Wegen Fellwechsel: Peta stellt Antrag auf Prüfung der Gemeinnützigkeit des Deutschen Jagdverbands

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Ist schon wieder 1. April? Die militante Tierrechtsorganisation Peta will der Gemeinnützigkeit des Deutschen Jagdverbands (DJV) überprüfen lassen. Zur Begründung heißt es in einer Pressemitteilung von Peta: “Der Deutsche Jagdverband (DJV) vermarktet Pelz von in Deutschland getöteten Wildtieren und hat dafür ein eigenes Unternehmen gegründet. Peta bewertet die Verwendung steuerbegünstigter Vereinsgelder zur Förderung einer privatwirtschaftlich arbeitenden und damit Gewinne erwirtschaftenden GmbH als eine nach der Abgabenordnung für einen gemeinnützigen Verein schädliche Betätigung. Daher hat die Tierrechtsorganisation nun beim für den DJV zuständigen Finanzamt Berlin Mitte/Tiergarten den Antrag gestellt, die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit des Vereins zu überprüfen.


„Das Steuerrecht enthält eine eindeutige Aussage zur Beschaffung von Mitteln für eine steuerpflichtige Körperschaft des privaten Rechts wie der Fellwechsel GmbH durch eine steuerbegünstigte Körperschaft wie einen gemeinnützigen Verein: Es handelt sich dabei um eine steuerlich schädliche Betätigung, da die Fellwechsel GmbH selbst keine gemeinnützige GmbH ist“, so Dr. Christian Arleth, Rechtsanwalt bei Peta. „Eine solche Förderung muss zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Deutschen Jagdverbands führen.“

Der DJV hat 2016 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg die Fellwechsel GmbH gegründet. Sie verarbeitet und vermarktet Felle nachhaltig erlegter Wildtiere. Um Felle aus ganz Deutschland einzusammeln, habe der DJV für die Fellwechsel GmbH aus steuerbegünstigten Vereinsmitteln eine deutschlandweite Infrastruktur mit aufgebaut, so Peta weiter. Diese bestehe hauptsächlich aus Gefriertruhen an Sammelpunkten, in die Jäger erschossene Wildtiere legen sollen. In Rastatt, Baden-Württemberg, habe der DJV ein Grundstück gepachtet – mitsamt Containern für tierische Überreste, Büro- und Kühlräumen für die dorthin von den Sammelstellen in ganz Deutschland gebrachten Felle sowie einer Abbalgstation, also einer Anlage zum Abziehen der Felle. Laut dem Geschäftsführer des baden-württembergischen Landesjagdverbands, Erhard Jauch, beliefen sich die Investitionskosten des DJV hierfür auf 250.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für den Betrieb sowie das Personal.

Die Gemeinnützigkeit von Peta ist hochgradig umstritten, im Juni 2018 den Antrag der FDP-Fraktion, der Organisation die Gemeinnütztigkeit zu entziehen. Auch die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hatte im Zusammenhang mit Stalleinbrüchen dafür plädiert, Peta die Gemeinnützigkeit “im Zweifel abzuerkennen.” Die Verwendung von Spendenmitteln durch Peta gilt der Stiftung Warentest zufolge in den Punkten “Transparenz” sowie “Organisation und Kontrolle” als “unzureichend”. Die Organisation arbeite “unwirtschaftlich”, so Stiftung Warentest.

Eine Stellungnahme des DJV steht noch aus. PM/SE

Beitragsbild: Selbst erlegt: Pelze einheimischer Wildtiere aus nachhaltiger und weidgerechter Bejagung sind eine wertvolle nachwachsende Ressource und fördern die Artenvielfalt. Foto: SE

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