Weltressourceninstitut: Bioenergie ist ein Irrweg

Das World Resources Institute (Weltressourceninstitut, WRI), eine unabhängige “Umwelt-Denkfabrik” (Wikipedia) mit Sitz in Washington D.C. kritisiert in einer aktuellen Studie die zunehmende Verarbeitung von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Anbauprodukten zu Treibstoffen. Westliche Regierungen hätten in puncto Bioenergie zahlreiche Fehlentscheidungen getroffen und sollten diese Strategie überdenken, empfiehlt das WRI. Pflanzenmaterial in Treibstoff oder Elektrizität umzuwandeln sei derart ineffizient, dass es unwahrscheinlich sei, auf diese Weise jemals einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten zu können. Landwirtschaftliche Anbauflächen der Energiepflanzengewinnung zu widmen, erschwere eine nachhaltige Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Schon heute verteuert der Anbau nachwachsender Rohstoffe die Grundnahrungsmittel ausgerechnet in einigen der ärmsten Länder. Bis 2050 sei eine bedrohliche Verschärfung dieses Trends zu erwarten, wenn nicht umgesteuert werde. Der Beitrag nachwachsender Rohstoffe zur Senkung des CO2-Ausstoßes wird nach Ansicht des WRI überschätzt und beruht zum großen Teil auf einem Missverständnis: Da die Energiepflanzen ohnehin angebaut werden würden – eben zur Erzeugung von Futter- oder Nahrungsmitteln, wenn sie nicht zur Energieerzeugung genutzt würden – sei es nicht statthaft, das durch ihren Anbau der Atmosphäre entzogene Kohlendioxid als eingesparte Emission zu veranschlagen. Es gebe durchaus sinnvolle Formen der Nutzung nachwachsender Rohstoffe, etwa wenn Pflanzenreste oder Sägespäne zur Energiegewinnung genutzt würden – deren Potenzial sei jedoch begrenzt. SE

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