Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

Noch mehr Bürokratie: Ohne Registrierung darf verpacktes Wildbret ab 1. Januar 2019 nicht mehr verkauft werden.

Das neue Verpackungsgesetz bringt auch für viele Anbieter von Wildbret ab 1. Januar 2019 neue Pflichten mit sich, meint der Deutsche Jagdverband (DJV). Auch bislang schon mussten nach der Verpackungsverordnung alle Hersteller verpackter Produkte für die Entsorgung ihrer Verpackungen einstehen. In der Regel erfolgt dies über die Beteiligung an einem „dualen System“ (z.B. Grüner Punkt). Zu den „Herstellern“ gehören auch Jäger, die Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie oder Einzelhandel abgeben. Nicht als Hersteller im Sinne der Verpackungsverordnung gilt, wer Wild nur unverpackt (z.B. in der Decke) an Gastronomie, Einzelhandel, Verbraucher und Wildhändler abgibt.

Neu ab 2019 ist, dass alle „Hersteller“, sich im Verpackungsregister eintragen lassen und angeben müssen, an welchem dualen System sie sich beteiligen. Ziel der Regelung sind mehr Transparenz und eine Erhöhung der Recyclingquote durch eine bessere Erfassung aller Hersteller von verpackten Produkten. Die Registrierung erfolgt online unter www.verpackungsregister.de und ist auch jetzt schon möglich. Ohne Registrierung dürfen ab dem 1.1.2019 keine (verpackten) Produkte mehr an den Endverbraucher, Gastronomie usw. abgegeben werden. Der Verstoß dagegen kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Eine Ausnahmevorschrift für Kleinunternehmen gibt es nicht. Wer als Jäger Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie usw. abgibt, muss daher einen Vertrag mit einem dualen System abgeschlossen haben und spätestens ab Januar als „Hersteller“ im Verpackungsregister registriert sein.

Zum Verpackungsregister gibt es weitere Informationen unter www.verpackungsregister.de. Speziell zu den für Jäger relevanten Aspekten laufen noch Beratungen unter den DJV-Fachleuten. Nähere Informationen gibt es ab Mitte November unter www.wild-auf-wild.de.

PM DJV

Anm. d. Red.: Auf dieser Internetseite des Verpackungsregisters findet sich ein Dokument mit dem Titel: “Die zehn wichtigsten Fragen zur Umsetzung des Verpackungsgesetzes”. Dort heißt es unter

2. Wen betrifft das neue VerpackG?

Das „neue“ Verpackungsgesetz betrifft alle Unternehmen, die bisher auch nach der Verpackungsverordnung verpflichtet waren, für die Sammlung und das Recycling der Verpackungen ihrer gewerbsmäßig abgegebenen Produkte zu sorgen, wenn diese ty-pischerweise beim privaten Haushalt oder diesen gleichgestellten Anfallstellen (kurz: privater Endverbraucher) als Abfall anfallen. Das heißt, es gilt für alle Hersteller und/oder Händler, die ein verpacktes Produkt – unabhängig ob klein oder groß – im stationären Handelsgeschäft direkt am Ladentisch an den Kunden oder online an den Endkunden „als Erster“ verkaufen. [Hervorhebungen durch Red.]

Da hört es sich nicht unbedingt an, als ob alle oder auch nur der Großteil der Wildbret vermarktenden Jäger von der Regelung betroffen seien. Eine endgültige Klärung bleibt abzuwarten. SE

Beitragsbild: Ab dem 1. Januar 2019 bringt das Verpackungsgesetz neue Pflichten für Wildbretanbieter mit sich. Quelle: DJV

5 Gedanken zu „Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

  1. Frank

    Jepp, war auch gleich mein Gedanke, als ich die Meldung des DJV las und mit den Infos aus dem Verpackungsregister abgeglichen hatte.
    Dass die Anmerkung der Redaktion berechtigt ist, scheint auch der aktuelle DJV-Newsletter zu bestätigen – dort ist nun klar nur noch von “kommerziellen Wildbretverkäufern” die Rede, was auf die meisten Jäger, die mal einvakuumierte Teile ihrer Jagdbeute abgeben, ja nicht zutrifft.

    Da zeigt sich doch mal wieder, dass ein Besuch bei JAWINA immer lohnt – geht schneller, als jeder Gang zum Kiosk und die JAWINA-Redaktion ist echt schwer auf Zack und pinnt nicht bloß von anderen ab. Im Gegenteil hat man mitunter am Kiosk den Eindruck, andere würden von JAWINA abpinnen…:-)

    Antworten
  2. Anton Maas

    Wenn es so kommen würde, würde ich dann nämlich meinen Kunden das Wildpret unverpackt (nichtvakuumiert) überlassen und ihnen die Möglichkeit geben, es bei mir an meiner Vakuumiermaschine selbst zu vakuumieren.
    Da hat sich aber wieder jemand so einen Blödsinn ausgedacht!!!!!!! Die Regulierungswut nimmt in unserem Lande einfach kein Ende.

    Antworten
  3. kilalli

    Jäger, die ihr Revier nicht als Teil eines Bertriebes führen und Wildbret in kleinen Mengen abgeben (das umfasst i.d.R. das gesamte Wildbret eines Revieres) handeln nicht gewerbsmäßig. Deswegen müssen sie dafür auch keine Mwst. abführen. Das ist einfach so. Wenn im Verpackungsgesetz ausdrücklich (!) nur von gewerbsmäßig abgegebenen Produkten die Rede ist, ist der normale Revierpächter nicht betroffen. Wenn beim nächsten Sturm im Wasserglas ein Krokodil in Glas gesichtet wird, macht bitte eine Meldung draus.

    Antworten
  4. huntergun

    Ich habe mal recherchiert bei den Dual-System-Anbietern, an dem man sich vertraglich ja dann beteiligen müsste (mit der Regestrierung versteht sich). Bei “Kleinstmengen” von Verpackung 5 kg müsste ich 45 Euro zahlen. So haben wir mal eine Hausnummer!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.