Wie man Umfragen manipuliert…

Die EU-Kommission führt zur Zeit einen sogenannten “Fitness-Check” für die europäischen Naturschutzrichtlinien, der Vogel-Richtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) durch. Zahlreiche Verbände, darunter der Deutsche Jagdverband (DJV) haben ihre Mitglieder aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Einige Verbände, darunter der WWF und Friends od the Earth Europe, gehen einen – anrüchigen – Schritt weiter. Auf der Internetseite naturealert.eu haben die Verbände für den Teil ihrer Anhängerschaft, der mit dem eigenständigen Denken so seine Probleme hat, genehme Antworten im Sinne der Verbandspolitik vorformuliert. Nur noch Namen und Adresse eintragen und “Los geht’s!” drücken – und schon übernehmen die freundlichen Spendensammlervereine das Denken für Sie. Aus einer Umfrage wird auf diese Weise eine Unterschriftensammlung, wie die Jägerstiftung Natur & Mensch zu Recht moniert.

Zur Bedeutung des “Fitness-Checks” heißt es in einer Pressemitteilung des DJV:

An der Konsultation kann sich jedermann bis zum 27.07.2015 online beteiligen.  Der Fitness-Check soll  zeigen, ob die Richtlinien ihre Aufgaben erfüllen und wo es möglicherweise Verbesserungsbedarf gibt. Anfang 2016 will die EU  entscheiden, ob es zu einer Überarbeitung, ggf. auch Zusammenlegung, der Richtlinien kommt.

Beide Richtlinien sind für alle 28 Mitgliedstaaten der EU verbindlich und bilden auch für den Naturschutz in Deutschland einen maßgeblichen rechtlichen Rahmen. Umgesetzt in nationales Recht bestimmen sie die Ausweisung und den Schutz bzw. das Management von über 26.000 europäischen Natura 2000-Gebieten.

Unbestritten ist, dass die Schutzbemühungen infolge der Richtlinien, wie auch der ehrenamtlichen Bemühungen der Jägerschaft in den letzten Jahrzehnten zu Erfolgen für den Naturschutz geführt haben. So sind einst weitgehend verschwundene Arten wie Seeadler, Kranich, Schwarzstorch und Uhu aber auch Wolf, Wildkatze und Biber wieder nach Mitteleuropa zurückgekehrt und breiten sich weiter aus.

Die Ausweisung von Schutzgebieten bedeuten für die land- und fischereiwirtschaftliche sowie die jagdliche Nutzung in zunehmenden Maße auch Einschränkungen und Verbote, die zum Teil überzogen und der weiteren Akzeptanz der Richtlinien in der Bevölkerung nicht förderlich sind. So kann es z.B. zur Einschränkung der Fangjagd oder von Jagdzeiten kommen oder bestimmte Arten erhalten einen besonders strengen Schutzstatus, trotz eines günstigen Erhaltungszustandes.

Eine zahlreiche Teilnahme der deutschen Jägerschaft am „Fitness-Check“ bietet nun die Chance, zum einen Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen, zum anderen aber auch negative Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis deutlich zu benennen.

Auch der DJV und seine Landesjagdverbände werden sich an der Umfrage beteiligen. In diesem Zusammenhang bittet der DJV die Jäger um Nennung von weiteren (positiven wie negativen) Beispielen aus der Praxis im Umgang mit den Richtlinien. Rückmeldungen bis Ende Juni bitte an Dr. Armin Winter unter a.winter@jagdverband.de. Der DJV beabsichtigt, der EU-Kommission daraus eine weitere Stellungnahme zukommen zu lassen.

Der DJV ruft daher alle Jägerinnen und Jäger auf, sich an der Befragung zu beteiligen!

So gelangen Sie zur deutschen Ansicht der Umfrage:

* Nachdem Sie dem direkten Link zur Umfrage gefolgt sind, öffnet sich diese zunächst in englischer Sprache. Um die Umfrage auf Deutsch anzuzeigen, klicken Sie bitte auf der rechten Bildschirmseite im Bereich “Languages” auf den Link “Deutsch”. PM DJV/SE

Beitragsbild: Der fragwürdige Aufruf auf der Internetseite naturealert.eu, Copyright: Nature Alert

Ein Gedanke zu „Wie man Umfragen manipuliert…

  1. Markus

    Das wird ja automatisch übermittelt. Daher sollte es doch auch Möglich sein, diese automatischen Eintragungen rauszufiltern. Genau das sollte die EU auch tun, den das ist einfach nur Betrug und mehr nicht.

    Antworten

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