Wie der Nabu EU-Politik macht

SpiegelOnline berichtet heute über die Luxemburg-Steueraffäre. In dem Beitrag heißt es: “Seit Monaten versucht das EU-Parlament herauszufinden, wie Luxemburg und andere EU-Staaten jahrelang internationale Großkonzerne mit Steuervorteilen angelockt haben. Doch die Ermittlungen des “Taxe”-Sonderausschuss gerieten zur Farce: Die EU-Kommission und der Europäische Rat verweigern entscheidende Dokumente, mit teils abenteuerlichen Begründungen.” Auch die Konzernvertreter der sauberen Firmen, die mit den windigen Konstruktionen Milliardenbeträge an Steuern gespart haben, weigern sich kurzerhand, vor den Parlamentariern auszusagen – eine Rechtsgrundlage, deren Aussage zu erzwingen, gibt es nicht…

Ein schönes Beispiel für die Machenschaften der Lobbyisten in Brüssel und ein Lehrstück über die Machtlosigkeit des EU-Parlaments, der einzigen durch Wahlen demokratisch legitimierten EU-Institution. Ein anderes Beispiel für das Treiben der Lobbyisten liefert der Nabu. Zur heute anstehenden Entscheidung der EU-Kommission zur Einfuhr von Löwentrophäen aus Tansania und Sambia in die EU hat der international agierende Arm des “Nabu International – Foundation for Nature” einen Input an Entscheidungsträger herumgesandt. Absender ist Dr. Barbara Maas, Head of International Species Conservation bei Nabu International. Die “überzeugte Vegetarierin” gilt als militante Tierrechtlerin.

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Die ersten beiden Seiten von Dr. Maas versandten “Information”.

In dem vierseitigen Pamphlet müht sich Dr. Maas nach Kräften, der Trophäenjagd jede Berechtigung abzusprechen und ihrer Argumentation durch einseitige Auswahl (pseudo)wissenschaftlicher Quellen das Gepräge wissenschaftlicher Fundiertheit zu verleihen.

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Seite 3 und 4 des Nabu-Pamphlets.

Mindestens ebenso aufschlussreich wie das Pamphlet selbst ist der offen versandte Email-Verteiler (vielen Dank dafür!), der die Mail-Accounts von über 200 Entscheidern in internationalen Gremien und wohlgesonnenen Medienvertretern enthält. Geschickt auch das Timing: Versandt kurz vor der anstehenden Entscheidung, so dass Andersdenkenden kaum Zeit für fundierte Entgegnungen bleibt. Dabei ist hinreichend bekannt, wie sich die Jagdverbote in den betroffenen afrikanischen Ländern wirklich ausgewirkt haben: So sind in Kenia nach dem Jagdverbot die Bestände an Großwild um zwei Drittel eingebrochen. SE

Beitragsbild: Kopf des im Beitrag zitierten Nabu-Schreibens.

 

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