Weidmannsheil: Ramponierter Recke

Eine ungewöhnliche Trophäe hat Jawina-Leser Peter Luchs (Name geändert, Red.) gestreckt: Er saß Ende Oktober zeitig – schon abends um sechs – draußen in seinem Brandenburger Revier, als aus der Naturverjüngung hinter ihm – von Pilzsuchern aufgeschreckt – ein Hirsch trat und in 50 Meter Entfernung verhoffte. Luchs sah gleich, dass er nur eine Stange hatte und griff zum Glas: Deutlich war zu sehen, dass nicht nur die Stange, sondern auch der Rosenstock fehlte. Da gab es nichts zu überlegen: Hegeabschuss. Vorsichtig griff der Jäger zur Büchse.

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Einstangenhirsch, AK 4. Fotos: privat

Es gelang ihm, die Büchse in Anschlag zu bringen, ohne von dem Hirsch bemerkt zu werden. Nur schießen konnte er nicht, weil der Rothirsch spitz von vorn zu ihm stand. Doch dann äugte der Hirsch nach hinten in Richtung der Naturverjüngung, aus der er gerade vertrieben worden war. Der Träger war frei, Luchs ließ fliegen – das Stück lag im Feuer.

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Eine blutige Wunde klafft, wo die fehlende Stange thronte.

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In der Wunde haben sich schon Maden breit gemacht.

Als der Erleger an das Stück herantrat, traute er seinen Augen kaum: Dort, wo die Stange fehlte, prangte eine große blutige Wunde, in der sich schon Maden breit gemacht hatten. Beim Präparieren des Schädels wurde klar, welche Gewalt hier gewirkt haben muss: Die Geweihstange war mit einem großen Stück Schädelknochen aus dem Haupt gerissen worden sein, vermutlich bei einem Rivalenkampf während der Brunft.

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Rohe Gewalt: Die Verletzung ist vermutlich die Folge eines Rivalenkampfs in der Brunft.

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Das Bild des teilpräparierten Schädels verdeutlicht, was für brutale Kräfte hier gewirkt haben müssen.

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Präparierter Einstangenhirsch.

Das beste kommt aber noch: “Ich muss versuchen, die andere Stange zu finden”, nahm sich der Erleger vor. Ein Unterfangen, dass in seinem persönlichen Umfeld allgemein als aussichtslos belächelt wurde. Doch schon wenige Tage später war es soweit: Luchs ging bei einer Drückjagd im selben Revierteil durch, als einer der Treiber eine Abwurfstange fand. Sie eindeutig zuzuordnen fiel leicht, schließlich haftete noch der halbe Schädelknochen daran… Die Stange und auch die ausgesplitterten Knochen passten wie ein fehlendes Puzzlestück, so dass Peter Luchs sich nun über eine wirklich ungewöhnliche Trophäe freuen kann. Jawina wünscht Weidmannsheil!

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Wieder vereint: Einstangenhirsch und die fehlende Stange.

Jawina dankt für die Fotos!

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