Vice-Interview mit DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald

Unter dem bescheuerten, aber vermutlich zielgruppenkonformen Titel, “10 Fragen an einen Jäger, die du dich niemals trauen würdest zu stellen” hat das Magazin Vice ein – trotzdem lesenswertes – Interview mit dem Pressesprecher und stellvertretenden Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbands (DJV) veröffentlicht. Es geht unter anderen um Macht über Leben und Tod, Hauskatzenabschuss, Mitleid, den Umgang mit Tierrechtlern und eklige Jagderlebnisse. “Ich habe einen Jäger interviewt und ziemlich viel über meine eigenen Vorurteile gelernt”, schreibt die Autorin Rebecca Baden auf Twitter. Für Jäger dürfte an dem Interview vor allem die sachliche, offen und ehrliche Art bemerkenswert sein, mit der Reinwald die Fragen beantwortet. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Interviews auf Vice (Screenshot)

Ein Gedanke zu „Vice-Interview mit DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald

  1. Ralf

    Offen und ehrlich- so hätte ich es auch gemacht.
    Der Grund, warum ich den Jägerlehrgang 1997 bei meiner Jägerschaft anfing war ein dreiläufiger Frischling, der sich mir abends stark schonend und wirklich bildlich gesehen quälend zeigte. Ein Gefühl der Ohnmacht. Ich saß als Schüler alleine auf einer Kanzel im Staatsforst-Pirschbezirk meines Vaters an. Kein Jagdschein und natürlich kein Gewehr.
    Mein Vater konnte den Frischling an selber Stelle am nächsten Morgen mit sauberem Schuss erlösen.
    Auf einer Seite fehlte die Schwarte und die Wundränder wiesen Pilzbefall auf… . Sowas kann man nicht vergessen. Ab da an wusste ich, dass ich in einer solchen Situation nie wieder Handlungsunfähig sein wollte.

    Das, was ein Jäger macht, kann ein Tierrechtsextremist nicht verstehen, solange er nicht z.B. das erlebt hat, was ich erlebt hatte. Und theatralisch will ich nicht wirken. Ich töte auch gesunde Tiere, um den Bestand zu dezimieren und Biofleisch für die Truhe zu bekommen. Der dreiläufige Frischling musste verworfen werden. Ich war trotzdem froh, dass mein Vater (Gott hab’ ihn seelig) einen sauberen Schuss antragen konnte.

    Bezüglich des verletzten Fuchses (wie immer sich das ganze zugetragen haben mag):
    An dieser Stelle möchte ich nochmal erwähnen, dass bei fehlenden jagdrechtlichen bzw. polizeilichen Befugnissen die Polizei anzurufen ist. Nur diese- oder halt der Jagdberechtige selbst, sofern man ihn persönlich kennt und erreichen kann- kann die Entscheidung bezüglich der “Anforderung” des Anrufenden zur Erlösung des Tieres treffen.
    Auf die Problematik bezüglich eines verunfallten Wolfes möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Dieser muss bislang noch länger leiden. Diesbezüglich würde ich mir bundesweit schnellstmöglich eine praxisrlevante rechtliche Möglichkeit wünschen, die mich als Jäger nicht in einen Gewissenskonflikt bringt! Für mich sind auch Wölfe “Wild”, deren Leiden nach dem Tierschutzgesetz zu verkürzen ist!

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