Wie man einen Bärenangriff überlebt

Die New York Times hat einen (weiteren) instruktiven Ratgeber-Artikel veröffentlicht, der sich dem Thema widmet, wie man eine Bärenbegegnung überlebt. Das ist in vielen Gegenden Amerikas, in beliebten Nationalparks und Trails durchaus ein Thema von einiger Relevanz – und wer weiß, vielleicht ja auch bald bei uns. Die Informationen in dem Beitrag “How to Survive a Bear Encounter” von Malia Wollan stammen von John Hechtel, einem pensionierten Wildbiologen, der sich 40 Jahre im Dienst der Fisch- und Wildbehörde Alaskas mit Bären beschäftigt hat (ein Qualifikationsniveau, von dem etliche hiesige “Experten” nur träumen können…).

Biologen, sagt Hechtel, unterteilen Bärenbegegnungen grob in zwei Arten: Defensive und nicht-defensive. Bei den defensiven möchte der Bär einen Angriff auf sich, seine Nahrung oder seine Jungen abwehren. Defensive Bären wirken erregt, scharren mit den Pfoten, brüllen und / oder speicheln. Der nicht-defensive Bär will dich fressen. Er wirkt besonnen und selbstbewusst, aufdringlich, aggressiv und zielstrebig (“pushy”). Entscheidend sei im Fall einer Begegnung, zwischen defensiven und nicht-defensiven Bären zu unterscheiden.

Steht man einem nicht-defensiven Bären gegenüber, so müsse man um sein Leben kämpfen, mit allem, was zur Hand ist: Steine, Knüppel, Messer. Man solle auf Gesicht und Ohren zielen.

Einen defensiven Bären müsse man überzeugen, dass man keine Gefahr darstellt: Die Hände über den Kopf heben und langsam hin und her winken. Ihn mit ruhiger und fester Stimme ansprechen. Nicht wie Beute wirken, also nicht schreien, um sich schlagen, wegrennen.

Greift der nicht-defensive Bär dennoch an, so sei die beste Taktik, sich bäuchlings flach auf den Boden zu legen, um die empfindliche Vorderseite des Körpers und die Eingeweide zu schützen. Hände im Nacken verschränken. Dreht der Bär einen um, soll man sich zurück auf den Bauch rollen.

Leider merkten sich die Leute immer nur die Sache mit dem Flach-Hinlegen, klagt Hechtel: Bei einem Bärenangriff in Alaska warf sich eine junge Frau auf den Boden und blieb vollkommen reglos liegen, als der Schwarzbär bereits ihr Bein durchzukauen begann. Aus diesem Vorfall hat Wildbiologe Hechtel einen einprägsamen Merksatz abgeleitet: Wenn der Bär dich isst, stell dich nicht tot. (“If a bear is eating you,’” he says, “don’t play dead.” SE

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

2 Gedanken zu „Wie man einen Bärenangriff überlebt

  1. Ronbi

    Das ist sehr beruhigend. Besonders mit der Meldung von Bärenangriffen aus dem Trentino. Wie machen das die Schweden und Finnen? Bald für den Waldspaziergang einen Kanister Pfefferspray?

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    1. admin Beitragsautor

      Keine Panik: “Leute, die einem Bären über den Weg laufen, wissen normalerweise nicht, was zu tun ist”, sagt Hechtel, “und trotzdem kommen sie meistens ungeschoren davon.” (‘‘People who have run-ins with bears generally don’t know what they’re doing,’’ Hechtel says. ‘‘And they still come out O.K. most of the time.’’)

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