Von Sperlingshunden und Katzen in Säcken

Eine Entgegnung auf die Stellungnahme des VH-Vorsitzenden Jürgen Schlüter zum Jawina-Bericht über den Rauswurf der deutschen Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB.

Eigentlich ist mir meine Zeit zu schade, um mich mit Hundevereinsfunktionären herumzustreiten. Doch die Stellungnahme, die der Vorsitzende des Vereins Hirschmanns (VH), Jürgen Schlüter, als Reaktion auf den Jawina-Bericht über den Rauswurf der deutschen Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB verfasst hat, kann nicht unwidersprochen bleiben. Nicht weil das weitschweifige, selbstgefällige, dabei sterbenslangweilige und mit persönlichen Angriffen gespickte Pamphlet besondere Aufmerksamkeit verdient hätte – sondern weil es ein selten verlogenes und heuchlerisches Machwerk darstellt.

Das fängt damit an, dass Schlüter seine Stellungnahme nicht etwa an den eigentlichen Adressaten, die Jawina-Redaktion, richtet, sondern an den Landesjagdverband Brandenburg (LJVB), der auf seiner Facebook-Seite auf den Jawina-Beitrag hingewiesen hat. Schlüter bat den LJVB laut Begleitmail, seine Stellungnahme an uns weiterzuleiten. Er könne das selbst nicht tun, denn er sei krank. Da fragt man sich natürlich, was das für eine komische Krankheit ist, die es dem Herrn Schlüter zwar ermöglicht, mit dem LJVB zu kommunizieren (gewissermaßen auf einer Ebene, von Verband zu Verband…), nicht aber mit der Jawina-Redaktion… Arrogantiasis?

Schlüter behauptet (er hat die Veröffentlichung seiner Stellungnahme nicht autorisiert, weshalb hier nur daraus zitiert werden kann), in dem Jawina-Beitrag werde „behauptet, schlecht recherchiert und verunglimpft“. Das ist unzutreffend. Eine Person medial zu verunglimpfen stellt einen Straftatbestand dar und kann zudem zivilrechtlich mit Schadensersatzklagen und bußgeldbewehrten Unterlassungsverfügungen geahndet werden. Hätten wir schlecht recherchiert und falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt, so hätten Betroffene ein Recht auf Veröffentlichung einer Gegendarstellung. Aber statt dergleichen zu fordern, haben die angeblich Verunglimpften nicht einmal die eigentliche Tatsachenbehauptung – dass der Rauswurf der deutschen Mitglieder auf Betreiben der deutschen Vereine erfolgte – klar dementiert, weder der KBGS-Vorsitzende Scherr, noch der VH-Vorsitzende Schlüter. Die Vorgehensweise der beteiligten Verbände einer kritischen Wertung zu unterziehen, fällt in der Bereich des grundgesetzlich geschützten Rechts auf freie Meinungsäußerung. Es ist keine Verunglimpfung, anderer Meinung zu sein als Herr Schlüter.

Schlüter behauptet, er habe „nie von Jawina einen Brief, eine Mail, ein Fax oder eine anderweitige Anfrage mit der Aufforderung zu einer Stellungnahme bekommen […].“ Komisch. Wie das Bildschirmfoto meines Mailprogramms zeigt, wurde die Mail an Scherr und Schlüter am 15.7.2015 gesendet. Es gab keine Fehlermeldung oder dergleichen. Herr Scherr hat die Mail beantwortet, Herr Schlüter nicht. Es mag vorkommen, dass eine E-Mail ohne Fehlermeldung im digitalen Nirvana verschwindet. Wie wahrscheinlich das ist, möge jeder selbst entscheiden.

Hirschmann_Mail

Mail vom 15.07. an Scherr und Schlüter.

Schlüter „vermutet stark“, dass, da er „zwischenzeitlich Pensionär“ sei, die „gewählten Kommunikationsverbindungen zum Zeitpunkt der Anfrage […] nicht mehr existierten.“ Das ist unzutreffend. Die Anfrage erging an die offizielle, auf der offiziellen Seite des Vereins Hirschmann publizierte E-Mail-Adresse, die zum Zeitpunkt der Verfertigung dieser Replik dort immer noch angegeben ist. Eine weitere, spätere Mail an dieselbe Adresse mit einer Nachfrage zum Beitrag „CMKCHB-Skandal – Warum die Deutschen gehen mussten” wurde von Schlüter umgehend beantwortet.

Katze im Sack

In zehn durchnummerierten Absätzen geht Schlüter dann auf diverse Sachverhalte ein. Versuchen wir, es kurz zu machen: Im ersten Absatz umreißt er Aufgaben und Selbstverständnis des VH.

Im zweiten verteidigt er die Aufnahmeprozedur, nach der ein Bewerber für die Aufnahme in den VH zwei Bürgen benötigt, „die ihn gut kennen sollten.“ Jeder Bürge muss überdies „mindestens drei Mitgliedsjahre im VH nachweisen.“ Niemand, so Schlüter, kaufe heute mehr die Katze im Sack. Es wird Herrn Schlüter erstaunen zu vernehmen, dass nicht nur diverse andere Kleintierzuchtvereine, sondern auch Verbände, die gesellschaftlich weitaus bedeutendere Aufgaben wahrnehmen, vom ADAC bis Amnesty International, Beitragswillige einfach so aufnehmen, auf bloße Abgabe eines Mitgliedsantrags hin. Die kaufen alle die Katze im Sack – und fahren gut damit. Stellt sich die Frage, warum es beim VH so viel exklusiver zugehen muss – die Geschichte mit der Katze im Sack überzeugt jedenfalls nicht.
Der lange Rest des zweiten Paragraphen ist Schlüters Lieblingsthema gewidmet: Der Konkurrenz in Form anderer Hundevereine, insbesondere des SHVD und ihrer Bekämpfung. Ersparen wir uns das.

Bedarfsdeckung und genetischer Flaschenhals

Als nächstes arbeitet sich Schlüter am Vorwurf „restriktiver Zuchtpolitik“ab, indem er kontert, der VH züchte jährlich ca. 70 Welpen: “Damit decken wir unseren Bedarf.” Das ist nach dem oben Gesagten natürlich ein Witz: Erst verkleinert man durch alberne Aufnahmerituale willkürlich die Zahl der Interessenten und macht daran dann den angeblichen Eigenbedarf fest.
Abgesehen davon, dass es dem Vernehmen nach oft nur 20 bis 30 Welpen im Jahr sind, und die Steigerung der Welpenzahl in den letzten Jahren nach Auffassung außenstehender Beobachter bereits eine Reaktion auf die zunehmende Konkurrenz darstellt: Es ist vollkommen absurd, hier von „Bedarfsdeckung zu reden. „Kaum muss ein Welpenbewerber länger als zwölf Monate auf seinen Welpen warten“, schreibt Schlüter. Für einen Hundeführer, der einen Hund im besten Alter führt und sich überlegt, so langsam einen Nachfolger anzuschaffen, mag eine zwölfmonatige Wartezeit zu verschmerzen sein. Aber was bedeutet dieselbe Frist für einen Nachsuchenführer, dessen Hund auf der Hetze überfahren, von einem Wildschwein tödlich geschlagen oder von einer Krankheit dahingerafft wurde?

Dem Vernehmen nach haben auch bereits engagierte Nachsuchenführer den VH verlassen und bei der Konkurrenz Aufnahme gefunden, weil der VH nicht in der Lage war, in angemessener Frist einen Welpen zu vermitteln. Und würden denn wirklich Jahr für Jahr hunderte (!) Welpenkäufer zwischen 1000 und 1400 Euro für eine „Schwarzzucht“ zahlen – also das doppelte des offiziellen Welpenpreises von 700 Euro –  wenn der VH den Bedarf an Welpen auch nur annähernd decken würde?

Überdies: 70 Welpen – das sind zehn Würfe im Jahr. Viele davon aus Kreuzungen nah verwandter Eltern, von einer kleinen Zahl leistungsstarker Rüden abstammend. Man muss kein Populationsgenetiker sein, um zu verstehen, was man einer kleinen Rasse mit weltweit nur einigen tausend Individuen antut, wenn man sie willkürlich durch diesen genetischen Flaschenhals zwingt. Um einer genetischen Verarmung vorzubeugen bzw. diese zu bekämpfen wäre es wünschenswert, weit mehr Hunde zu züchten. Selbst wenn dann der eine oder andere bei Hobby-Nachsuchern oder auf dem Sofa landet – das ist weit weniger bedenklich als genetische Degeneration.

Borniertheit

Im vierten Absatz zum Thema „restriktive Welpenvergabepolitik“ sondert Schlüter zunächst einige schöngeistige Ergüsse ab („Mit Schönheit erlösen sie kein krankes Stück Wild…“), die eher wenig mit dem Thema zu tun haben, während er im dritten Teil („restriktive Zuchtpolitik“) ein schönes Beispiel für selbige (und seine grotesken Schachtelsätze) gibt: „Der Nachfrager bei der Messe Jagd & Hund in Dortmund, mit einem 150 ha großen Hochwildrevier im Sauerland, der für sich und seine von ihm verursachten Anschüsse dringend einen Hannoverschen Schweißhund kaufen möchte und auf meine Frage, wie viele Anschüsse er denn im Jahr zu kontrollieren hätte, antwortet, vier bis sechs, braucht keinen Schweißhund.“
Zack. Wieder einer abgefertigt. Was, nur 150 Hektar? Womöglich noch nicht mal eine Eigenjagd? So einer braucht keinen Schweißhund, verdient keinen. Der braucht überhaupt keinen Hund. Soll er doch einen kommen lassen, für seine paar Anschusskontrollen.

Es mag ja sein, dass so einer keinen (Schweiß)hund braucht. Vielleicht braucht er auch kein Auto. Ist doch nahverkehrstechnisch gut erschlossen, das Sauerland, soll er halt mit der Tram ins Revier fahren. Die Frage ist, ob ein Herr Schlüter entscheiden soll, was der Mann braucht, oder ob er das nicht selber kann. Das Traurige an dieser Anmaßung ist, dass damit die Chance vertan ist, dass einer mit seinen Aufgaben wächst, dass sich herumspricht, dass da einer einen guten Hund hat und aus den vier bis sechs viel mehr Nachsuchen werden. Ob es dem Renommee des VH wirklich dienlich ist, wenn da ein weiterer Weidmann am Jägerstammtisch von der Borniertheit der Hirschmänner Zeugnis ablegt, darf bezweifelt werden.

Unterstellungen

Im fünften Absatz seiner Ausführungen legt uns Schlüter etwas in den Mund (Jawina meint…“), was wir nie gesagt haben und widerlegt das dann – eine rhetorische Figur, deren Seriosität heute in so hohem Maß in Zweifel gezogen wird, dass nicht einmal drittklassige Journalisten sie noch unbefangen nutzen. Er bezieht sich auf die im Jawina-Beitrag geäußerte Bemerkung, dass die rigorose Mitglieder-Auswahlprozedur des VH nicht dazu führt, dass die Hunde ausschließlich in die Hände von Nachuchenführern gelangen, die die Hunde wirklich auslasten, denn laut vereinseigener Statistik gibt es etliche Schweißhundeführer, „die mit jungen und mittelalten Hunden nur eine Handvoll Nachsuchen im Jahr durchführen. Wir meinen nicht, „dass diese Führer „es nicht bringen“ oder die „Hunde in den falschen Händen sind“, wie Schlüter uns fälschlich unterstellt. Es geht und ging uns auch nie darum, die Leistung der Hunde oder Hundeführer des einen oder anderen Vereins pauschal abzuwerten. Es gibt in jedem Verein gute und weniger gute – es wäre nur schön, wenn VH und KBGS das fairerweise auch anerkennen würden und ihre Konkurrenten nicht mit Intrigen, übler Nachrede und formaljuristischen Winkelzügen bekämpfen würden.

Kynologischer Rassismus

Einen unerfreulichen Tiefpunkt erreichen Schlüters Ausführungen im 6. Abschnitt, „Negative Entwicklung durch Hunde (-importe) unbekannter Herkunft“ überschrieben. Darin sieht der „Verein Hirschmann und seine auf hohe Leistung für Nachsuchen auf Hochwild spezialisierte Rasse „Hannoverscher Schweißhund (Deutscher Schweißhund)“ [sic!]““ sich „zunehmend mit importierten Hunden seiner [!] Rasse „unbekannter Herkunft“ konfrontiert. Hunde aus Osteuropa würden importiert und in Westeuropa „vermarktet“. Dieser „inakzeptablen Entwicklung“ müsse „Einhalt geboten“ werden, „weil sie die Rasse Hannoverscher Schweißhund (Deutscher Schweißhund) in Gefahr bringt.“

Das schreibt der Mann wirklich. Und weiter: „Die Gefahr, die wir sehen, ist eine genetische Einflussnahme auf die Rasse in vornehmlich osteuropäischen Ländern.“ Es tut mir leid, aber das kann man nur noch als peinliche Entgleisung bezeichnen: Das kostbare Blut des Deutschen Schweißhundes, bedroht durch „genetische Einflussnahme“ minderwertiger, ausgerechnet osteuropäischer Importe. In welchem Paralleluniversum lebt der Mann, dass er sich traut, solche Sätze hinzuschreiben!

Schlüters blamable Ausführungen belegen nicht nur eine erstaunliche Unkenntnis genetischer Grundlagen, seine kruden Ideen scheinen der Eugenik näher zu stehen als der Genetik. Absolut indiskutabel. Eigentlich müsste jemand, dem das Zuchtgeschehen einer zahlenmäßig kleinen Population wie dem HS am Herzen liegt, die durch den Wegfall des Eisernen Vorhangs ermöglichte Vergrößerung der Genpools doch freudigst begrüßen. Erstaunlich, dass sich die osteuropäischen Zuchtverbände nicht entschieden gegen jegliche Einflussnahme eines Vereins zur Wehr setzen, der ihre Zuchtprodukte derart pauschal als minderwertig abqualifiziert.

Im siebten Abschnitt widmet sich Schlüter wieder dem, was anscheinend seine Lieblinsgtätigkeit ist: Der Agitation gegen Konkurrenzverbände und -züchter, die freilich keine Züchter, sondern bloß „Hundevermehrer“ sind. Wohlfeile Entrüstung darüber, dass ein Schweißhundwelpe dort „mehr als das Doppelte des VH-Welpenpreises“ kostet, kein Fünkchen Einsicht oder Selbstkritik ob der Tatsache, dass der VH diese Entwicklung mit seiner Politik fördert.

Tierschutzgerechte Nachsuche nur mit “JGHV-Sperlingshund” auf der Ahnentafel

Lustig wird es dann wieder in Abschnitt 8 („Unsere wirkliche Sorge“). Die wirkliche Sorge des VH ist anscheinend, dass Hunde ohne „JGHV-Sperlingshund“ auf der Ahnentafel nachsuchen könnten: „Hinsichtlich der meist kreisinternen Brauchbarkeitsprüfungen mit dem Fach „Schweiß“ dürfen nach unserer Auffassung nur Hunde, deren Papiere den JGHV-Sperlingshund tragen, zugelassen werden. Alles andere entspricht nicht dem Tierschutzgedanken, der hinter der Nachsuchenarbeit steht.“

Das ist zwar überaus erheiternd, aber wenn Sie das wirklich ernst meinen sollten, Herr Schlüter, muss ich Ihnen widersprechen: Es ist dem nachgesuchten Stück herzlich egal, es hat aber auch gar nichts mit dem Tierschutzgedanken zu tun, ob ein Hund mit oder ohne „JGHV-Sperlingshund“ nachsucht. Der Hund muss zur Nachsuche geeignet und körperlich in der Lage sein, was in einer amtlichen Brauchbarkeitsprüfung unter Beweis zu stellen ist. Alles andere, die Rasse, die Papiere, ob Mischling oder Reinzucht – ist völlig egal.

Das ist kein Argument gegen die verantwortliche Zucht von Jagdgebrauchshunden. Wer einen Gebrauchshund mit bestimmten Eigenschaften benötigt, wird in der Regel einen Rassehund oder eine Gebrauchskreuzung wählen, weil es viel wahrscheinlicher ist, dass diese relativ zuverlässig die gewünschten und erforderlichen Eigenschaften mitbringen werden, als dies bei einem Mischling der Fall ist. Es gibt aber kein Argument dagegen (außer Eigeninteresse der Züchter und Zuchtverbände) einem talentierten Mischling oder papierlosen Hund, der seine Befähigung in einer Brauchbarkeitsprüfung nachgewiesen hat, die Arbeitserlaubnis zu verweigern.

Der tschechische Skandal

Nach einer Abschweifung im 9. Abschnitt über den ISHV kommt Schlüter unter 10. „Der tschechische Skandal – eine unausweichliche Notwendigkeit“ endlich auf das eigentliche Thema zu versprechen. Natürlich verteidigt Schlüter den Rauswurf der Deutschen: „Es ist wie überall – wer mitspielen will, muss die Spielregeln einhalten. Tut er das nicht, gibt es die Gelbe Karte. Ist Einsicht abwesend, gibt es in der Folge zwangsläufig die Rote Karte.“ Und da „beim CMKCHB offensichtliche Deutsche Mitglied waren, die nicht auch dem VH oder dem KBGS angehörten“ und, wie Schlüter „mal ganz stark vermutet“, ihre osteuropäischen Hunde „nicht nur bei der Nachsuche, sondern auch zur Zucht eingesetzt haben“ – sprich: den deutschen Monopolvereinen Konkurrenz gemacht haben – musste man „aktiv werden und konsequent handeln.“

Jawina “konstruiere” da „Druck von VH und KBGS“, schreibt Schlüter: Doch man werde sich „auch in Zukunft nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Schweißhundevereins einmischen.“ Wie sich diese Behauptung mit dem Schreiben des Zuchtleiters des VH, Winfried Wagner, an den CMKCHB-Vorsitzenden Zdenek Havlicek vom 16.4.2015 und dem damit dokumentierten Vorgang verträgt, möge der geneigte Leser selbst entscheiden. SE

Beitragsbild: DK und HS. Copyright: SE

14 Gedanken zu „Von Sperlingshunden und Katzen in Säcken

  1. Hundsrück

    Also zu den Hirschmännern kann ich nichts sagen, zum Klub für die Bayerischen Gebirgsschweisshunde schon, da bin ich nämlich Mitglied.

    Beim KBGS sind viele gute Leute, soviel ist sicher. Auch viele tolle Nachsuchenführer. Aber bei weitem nicht alle Mitglieder sind Nachsuchenprofis, das muss man auch sagen. Eine ganze Reihe Mitglieder macht ganz wenig Nachsuchen, und gar nicht mal so wenige machen gar keine. Oft aus Altersgründen.

    Und es ging in den letzten Jahren erschreckend oft überhaupt nicht um die Hunde. Sondern um Posten und Macht. Da haben sich die verschiedenen Fraktionen bekämpft, dass es nicht mehr schön war. Da wurde gelogen, geheuchelt, plump Wahlkampf betrieben.

    Dass jeder einen Welpen bekommt, stimmt beim KBGS schon irgendwie. Wie lang man warten muss ist halt die Frage. Und ob man einen Welpen bekommt vom Eltern, die einem gefallen, von Formwert und Wesen her. Die meisten Welpen gehen unter der Hand weg, und zwar lang bevor sie in irgendwelchen Verpaarungslisten auftauchen. Da ist ganz wichtig, wer wen kennt und wie lange schon. Die Folge ist, dass die als erste einen Welpen kriegen, die die besten Verbindungen haben (was natürlich ganz oft die langjährigen Mitglieder sind), und nicht die, die am dringendsten einen brauchen.

    Da habe ich schon Männer heuelen sehen, weil es bei ihnen nichts wurde mit dem Wunschwelpen, oder erst ein Jahr später.

    Noch was zur Behauptung, dass jeder seinen Hund bekommt und der Klub also genau den Bedarf erfüll: Hunde bekommen ja nur Mitglieder. Und alle, die man nicht aufgenommen hat, die geben ja deswegen ihren Wunsch nicht auf, die holen sich ihren Hund halt woanders.

    Der Klub ist inzwischen etwas offener gegenüber neuen Mitgliedern, auch jungen und weiblichen. Aber echt nur etwas. Da müßte sich schon noch viel tun. Die jungen sind es schliesslich die die meisten Nachsuchen machen und damit die Fackel weitertragen.

    Ich kenne eine Reihe von guten Nachsuchenführern, die der Klub nicht aufgenommen hat, warum auch immer.

    Diese Engstirnigkeit kann man auch gegenüber Hunden sehen. Was aus dem Osten kommt (und der beginnt mit Österreich), taugt in den Augen der Funktionäre nichts. Die BGS haben eine ganz enge Zuchtbasis, genau wie Jawina schreibt, aber all die Hunde aus Polen und so, die kommen in Deutschland nie bei der Zucht zum Einsatz, das ist ein krasses deutschnationales Denken, genau wie bei Schlüter.

    Noch was: Würde man das mit der reinen Leistungszucht wirklich Ernst nehmen müßte man nicht nur mit Ost-Hunden züchten, sondern auch mit so manchem Hund von den so arg gehaßten Nicht-KBGS-Züchtern.

    Der beste Nachsuchenhund, den ich kenne, ist ein BGS-Rüde von Militzer.

    Euer Hundsrück

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    1. Konrad Kreitmair

      Hundsrück
      Die Aussagen von Hundsrück (schade eigentlich, dass hier keine echten Namen genannt werden) ist zum Teil wahr und zum Teil ncht.

      Die Abgabe von Welpen werden immer noch vom Züchter entschieden. nicht vom Vereinsvorstand und nicht von der Zuchtleitung. Die Welpen werden nicht “unter der Hand” vergeben. Die Zuchtplanung ist bereits im November veröfentlicht worden. und meines Wissens bekommt die jeder, der sich angemeldet hat für einen Welpen. Ja und da ist es von Vorteil wenn man halt die Leute persönlich kennt. Und kennlernen tut man die nur, wenn man auf Veranstaltungen anwesend ist. und es gibt genügend Veranstaltugen an denee man teilnehmen kann, die sind auch für Nichtmitglieder offen. Allein KBGS hat mehr als 30 Veranstaltungen im Jahr, verteilt über Deutschland. Nachzulesen unter http://www.KBGS.de/termine, da kann jeder hingehen. Aber zur Erinnerung “so wie man in Wald hineinruft, so ruft dieser zurück”

      Der Einsatz von Zuchthunden aus “dem Osten” Der Schreiber hat ziemlich wenig Ahnung von der Zucht im KBGS, darf ich so sagen. Wenn er mal die Ahnentafeln genau studiert, dann wird er feststellen, dass in fast allen Verpaarungen tschechische, slowakische und österreichische Linien zu finden sind. Ich habe bisher 4 BGS im Einsatz gehabt und alle hatten wenigsten slowakische oder tschechische Elterntiere. Die müssen ja wohl zur Zucht verwendet worden sein. Und genau so ist es mit den tschechischen und österreicherischen Hunden. Wenn der Nachweis erbracht ist, dass die Hunde zuchttauglich sind, mit allen Vorgaben die zu erfüllen sind. dann ist es egal aus welchen Land der Hund kommt. Wir wollen einen Hund zur Nachsuche und da soll er auch, bitteschön, den Nachweis erbringen dass er keine Angst vor Sauen hat, und imstande ist Lesitung im Jagdeinsatz zu bringen. Das ist wohl die Grundvorraussetzug.
      Der beste Hund den ich kenne ……….” da soll doch mal der Schreiber reflektieren, wer diesen Hund führt. Wenn er ehrlich ist, dann ist es ziemlich sicher ein ausgezeichneter Nachsuchenführer, der viel Zeit in die Ausbildung des Hundes gesteckt hat und auch aktiv nachsucht. Genau so soll es doch sein.

      Mitgliederaufnahme: Wie wird so schön geschrieben, da hat sich schon eingies gebessert. Es wird immer so sein, dass es manchesmal unverstädnlich erscheint wenn jemand nicht aufgenommen wird. Und es wird auch nicht abzustreiten sein, dass es auch “Pfeiffen” in jedem Verein gibt. das kann man eben nicht vermeiden. Auch nicht mit den strengsten Aufnahmekriterien.

      Verallgemeinerungen helfen nicht weiter, und Artikel ohne Namen zu schreiben ist zwar zeitgemäß, man kann auch sagen “modern”, aber auch feige. Jürgen Schlüter stellt sich dem und veröffentlicht unter seinem Namen.

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      1. Thomas Mütze

        Ich führe mit goßer Begeisterung und Engagement einen Hannoverschen Schweißhund . Mittlerweile meinen zweiten HS . Ich bin Mitglied im SHVD und auch ich fühle mich in diesem Verein sehr wohl .
        Ein kompetenter Verein in dem die Qualität der Hunde und die Nachsuchenarbeit an erster Stelle steht. Wesenstest im Schwarzwildgatter?? Pflicht! Nachweis für jagdliche Leistungsfähigkeit in Form einer Vorprüfung ? Pflicht! Formbewertung? Pflicht! HD-Gutachten? Pflicht!
        Es werden gerade mal um 40-50 Schweißhundewelpen pro Jahr im SHVD gezogen. Von Schwemme und Vermehrungszucht zu reden, ist da mehr als daneben. In jedem Verein bekommt ein Züchter Geld für den Aufwand der Welpenaufzucht . Schaut man sich im JGHV generell um, muss man nicht weit recherchieren, um zu erkennen, dass unter dem Zeichen des Sperlingshundes massiv Geld umgesetzt wird. Also was soll diese Art von Doppelmoral? Mir ist jedenfalls noch kein Vorstehhundebesitzer begegnet, der wegen Nichteinsetzbarkeit seines Hundes diffamiert wurde.
        Herr Kreitmayr, es kann sein, dass es bei BGS ein wenig anders aussieht wie bei HS. Da wurden nämlich seinerzeit im VH über 180 Hunde zuchtgesperrt die Ahnenreihen von tschechischen Hunden aufwiesen .Ein damals vielgepriesener, überall veröffentlichter Sachverhalt, der zeigen sollte, wie genau es der VH mit der Zucht nimmt. Heute denkt man da vielleicht anders drüber! Jedenfalls zeigt dieser jetzige Vorgang (Rausschmiss) dass man sich den Tschechen wieder annähern möchte. Natürlich nicht ganz uneigennützig, aber das wissen diejenigen, die etwas tiefer in die Materie sehen. Fakt ist auch, dass bis vor 5 Jahren beide Vereine VH und KBGS 1912 nicht genug Hunde zur Verfügung stellten! Die Welpenzahlen der Jahre 1990-2010 belegen das eindeutig-es herrschte Mangel im „Schweisshundemarkt“ genauso wie der Autor es beschreibt! Reagiert hat man erst als wirklich gute Leute zu Alternativen abwanderten oder gleich dahin gingen.
        Noch etwas zu ihrer Anmerkung der beste Hund den ich kenne……. NEIN Herr Kreitmeyr ! Sie meinen das nicht ernst , wenn sie schreiben- Genau so soll es doch sein! Sie meinen mit einem Schweißhund des ISHV!- soll es so sein. Denn was führte 2015 unter anderem zum Rausschmiss der Italiener aus dem ISHV ? Der Besitz eines HS aus sogenannter „Schwarzzucht“ durch den italienischen Zuchtwart. Mittlerweile oder war es eine Sache von Stunden hat man ja Leute gefunden, die wieder auf Linie laufen und einen neuen italienischen Verein gegründet haben. Dieser wurde ja auch sofort in den ISHV aufgenommen ergo ein Ruckzuck-Austausch von nationalen Vereinen Im ISHV ! War es nicht so?
        Oder das Führen der BGS-Hündin „JUDY von Militzers Meute“ von einem Mitglied des Ungarischen Schweißhundevereins auf einem internationalen Leistungsvergleich. Das sorgte doch bei den deutschen Vertretern für einen Eklat. Das durfte doch gar nicht sein. Eine „Schwarzzucht“ die womöglich auch noch Leistung zeigt !! Sogar der Präsident des Ungarischen Vereins war ungehalten, über die Reaktion der deutschen Vertreter bei dieser Veranstaltung wie ein nachfolgend von ihm verfasster Brief dokumentiert.
        Vielleicht geht es ihnen auch um gute Hundearbeit, aber ich unterstelle ihnen dann- Nur bei ausgewählten, Ihnen genehmen Hunden und Führern. Tierschutz ist aber nicht teilbar Herr Kreitmeyr und somit hat der Autor Recht!
        Weidmannsheil
        Thomas Mütze

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  2. Joachim Orbach

    Mit seinem Kommentar schreibt Herr Kreitmair Klartext, dem man nur Zustimmen kann, wenn man sich im Deutschen Jagdgebrauchshundwesen auskennt.

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  3. Christian Schäfer

    In jedem Verein gibt es Regeln und Satzungen an denen sich alle Mitglieder orientieren sollten, da sie demokraktisch von der Mehrheit der Mitglieder beschlossen wurden. Das gilt für den Verein Hirschmann, genauso wie für den Klub Bayerische Gebirgsschweißhunde und den Internationalen Schweisshundeverband und sicherlich auch für alle anderen existierenden Schweisshundevereine bzw. Vereine überhaupt. Ohne eine entsprechende Satzung kann kein Verein existieren. Ich habe mich als Mitglied und damit auch als Welpenbewerber an diesen Regeln zu orientieren und diese einzuhalten bzw. zu akzeptieren. Missfallen mir diese Regelungen und Satzungsinhalte, muss ich nicht Mitglied des Vereins werden. Mir sollte aber bewusst sein, dass die Mitglieder diese Regeln und Satzungsinhalte unterstützten und für richtig erachten. Das sollte auch so akzeptiert werden. Wenn demnach Umstände bekannt werden, dass beispielsweise ISHV- Hunde entgegen dieser Regeln, an den Vereinen und Ihren Zuchtwarten vorbei eingeführt und diese nicht satzungskonform vermehrt werden, muss es den Funktionären der jeweiligen Verbände erlaubt sein, vielmehr ist es ihre Pflicht, die Mitgliedsverbände im ISHV auf Verstösse hinzuweisen.

    Welche Konsequenzen der jeweilige Verband aus den genannten Vorgängen zieht, bleibt letztlich im Innenverhältnis ihm überlassen. Meines Wissens nach stehen KBGS und der Verein Hirschmann der Aufnahme der Deutschen Mitglieder die ihren Stammverein in Tschechien verloren haben, wohlwollend gegenüber. Was keiner der Vereine, einschließlich des Internationalen Schweihundeverbandes akzeptieren wird, sind Verstösse gegen Zuchtbestimmungen, Hundehandel, Satzungsinhalte oder Regularien die von der Mehrheit seiner Mitglieder getragen werden, da diese vereinsschädigend sind und damit auch eine Aufnahme Satzungskonform ausschliesen. Diese Regularien wurden entwickelt, um über Generationen gezüchtete, Leistungsstarke und gesunde Schweißhunde zu erhalten und zu bewahren. So sehen es zumindest die Mehrzahl der Mitglieder der etablierten, angesprochenen Vereine. Kaum einer dieser Mitglieder der genannten Verbände wird verhehlen, dass es auch in den genannten anderen Schweißhundeverbänden gute Hunde und deren Führer gibt. Diese neuen Verbände profitieren aber auch von der über Generationen betriebenen Leistungszucht des Vereins Hirschmann/KBGS, die früher wie heute streng von deren Zuchtwarten überwacht wird. Ein echter, erfahrerner Schweißhundeführer weiß, dass die Rasse ohnehin nicht entscheidend ist und die Qualität des Hundes mit der Leistungsfähigkeit und dem Engagement seines Hundeführers steht und fällt. Vor allem aber auch mit den Einsatzmöglichkeiten. Voraussetzung dafür sind allerdings angewölfte Anlagen und vor allem die Gesundheit. Diese muss überwacht werden und kann nicht Einzelnen überlassen bleiben, will man den Leistungsstand der Rasse aufrechterhalten. Im Übrigen auch ein Grund warum beide Vereine der kommerziellen, unkontrollierten Hundezucht eine klare Absage erteilen und die Welpenpreise unabhängig von Angebot und Nachfrage vorgeben. Hierzu bedarf es kompetenter Zuchtwarte, die strikt auf die genannten Kriterien achten und entsprechende Verpaarungen planen. Insofern ist dieser Bericht, wie er zum Teil hetzerisch dargestellt wird der Sache leistungsstarker, geprüfter und gesunder Hund nicht dienlich.

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  4. Anko

    “Wenn demnach Umstände bekannt werden, dass beispielsweise ISHV- Hunde entgegen dieser Regeln, an den Vereinen und Ihren Zuchtwarten vorbei eingeführt und diese nicht satzungskonform vermehrt werden ….” – heisst es in einem der obigen Kommentare.

    Zwei Vorwürfe, die sich leicht prüfen lassen sollten, aber hier eher als Mutmaßung in den Raum geworfen werden. Was sagen denn die aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCH exkommunierten deutschen Mitglieder dazu?

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  5. a Niederbayer

    Hallo zusammen
    ich finde es schade, dass sich die Zuchtvereine HS und BGS ( VH, KBGS, SHVD ev.) nicht zusammentun bzw. an einem Strick ziehen !!
    Eventuell profitieren ja alle beteiligten davon !!!!
    WH. a Niederbayer

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  6. Dieter Aff

    Mal ganz banal. Was sind das für Typen die sich in der Anonymität verstecken müssen um Ihre Meinung kund zu tun?? Da denkt man sich irgendwas aus, posaunt es in der Welt rum, man kann die Unwahrheit oder Wahrheit schreiben wie man lustig ist, es kann ja nix passieren, man schreibt ja anonym!!! Man kann ja Behauptungen aufstellen wie man lustig ist, die Gegenseite kann ja nicht Personenbezogen darauf reagieren. Wer auch nur ein kleines bisschen Rückgrat hat, macht das nicht anonym, sondern setzt wie sich das gehört seinen Namen drunter und steht zu seinem Wort. Mal ganz ehrlich??? Wer so wenig Anstand hat braucht gar keinen Schweißhund, der hat gar nicht den Charakter einen solchen Hund zu führen!!
    Es wird schon einen Grund haben warum der eine oder andere nicht aufgenommen wird, oder der eine oder andere keinen Hund bekommt.
    Jede Interessenvereinigung hat nun mal seine Spielregeln, und wenn ich da Mitglied werden und sein möchte, hab ich mich an diese Regeln zu halten!!! So einfach ist das.
    “Ich habe mehr Respekt vor jemandem der ehrlich die Faust gegen mich erhebt, …. als vor jemand der mir verlogen die Hand reicht.”
    In diesem Sinne

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  7. Norman Härtner

    Klub für Bayrische Gebirgsschweißhunde 1912 e.V. und Schweißhundeverein Deutschland e.V. gehören zusammen!

    Bereits am 29.12.2015 hatte ich als Führer einer jungen BGS Hündin slowakischer Abstammung bei JAWINA einen kurzen Kommentar zu der Thematik im Zusammenhang mit dem „Rausschmiss der Deutschen aus dem CMKCHB“ verfasst. In der Zwischenzeit hatte ich auch Gelegenheit die Antwort des Vorsitzenden des VH, Herrn Schlüter und sämtliche darauf bis heute bei JAWNIA veröffentlichten Kommentare zu lesen.

    Weidgenossen, wir dürfen nicht aufeinander schießen sondern müssen unsere Kräfte für eine gute Sache vereinen! Im Folgenden möchte ich deshalb versuchen die positiven Gedanken, die in jedem der Beiträge vorhanden sind, zu bündeln um daraus eine konstruktive Diskussionsgrundlage für die Lösung des Problems zu entwickeln.

    Unbestritten ist, dass sich die beiden Zuchtvereine KBGS und VH , jedoch auch der SHVD der ehemaligen DDR hohe Verdienste um die Zucht und weidgerechte Führung unserer beiden Schweißhunderassen erworben haben. Dies ist nur möglich gewesen durch hohen persönlichen Einsatz aller Verantwortlichen.
    Umso verantwortungsbewusster müssen wir heute mit dem Erbe aus mehr als 100 Jahren Schweißhundezucht unter anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umgehen.

    Es ist grundsätzlich falsch anzunehmen, dass durch reglementierte Maßnahmen bei Mitgliedschaft des Hundeführers und Welpenerwerb die Gesetze des Marktes ausgehebelt werden können. Allein die Nachfrage bestimmt den Preis einer Sache. Deshalb ist eine restriktive Aufnahme von interessierten Hundeführern nicht zielführend sondern diese werden regelrecht gezwungen, Alternativen zu suchen und damit die Schwarzzucht zu fördern.

    1. Eine kluge, zukunftsbasierte Mitgliedergewinnung sollte daher auf einer Öffnung für ALLE Interessierten bestehen.

    2. Eine breite Basis sowohl an zuchttauglichen Hunden, als auch an aktiven Mitgliedern ist eine Grundvoraussetzung für einen zukunftsfähigen Verein.

    3. In der Vereinssatzung, die jedes ordentliche Mitglied anerkennt, können nun ganz „nebenbei“ die wichtigsten Ziele, denen vorher durch restriktive Maßnahmen nur geschadet wurde, erreicht werden:

    Beispielsweise könnte festgelegt werden, dass der Verkaufspreis für einen Welpen pauschal 700 € beträgt, verbunden mit der Verpflichtung diesen Welpen innerhalb von 3 Jahren auf einer Vorprüfung vorzustellen. Durch diese Verfahrensweise würden gleich mehrere positive Effekte erzielt.

    a) Zum einen wäre der sogenannten Schwarzzucht sofort der Boden weitestgehend entzogen, denn wer zahlt schon 1.500 Euro, wenn er doch auch einen Welpen für 700 Euro haben kann.
    b) Gerade junge Menschen, die zu Beginn ihrer Hundeführerlaufbahn oft noch viel Geld für andere Dinge aufwenden müssen, könnten bestärkt werden im Verein Mitglied zu werden.
    c) Auf Grund der höheren Anzahl IM Verein nachgefragter Hunde steigt automatisch die Zuchtbasis im Laufe der Zeit an und der Zuchtwart kann das Zuchtgeschehen nach wirklich modernsten, wissenschaftlich begründeten Zuchtverfahren organisieren und muss nicht auf einer schmalen Basis mit grenzwertigen Maßnahmen operieren. Gleichzeitig wird der Markt für die Schwarzzucht weiter geschwächt da die Interessenten ihre Welpen zum Preis von 700 Euro relativ zeitnah erhalten. Selbst wenn doch einmal ein solcher Hund später durch sicher nicht ganz auszuschließende Umstände züchtet, ist es immer noch ein genetisch einwandfreier Hund!
    d) Insbesondere kann nun wirklich kontrolliert werden, dass nur Hunde mit nachweisbarem Nachsucheneinsatz zur Zucht Verwendung finden. Damit kann es dann schon einmal passieren, dass ein Hund mit 10 Nachsuchen pro Jahr nicht zur Zucht zugelassen wird, wenn die Mindestzahl z.B. für den Erstlingswurf einer Hündin mit 50 Suchen als absolute Zahl und ansonsten mit 30 Suchen pro Jahr festgelegt würde. Hier scheidet sich dann die Spreu vom Weizen, aber eben kontrolliert!

    4. Auch eine Beschränkung des Alters eines Hundeführers ist nicht konstruktiv. Mir sind mehrere Schweißhundeführer bekannt, die mit mehr als 70 Jahren noch topfit sind und mit 70-100 Nachsuchen pro Jahr Hervorragendes leisten. Gerade in einer Zeit in der viele Jägerinnen und Jäger mit Eintritt in das Rentenalter noch einmal richtig durchstarten, gibt es sicher manch erfahrenen Weidgenossen, der jetzt erst die Zeit hat, einen Schweißhund auszubilden und zu führen um sich so einen Jägertraum zu erfüllen. Warum soll diesen Menschen der Zugang verwehrt werden. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund!

    5. Die Einmischung der deutschen Vereine durch Zwangsmaßnahmen in andere Mitgliedsvereine des ISHV hat zu unterbleiben. Nur weil z.B. der tschechische CMKCHB angeblich Hunde nach Deutschland verkauft hat, diesen unter Druck zu setzen, seinen deutschen Mitgliedern zu kündigen, ist ein beschämendes Aushängeschild und zeugt von wirklicher, geistiger Armut und davon, dass hier die große Chance eines offenen Europa überhaupt nicht erkannt wurde. Die Chance besteht darin den ISHV für eine grenzübergreifende, wissenschaftsbasierte Zuchtkoordination aller Mitgliedsländer (auch der osteuropäischen) zu nutzen auf deren Grundlage die einzelnen Landeszuchtwarte dann handeln können. So ist ein stabiles, genetisch einwandfreies Zuchtfundament zu schaffen!

    6. Aus dem Vorangegangenen ergibt sich, dass es mehr als überfällig ist, dass sich der KBGS resp.VH und der SHVD nun endlich einmal zu gemeinsamen Handeln aufeinander zu bewegen und wenn nicht einen gemeinsamen Verein, sondern wenigstens gleiche Zuchtziele, gleiche Welpenpreise und ähnlichen Inhalt bezüglich der unter Pkt.1.bis5. vorgetragenen Satzungsinhalte vereinbaren. Auch ein Miteinander befreundeter Vereine dient der Sache!

    7. In den Augen der nichtjagenden Öffentlichkeit, insbesondere der Jagdgegner, bietet die derzeitige Situation Angriffspunkte für jagdfeindliche Argumente. Ein gemeinsamer Einigkeit nach außen tragender Verein, mitgliedsstark, deutschlandweit aktiv und zukunftsorientiert aufgestellt, sollte den Stolz der deutschen Schweißhundezucht versinnbildlichen!

    Zusammenfassung:

    Handeln ist dringend geboten! KBGH,VH und SHVD müssen dringend aufeinander zugehen um irreversible Schäden durch das Aufweichen der Rassestandards in Folge unkontrollierter Schwarzzucht zu vermeiden und die beiden Schweißhunderassen auf eine breite, genetisch einwandfreie Basis zu stellen.

    An die Vorsitzenden und Vorstände der besagten Vereine noch einmal der Appell: Reichen Sie sich die Hände und handeln Sie gemeinsam für unsere Schweißhunde.
    Die nachfolgenden Generationen werden es Ihnen danken!

    Mit Weidmannsheil und Ho Rüd ho!

    Norman Härtner

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Hervorragender Kommentar – sachlich, argumentativ, schlüssig, unvoreingenommen! Das ist genau die Diskussion, die ich anstoßen wollte. Vielen Dank an alle, die sich mit ihren Argumenten und Einschätzungen daran beteiligt haben. SE

      Antworten
  8. Joachim Orbach

    Sehr geehrter Herr Härtner,
    bekanntlich sind die beiden Zuchtvereine der Schweißhunderassen BGS und HS eigenständige Zuchtvereine die Mitglied des JGHV, des VDH,der FCI und des ISHV sind – was ja bekanntlich der SHVD nicht ist. Auch bekanntlich werden im SHVD beide Schweißhunderassen ( HS u. BGS ) gezüchtet. Wieso gehören da Ihrer Meinung nach der KBGS und der SHVD zusammen?

    Antworten
  9. Sascha Markus

    Zusammenschluss KGBS, VH, SHVD

    Seit nunmehr drei Jahren führe ich einen HS zu Nachsuchen für drei größere Forstbezirke, sowie
    Zahlreiche Eigenjagd und Pachtreviere in Sachsen.
    Gestern durfte ich die 66 Suche für dieses Jagdjahr erfolgreich abschließen.
    Im Rahmen der Drückjagden (28 in dieser Saison) treffe ich regelmäßig auf Gleichgesinnte Gespanne aus den Vereinen
    VH, KGBS, SHVD
    Bisher habe ich dabei nur positives erfahren dürfen, gegenseitige Achtung, Wertschätzung, Erfahrungsaustausch, oder gar die gegenseitige Übernahme von Suchen und Anschusskontrollen sind hierbei gängige Praxis.
    Unter diesen Gespannen welche gleiche Ziele verfolgen ist ein Zusammenschluss sowie freundschaftliches miteinander im Nachsuchenalltag derer, die vor Ort bedingungslose Basisarbeit
    leisten um weiteres Leiden schnellstmöglich zu beenden bereits erfolgt.
    Ebenso wurde in den vergangenen drei Jahren meine eigenen Vereinszugehörigkeit, Abstammung des Hundes oder Ähnliches bei beauftragten Nachsuchen und Anfragen nie hinterfragt.
    Beurteilt und vordergründig waren immer die Leistung und Einsatzbereitschaft des Gespannes.

    Es wäre der Schweißhunde und Nachsuchenpraxis dienlich und zukunftsorientiert wenn sich
    Dieses miteinander bis in die Reihen der Vorsitzenden und Funktionäre aller Beteiligten fortsetzen
    würde. Anstatt totalitär, engstirnig und mit zukunftsfremder Vereinspolitik das
    gemeinsame Potenzial der Schweißhunde und Nachsuchenarbeit versiegen zu lassen.

    Sascha Markus
    Gersdorf

    Antworten
  10. Norman Härtner

    Zusammenschluss von VH, KBGS und SHVD zu einem gemeinsamen Schweißhundeverein

    Sehr geehrter Herr Orbach,

    bei meinen Recherchen bin ich zunächst davon ausgegangen, dass auf Grund der Satzungen die Vereine KBGS und SVHD diese für eine Zusammschluß prätestinierter seien als beispielsweise VH und SVHD.
    Aber der Beitrag von Weidgenossen Sascha Markus bringt es auf den Punkt: eigentlich gehören alle drei Vereine zusammen!
    Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten und das Kernziel aller drei Vereine ist doch das Gleiche, nämlich der Bewahrung unserer beiden deutschen Schweißhunderassen als wertvolles Kulturgut auf Grundlage einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Zuchtauswahl und Vereinspolitik.
    Gesunde. leistungsfähige Schweißhunde zu führen und zu züchten, findet auch im Ausland immer mehr Beachtung. Dies sollte Stolz wecken für bisher Ereichtes aber auch Ansporn sein die Zeichen unserer Zeit nicht zu verschlafen.
    Eine kluge Vereinspolitik vorausgesetzt, werden Deutsche Schweißhunde immer Deutsche Schweißhunde bleiben und haben das Potential, das edle Ziel ihrer Urväter in die moderne Welt des 21.Jahrhunderts weit über Deutschlands Grenzen hinauszutragen.
    Dass viele Weidgenossen und Schweißhundeführer in der tagtäglichen Praxis diese Gemeinsamkeit schon leben, ist ein Zeichen dafür, dass wir damit auf einem richtigen Weg sind.

    Weidmannsheil!

    Norman Härtner

    Antworten
  11. Norman Härtner

    Zusammenschluss von VH, KBGS und SHVD zu einem gemeinsamen Schweißhundeverein

    Sehr geehrter Herr Orbach,

    bei meinen Recherchen bin ich zunächst davon ausgegangen, dass auf Grund der Satzungen die Vereine KBGS und SVHD diese für eine Zusammschluß prätestinierter seien als beispielsweise VH und SVHD.
    Aber der Beitrag von Weidgenossen Sascha Markus bringt es auf den Punkt: eigentlich gehören alle drei Vereine zusammen!
    Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten und das Kernziel aller drei Vereine ist doch das Gleiche, nämlich die Bewahrung unserer beiden deutschen Schweißhunderassen als wertvolles Kulturgut auf Grundlage einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Zuchtauswahl und Vereinspolitik.
    Gesunde. leistungsfähige Schweißhunde zu führen und zu züchten, findet auch im Ausland immer mehr Beachtung. Dies sollte Stolz wecken für bisher Erreichtes aber auch Ansporn sein, die Zeichen unserer Zeit nicht zu verschlafen.
    Eine kluge Vereinspolitik vorausgesetzt, werden Deutsche Schweißhunde immer Deutsche Schweißhunde bleiben und haben das Potential, das edle Ziel ihrer Urväter in die moderne Welt des 21.Jahrhunderts weit über Deutschlands Grenzen hinauszutragen.
    Dass viele Weidgenossen und Schweißhundeführer in der tagtäglichen Praxis diese Gemeinsamkeit schon leben, ist ein Zeichen dafür, dass wir damit auf einem richtigen Weg sind.

    Weidmannsheil!

    Norman Härtner

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