Waidmanns Dank: Zu Guttenberg freut sich über NABU-Dinosaurier

Der Nabu hatte AGDW-Präsident Philipp zu Guttenberg kürzlich den „Dinosaurier des Jahres 2015“ verliehen. Der AGDW-Präsident kontert: „Als ein Vertreter der nachhaltigen […] Forstwirtschaft, der Ökonomie und Ökologie tagtäglich miteinander verknüpft, fühle ich mich tatsächlich schon fast als aussterbende Spezies.“

Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland e.V.) hat dem Präsidenten der AGDW (Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände), Philipp zu Guttenberg, Ende Dezember den „Dinosaurier des Jahres 2015“ verliehen. Der AGDW-Präsident hat sich sehr über diese Überraschung gefreut, die es bereits seit 1993 gibt: „Waidmanns Dank“, sagte zu Guttenberg, „als ein Vertreter der nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft, der Ökonomie und Ökologie tagtäglich miteinander verknüpft, fühle ich mich tatsächlich schon fast als aussterbende Spezies.“

Zu Guttenberg hatte den Präsidenten des NABU, Olaf Tschimpke, zum Empfang der Waldeigentümer 2016 eingeladen, damit er dort zeitnah den Dinosaurier entgegennehmen könne. Tschimpke allerdings hatte abgesagt, ein Stellvertreter ließ sich nicht finden. Der Empfang findet am kommenden Donnerstag, 14. Januar, zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin statt.

Die von Olaf Tschimpke geäußerte Kritik, die Waldeigentümer würden sich zu sehr auf den ökonomischen Nutzen des Waldes konzentrieren, weist zu Guttenberg zurück. Die dritte Bundeswaldinventur bescheinige dem Wald in Deutschland einen guten und stabilen Zustand und mache deutlich, dass die nachhaltige Forstwirtschaft seit über 300 Jahren für die Vitalität des Waldes sorgt. „In diesem Falle bin ich gern ein Dinosaurier“, sagte zu Guttenberg, „denn als Waldbesitzer sind wir gleichzeitig Natur- und Umweltschützer, weil wir uns seit Generationen dem Wald verbunden fühlen, mit dem Wald leben und diesen an unsere Kinder weitergeben wollen.“

Die Forstwirtschaft in Deutschland schaffe es, Ökonomie und Ökologie zu vereinen, auch weil sie den intelligenten Rohstoff schlechthin produziere: Holz. „Kein Rohstoff ist nachhaltiger, ökologischer und vielseitiger als Holz“, sagte zu Guttenberg. Dieser werde in Deutschland allerdings zu wenig eingesetzt, obgleich Holz einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende leiste. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung und der Rohstoff Holz seien die Basis für eine Dekarbonisierung der Wirtschaft. „Diese einfache Tatsache entgeht dem Präsidenten des Naturschutzbundes, weil ihm seine ideologischen Scheuklappen die Sicht versperren“, so der AGDW-Präsident.

Zu Guttenberg möchte die Gespräche mit dem NABU sehr gerne fortsetzen und freut sich auf den Austausch von Positionen in diesem neuen Jahr. „So weit liegen wir nicht auseinander. Unser gemeinsamer Nenner ist: Wir fühlen uns dem Wald verbunden. Wir wollen ihn für die nächsten Generationen erhalten.“ PM DJV

Beitragsbild: Ursprung der Nachhaltigkeit und Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie: Die Forstwirtschaft. (Quelle: Rolfes/DJV)

3 Gedanken zu „Waidmanns Dank: Zu Guttenberg freut sich über NABU-Dinosaurier

  1. Peter

    Da hat doch zu Guttenberg dem NABU gegenüber richtig gehandelt – und Feige ist der NABU-Vorsitzende ( einschl. seiner Vertreter ) nach dazu. Diese Leute möchten doch gerne über andere Leute Eigentum bestimmen und möglichst viele Verbote in ihrem Sinne mit ihren Verbündeten erlassen. Hoffentlich gehen den Bürgern bald die Augen auf!!!
    Zu diesem und anderen Artikel möchten doch viele Leser Kommentare schreiben, denn auf die Tagespresse und das Fernsehn kann man sich in der heutigen Zeit nicht immer verlassen, wenn es um solche Themen geht.

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    1. Hans-Dieter Pfannenstiel

      Man sollte etwas differenzierter urteilen, wenn es um den Deutschen Wald geht. Die Waldbesitzerlobby hat teilweise schon abenteuerliche Vorstellungen zum Wald, der eigentlich ein Ökosystem sein sollte, allen voran Herr von Rotenhan. Wald vor Wild heißt da die Parole. Der NABU schießt aber auch weit über das Ziel hinaus, wenn vom “Waldsterben von unten” die Rede ist, womit gemeint ist, Rehe und Hirsche fressen den Wald auf. Die Wahrheit liegt in der Mitte und da soll sie auch bleiben. Waldfläche und stehender Holzvorrat haben in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Es kann also keine Rede davon sein, dass der Wald vom Wild aufgefressen wird. Genauso wenig darf sich ein Holzacker ohne Wild, wie er manchen Leuten vorschwebt, Wald nennen. Ökologie hat Ernst Haeckel 1866 den Haushalt in der Natur genannt. Und damit hat er alle Wechselwirkungen zwischen Tieren, Pflanzen und unbelebter Umwelt gemeint! Ökologie im Wald ohne Tiere geht nicht, und der Mensch braucht Holz aus dem Wald. Lässt sich denn da wirklich kein vernünftiger Kompromiss finden?

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  2. Jochen

    Ich habe jetzt aktuell gerade auch gelernt, bzw. lernen müssen, das Ansitzdrückjagden jetzt beim
    Landesforst Brandenburg ” Waldschutzjagden ” heißen.

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