) ist die Herde eines Schäfers zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen von Wölfen angegriffen worden, wie die Volksstimme berichtet. Nachdem vor 14 Tagen 18 hochträchtige Mutterträchtige getötet wurden, fielen dem Raubtier dieses Mal drei Mutterschafe und ein Ziegenbock zum Opfer. Sämtliche “von Naturschutzverbänden und Behörden empfohlenen Schutzmaßnahmen, wie stromführende Netze, ein Breitband in 1,50 Meter Höhe und Flatterbänder” schützten die Herde nicht, wie die Volksstimme schreibt. Der betroffene Schäfer gab zu Protokoll, dass er den “Glauben in die Versprechungen von Politik und Naturschutzverbänden” verloren habe. “Der Wolf sei außer Kontrolle geraten und strafe die einschlägigen Abhandlungen über seine Lebensweise und sein Beuteverhalten selber Lügen”, heißt es in dem Bericht. Er fühle sich “mittlerweile als Futterlieferant für diese weltfremden Wolfsspinner”, so der Schäfer.

Kein Schuss gefallen

In der Schweiz ist die Abschussbewilligung für zwei der Schweizer Calanda-Wölfe abgelaufen, ohne dass ein Schuss gefallen wäre. Das berichtet die Aargauer Zeitung. Wegen des warmen und schneearmen Winters seien die Wölfe selten in Siedlungsnähe aufgetaucht.

Beitragsbild: Wolfsriss, Foto: BS

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