Weidmannsheil! Brandenburger Jäger erlegen zehn Biber

Erstmals seit Inkrafttreten der Brandenburger Biber-Verordnung im Mai 2015 haben Jäger im Landkreis Märkisch-Oderland zehn zum Abschuss freigegebene Biber erlegt. Biber haben sich in Brandenburg wieder stark ausgebreitet und sind an vielen Gewässern heimisch. Die possierlichen Nager richten durch das Unterwühlen von Deichen, Straßen und Bahngleisen, das Aufstauen von Gewässern und die daraus resultierende Flutung landwirtschaftlicher Flächen und das Annagen und Fällen auch starker Bäume gravierende Schäden an. Wenn die Schäden untragbar werden, ist nach der Biber-Verordnung auch die “Entnahme” von Tieren vorgesehen. Bei der jetzt zu vermeldenden Jagd-Premiere auf Meister Bockert hatte der Gewässer- und Deichverband die Weidmänner beauftragt.

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Von Bibern geringelte Bäume im Spreewald. Foto: SE

JAWINA wünscht den erfolgreichen Erlegern Weidmannsheil! Gern würden wir erfahren, wie die erfolgreichen Schützen ihre Biber verwerten: Schließlich ist bald Ostern und damit traditionell Biber-Saison, denn der mit Schuppen besetzte Biberschwanz galt früher als Fastenspeise und große Delikatesse. Kleiner Tipp: Wer ein wenig googelt findet schmackhaft klingende Rezepte nicht nur für pochierten Biberschweif, sondern auch Zubereitungsmethoden für den ganzen Biber (gebraten, gedünstet, am Spieß) sowie für Biberschlegel (mit Speck und Trüffeln) oder Biberpratzen. Guten Appetit! Auch das seidige und dichte Fell lässt sich hervorragend zu Mützen oder Kragenbesätzen verarbeiten. SE

Beitragsbild: Notdürftig reparierter Biberschaden am Oderdeich. Foto: SE

4 Gedanken zu „Weidmannsheil! Brandenburger Jäger erlegen zehn Biber

  1. biberfreund

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die MENSCHLICHE DUMMHEIT, aber beim Universum bin ich mir noch nicht so ganz sicher. (Albert Einstein)

    Die Tiere leben hier schon seit 15 Mio Jahren, da gab es den Homo Sapiens noch gar nicht und dessen Vorfahren saßen noch auf den Bäumen. Manche haben sich seit dem weiter entwickelt manche nicht.

    Der Biber ist der größte Glücksfall für Mensch, Fauna und Flora in Deutschland in den letzten 40 Jahren. Sie klären die überdüngten Gewässer, betreiben kostenlosen Hochwasserschutz für uns, schaffen Lebensräume in denen sich wieder streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten ansiedeln.

    Jede zweite Tier- und Pflanzenart ist in Deutschland auf der roten Liste, d.h. also vom Aussterben bedroht. Der Biber ist der größte Naturschützer, seine Arbeit für Fauna und Flora absolut unbezahlbar. So profitieren hunderte Tier- und Pflanzenarten nachweislich von den Lebensräumen die der Biber wieder neu erschafft, das ist Fakt und von der Wissenschaft zweifelsfrei nachgewiesen. Aus diesem Grunde geht es beim Schutz des Bibers nicht nur um den Schutz dieser Tierart selbst sondern vor allen Dingen um den Schutz des Lebensraumes der von Bibern geschaffen wird und somit auch um den Schutz von unzähligen Tier- und Pflanzenarten die davon profitieren.

    Jeder Bibergegner der den Abschuss von Bibern fordert stellt sich somit gegen den Schutz und Erhalt von z.B. Eisvogel, Schwarzstorch, Fischotter, Amphibien, Reptilien, Fischen und zahllosen anderen Tier- und Pflanzenarten. Ja selbst gegen den Hochwasserschutz den die Biber durch die Verlangsamung des Wasserabflusses und somit gegen folgenträchtige Hochwasserspitzen kostenlos für uns betreibt!

    Erstaunlich, dass diejenigen immer am lautesten Jammern die am wenigsten Ahnung haben. Die einzige Plage weit und breit sind Menschen. Eine “Hexenjagd” wie im Mittelalter, basierend auf Propaganda, Un- und Halbwissen, unglaublich was hier veröffentlicht wird. Was für eine Polemik! Die Profitgier soll hier über geltende Gesetze gestellt werden? Absolut unglaublich und das im 21. Jahrhundert! Wie kann man nur so viel blinden Hass auf ein Tier haben entgegen jeglicher rationaler Grundlage, dass ist doch absolut krankhaft (dieses Krankheitsbild nennt man übrigens “biberphob”) !

    Es ist schon erstaunlich, unsere Landwirtschaft zerstört unsere Umwelt in noch nie da gewesenem Maße, jede zweite Tierart ist vom Aussterben bedroht, dann wird wird alles daran gesetzt die Milchseen und Butterberge noch größer zu machen, die Gülle wird im Wochenrythmus auf die Felder gefahren, danach kommen Würmer senkrecht aus dem Erdreich und sterben, das Grundwasser stinkt ( unser Grundwasser gehört zu dem schlechtesten in der ganzen EU), die Düngemittelverodnung ist immer noch nicht richtig umgesetzt, auf den Feldern wird alles tot gespritzt, eine Blumen mehr, keine Insekten mehr als Nahrung für die Vögel, den Kindern wird beigebracht nicht mit dem Essen zu spielen, am Sonntag geht man brav in die Kirche und dann werden Lebensmittel wie Mais oder Weizen werden um “Kohle” zu machen in die Biogasanlage gefahren, so läuft das in einer KRANKHAFT SUBVENTIONSABHÄNGIGEN AGRARINDUSTRIE! Die restlichen Lobbyistenverbände wie Teich- und Forstwirte tun Ihr übriges dazu. Wie man im 21. Jahrhundert nur rückständig sein kann ist mir ein Rätsel. Aber eigentlich geht es ja nur um “Kohl” und Entschädigungen, darauf lässt sich das alles Reduzieren.

    Noch ein wenig Nachhilfe für die Biberphobe:
    Biber ernähren sich von 160 verschiedenen Kräutern, Gräsern und Weichgehölzen. Diese unterliegen nicht der forstwirtschaftlichen Nutzung, somit entsteht auch kein finanzieller Schaden. Biber lichten die Uferbestände auf und sorgen so für mehr Artenvielfalt. Sogar der Hochwasserschutz wird verbessert, die überdüngten Gewässer geklärt. Die Fortpflanzungs-, Nahrungs- und Lebensbedingungen werden verbessert, es gibt mehr junge Fische, höhere Fischpopulationen, mehr Insekten, Pflanzen, Säugetiere, Vögel & Co. alles mit einheimischen Studien zweifelsfrei nachgewiesen. Somit mehr Totholzbestände, Baumhöhlen und auch Fledermäuse, mehr junge Fische und mehr Wasservögel und z.B. Eisvögel und auch Fischotter, die wiederrum auch Biberbaue und Biberröhren nutzen! Das ist keine Polemik, sonder die wissenschaftlich belegte Wahrheit, welche übrigens völlig unstrittig ist. Jemand der über die Biologie, Lebensweise und den Nutzen der Biber für Mensch, Fauna und Flora nichts weiß sollte sich auch ehrlich gesagt nicht darüber auslassen. Wenn doch wird nur die eigene Unwissenheit zu diesen Themen offen gelegt. Biber sind ein absoluter Glücksfall für uns und unsere Umwelt! Die Schadensfälle werden geregelt und finanziell ausgeglichen, Biber sogar abgefangen und getötet also wo ist das Problem? Blinder Hass? Oder ein “Schaden” von 0.036€ pro bayrischem Staatsbürger und Jahr für die doch so “enormen bayrischen Biberschäden”! Wie kann man als aufgeklärter Bürger im 21. Jahrhundert nur so viel Hass gegen diese Tiere haben, der jeglicher rationalen Grundlage entbehrt. Das ist ja schlimmer als im Mittelalter mit der “Hexenjagd”!

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    1. admin Beitragsautor

      Ihr Kommentar verdeutlicht auf exemplarische Weise, warum Diskussionen mit einer gewissen Sorte von militanten Naturfreunden so unersprießlich wie unergiebig sind:
      1) Sie vertreten eine Meinung, die so gut oder so schlecht ist, wie jede beliebige andere Meinung auch. Das sollten Sie wissen, denn dieses Wissen – das Anerkenntnis der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der Diskutanten – ist die Voraussetzung für jede Diskussion. Sie aber erklären in ihren Einleitungssätzen jeden Andersdenkenden erst einmal für dumm, unwissend, ahnungslos, unterentwickelt, charakterlich minderwertig – das könnte auf Sie zurückfallen. Wer so unmanierlich und flegelhaft auftritt, hat kein Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung – und bekommt auch keine. Allerdings scheint das Bedürfnis nach Pöbeleien, sich aufschaukelnden Beschimpfungsorgien und dergleichen ohnehin stärker ausgeprägt zu sein, als das Interesse an sachlichen Auseinandersetzungen, wie div. Internetforen zur Genüge zeigen.
      2) Sie halten sich offenbar für sehr schlau, scheitern aber bereits an den leicht zu erlernenden Regeln zur Interpunktion.
      3) Wer mit angeblich “wissenschaftlich belegten Wahrheiten” argumentiert, die überdies “völlig unstrittig” seien, ist entweder ein Lügner oder jemand, der ganz ohne Rücksicht auf die Wahrheit andere zu seiner Ansicht zwangsbekehren will. Oder beides. Das gilt umso mehr, wenn die Belege für die angeblich belegten Wahrheiten vorenthalten werden.
      Das ganze Gerede von angeblich “zweifelsfrei nachgewiesenen” wissenschaftlichen Wahrheiten offenbart ein tiefes Unverständnis des Wesens empirischer Wissenschaften, wie es zum Beispiel die Biologie ist. Zweifelsfrei bewiesen sind nur die Axiome der reinen Mathematik. Jede andere Erkenntnis ist als These aufzufassen, die nur solange als gültig angesehen wird (und das meist auch nur von einer Partei der oft heftig zerstrittenen wissenschaftlichen Gemeinde), bis einer eine schlüssigere These formuliert. Das gilt für alle empirischen Erkenntnisse, noch in weit größerem Maß aber für die Interpretation dieser empirischen Erkenntnisse.
      4) Sie unterstellen jedem, der eine Regulierung der Biberbestände befürwortet (neben weiteren wenig schmeichelhaften Epitheta) “Hass” auf den Biber. Nicht könnte unzutreffender sein – wir lieben den Biber! Als schmucke Biberfellmütze, gebraten mit Pfifferlingen oder mit Kastanien gefüllt im Ofen gebacken: Volle Zustimmung, so wird der Biber zum Glücksfall. Anders ausgedrückt: Es gibt mehr als genug Biber, an jedem Bach, Fluss, Tümpel und Kanal in Brandenburg hausen ganze Biberfamilien und nagen alles kurz und klein. Was spricht dagegen, ein paar davon zu ernten und einer sinnvollen und Freude spendenden Verwertung zuzuführen?
      5) Was aus ihrer Sicht gegen eine nachhaltige Bewirtschaftung der Biberbestände spricht, geht aus Ihren Zeilen deutlich genug hervor: Ihr Menschenhass – der Mensch als Plage, als einzige Plage weit und breit gar, der folglich zu dezimieren und zu bekämpfen und aus der als heilig verklärten guten Natur fernzuhalten ist mit Zäunen und Gesetzen und Verboten, und wer weiß, womit eines Tages noch.
      Alle, die ihrer pseudoreligiösen Naturverehrung entgegenstehen, vor allem die Naturnutzer – also absurderweise genau diejenigen Menschen, die der natürlichen Lebensweise unserer Gattung noch am nächsten stehen – Bauern, Jäger, Forst- und Teichwirte, werden nicht nur als rückständig, irrational, dumm hingestellt, nein, sogar als “absolut krankhaft” – und da klingt dann auch schon die Euthanasie als einzig mögliche Heilung dieser Entarteten recht deutlich durch, nicht wahr, Biberfreund? SE

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  2. biberfreund

    Der Biber ist das mit am besten erforschte Säugetier in der westlichen Welt, es gibt hierzu sehr viele wissenschaftliche Arbeiten, national und international. Sich dieses Wissen anzueignen sind aber Hol- und keine Bringpflichten. Selbstverständlich steht es jedem frei das zu glauben oder zu ignorieren, aber letztlich ist das eine Diskussion wie im Mittelalter auf dem Niveau ob die Erde eine Scheibe ist oder nicht.

    Es werden die Interessen einiger weniger Personengruppen wider besseren Wissens über das der allgemeinen Bevölkerung sowie der Fauna und Flora gestellt, das prangere ich auch zurecht an. Man kann meine fachliche Kenntnis gerne in Zweifel stellen aber ich habe schon mehr Zeit mit den Tieren (insbesondere Bibern) und in der freien Natur verbracht wie alle meine Kritiker. Daher weiß ich wovon ich rede. Auch die Jagd stellt für mich prinzipiell kein Problem dar, ich esse auch selber Wild und bin mit der Jagd groß geworden, trage übrigens keine selbstgestrickten Pulli oder Birkenstock. Übrigens habe ich schon mehr internationale wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht wie Sie glauben.

    Aber es gibt eben solche und solche Jäger. Die wenigsten betreiben echte Hege und Pflege, den meisten geht es schlichtweg um die Trophäen und darum den “Finger krumm” zu machen. Leider ist dies die Mehrheit, das erlebe und beobachte ich nahezu täglich. Aus dem o.g. Artikel geht klar hervor worum es geht, die Trophäe und den Biberbraten. Es verwundert mich daher nicht dass es sich diesen Leuten nicht erschließt worum es hier eigentlich wirklich geht, nämlich dass unzählige vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten (v.a. durch die Landwirtschaft verursacht) sich wieder in den von Bibern renaturierten Gebieten ansiedeln. Es geht also nicht nur um den Biber, sondern um deutlich mehr. Im Übrigen nimmt die Anzahl der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten seit den 80ern um jede Dekade um 10% zu. Wenn Sie Ihren Nachkommen nur noch einen “Scherbenhaufen” hinterlassen wollen, machen Sie nur so weiter, von überdurchschnittlicher Intelligenz zeugt das jedoch nicht.

    Im Übrigen sind die Land-, Forst- und Teichwirte hautpsächlich die Verursacher von unserem heimischen Artensterben, von ” natürlichen Lebensweise unserer Gattung noch am nächsten stehen” kann hier nun wirklich keine Rede sein und nur weil man irgendetwas das Fell über die Ohren zieht ist das auch kein Beweis dafür!

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    1. admin Beitragsautor

      Wenn Sie die international renommierte Koryphäe sind, die Sie zu sein behaupten, dann wäre es m.E. angebracht, wenn Sie hier, wie in der Wissenschaft allgemein üblich, unter Ihrem Klarnamen publizieren würden, anstatt anonym und auf Unterschichten-TV-Niveau (auf das Sie sich vermutlich nur zwecks Wahrung des Inkognito als eine Art Mimikry begeben) zu polemisieren. Sie sind herzlich eingeladen, die JAWINA-Leserschaft von ihrem stupenden Fachwissen profitieren zu lassen, indem Sie – honorarfrei natürlich, es geht ja um die gute Sache – einen Fachartikel zum Thema Biber veröffentlichen. Dies setzte aber voraus, dass dieser unsere strengen redaktionellen Richtlinien erfüllt – ob Ihnen das gelingt, kann und muss nach dem, was Sie hier bisher vorgetragen haben, jedoch bezweifelt werden.
      So möchte ich Sie bitten, künftig wissenschaftliche Mindeststandards einzuhalten und – sollten Sie sich noch einmal auf “wissenschaftliche Arbeiten” berufen, durch die etwas “zweifelsfrei bewiesen” sein soll – Titel und Autoren sowie Erscheinungsjahr und -ort der Studie anzugeben, damit wir diese einer kritischen Würdigung (Peer Review, Sie wissen schon) unterziehen können.
      Sparen können Sie sich auch Ihre Ausfälle gegen Jagd und Jäger, die genauso unbewiesen und unbelegt – folglich unberechtigt – sind, wie der Rest Ihrer Ausführungen. Das Schöne an der Jagerei ist ja, dass selbst ein Jäger, der sich einen Scheiß um “Hege und Pflege” schert, immer noch eine wichtigere ökologische Funktion erfüllt und überdies mehr Zeit in der Natur verbringt und mehr über sie weiß, als der gemeine Großstädter, der seine angebliche Naturverbundenheit beim Betrachten von Tierfilmen vor dem Fernseher in seiner Etagenwohnung im 4. Stock auslebt.
      Wie ich bereits ausführte, ist es nicht zielführend, wenn Sie jedem Andersdenkenden geistige Zurückgebliebenheit und “Hass auf den Biber” unterstellen. Niemand bestreitet den ökologischen Nutzen des Bibers, niemand will ihn ausrotten, er soll nach Herzenslust renaturieren und wiedervernässen – aber eben nicht völlig ungeachtet der teilweise gravierenden Folgeschäden und folglich nicht flächendeckend. Damit noch ein bisschen Fläche für die Forst- und Land- und Teichwirte übrigbleibt. Das entspricht übrigens auch vollumfänglich den Interessen der allgemeinen Bevölkerung: Die möchte nämlich auch weiterhin bezahlbare Lebensmittel (die werden vom Landwirt erzeugt, falls Ihnen dieser Zusammenhang nicht bewusst war) oder im Baumarkt ihres Vertrauens Konstruktionsvollholz (aus nachhaltiger heimischer Forstwirtschaft) für den neuen Carport kaufen können. Wer das bestreitet, hat – um mich einmal Ihres argumentativen Lieblingsmusters zu bedienen – einen IQ im niedrigen einstelligen Bereich und unterentwickelt ausgeprägte Genitalien. SE

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