Wertvolle Argumentationshilfe: IUCN-Broschüre zur Trophäenjagd

Jagdverbote “sind ein kurzsichtiges Instrument, das die Gefahr birgt, den Nutzen sowohl für den Naturschutz als auch für  die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zu untergraben, wodurch die eigentliche, große Bedrohung durch Lebensraumverlust und Wilderei verschärft und gar nicht erst angegangen wird”, heißt es in einem Informationsschreiben der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Die Broschüre der IUCN liegt nun auch auf Deutsch vor und ist eine wertvolle Argumentationshilfe für den Umgang mit verunsicherten oder durch unseriöse Berichterstattung zum Thema Trophäenjagd aufgebrachten Mitbürgern. Fanatische Jagdgegner werden die Lektüre wohl verweigern, aber wer Sachargumenten gegenüber noch aufgeschlossen ist, findet hier wertvolle Aufklärung zu häufigen Missverständnissen. Die Broschüre beleuchtet den Hintergrund, also die Situation vieler Wildtiere, denen vor allem durch Bevölkerungswachstum und Habitatverluste Gefahr droht. Durchaus kritisch wird hinterfragt, welche Rolle die Trophäenjagd für den Artenschutz spielen kann und könnte.

Grundsätzliche Fragen – was ist eigentlich Trophäenjagd, ist Trophäenjagd gleich Gatterjagd, ist das alles nicht illegal – werden kenntnisreich und wohltuend sachlich erläutert. In einem Anhang werden gut dokumentierte Fallbeispiele vorgestellt, anhand derer gezeigt wird, wie Trophäenjagd dem Artenschutz dienen kann. Die Informationsbroschüre der IUCN wäre geeignet, die oftmals äußerst emotional geführte Diskussion um die Trophäenjagd sowie um Import- und Jagdverbote zu versachlichen – wenn sie denn die verdiente Beachtung fände. SE

Beitragsbild: “Informationsschreiben über Entscheidungen die Trophäenjagd betreffend” der IUCN (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser Chris für den nachdrücklichen Hinweis auf die Broschüre in seinem Kommentar unter dem Beitrag “DJV/CIC: “Jagd refinanziert Nashornschutz

2 Gedanken zu „Wertvolle Argumentationshilfe: IUCN-Broschüre zur Trophäenjagd

  1. Klaus Geselle

    Welch ein Schildbürgerstreich dem Rotwild will man weitere Einschränkungen der Bewegungen machen die für den Wolf sicher besser geeignet wären. Wer sind wir um nach Gutdünken in die Natur einzugreifen? Lernen wir nie aus unseren Fehlern der Vergangenheit?

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