Wegen Foto von aufgebrochenem Hirsch: Vegetarier zeigt Jagdmagazin an

Ein militanter Vegetarier und Jagdgegner hat das Schweizer Jagdmagazin “Bündner Jäger” angezeigt, weil darin “in bedrückender Regelmässigkeit Darstellungen von Gewaltverherrlichung oder -verharmlosung” gezeigt und “das Grausame sowie Unmenschliche eines Vorgangs in verletzender Weise dargestellt” würden. So zitiert das Schweizer Onlineportal 20minuten aus einer Pressemitteilung der “Interessengemeinschaft Wild beim Wild”, hinter der nach Angaben von 20minuten der radikale Tierschützer Carl Sonnthal stecke. Anlass für die Anzeige sind Bilder in einer Ausgabe des Bündner Jägers, die einen Jäger beim Aufbrechen einer Hirschkuh zeigen. Sonnthal habe “wegen Verdachts auf organisierte Gewaltdarstellung und Verletzung der Würde von Tieren” Strafanzeige bei der Bündner Staatsanwaltschaft eingereicht, heißt es weiter.

Der Präsident des Bündner kantonalen Patentjägerverbandes, Robert Brunold, erklärte gegenüber der Zeitung “Südostschweiz”, dass es in dem Bericht Im Bündner Jäger um das Thema «Respekt vor dem Tier – vom Verwerter zur Wegwerfgesellschaft» gegangen sei. Es sei “nur ehrlich, wenn man zeige, wie ein Tier ausgeweidet werde.” Man sehe dieser Anzeige mit Gelassenheit entgegen, erklärte Brunold. Der verantwortliche Redakteur des Bündner Jägers sagte gegenüber dem Bündner Tageblatt (zitiert gem. 20minuten), dass man “mit den gewählten Bildern das Thema realitätsnah dokumentieren” wollte. Das Ausweiden eines Tiers sei “integraler Bestandteil der Jagd”, weshalb es “für ein Fachmagazin sicherlich adressatengerecht sei”, diese Verichtung zu dokumentieren. Wenn man dies nicht mehr zeigen dürfe, habe die Gesellschaft ein Problem.

Auch in Deutschland sind Anzeigen von sogenannten radikalen Tierschutzorganisationen gegen Jäger an der Tagesordnung. So wurden in jüngster Vergangenheit Teilnehmer und Veranstalter von Drückjagden und Raubwildjagden angezeigt. Es stellt sich die Frage, ob die Inanspruchnahme der Justiz zu Propagandazwecken – und um nichts anderes handelt es sich, wenn offensichtlich legale Tätigkeiten skandalisiert und zur Anzeige gebracht werden – nicht ihrerseits geahndet (zum Beispiel zumindest durch einen saftigen Kostenbescheid) und möglichst unterbunden werden sollten. Das Mindeste sollte es sein, Propagandaanzeigen regelmäßig zum Anlass zu nehmen, die vorgebliche Gemeinnützigkeit der dahinter steckenden Organisationen einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen. SE

Beitragsbild: Nichts Gewaltverherrlichendes dabei: Jäger beim Aufbrechen eines Elchs. Foto: SE

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