Verkannte Gefahr: Sommergewitter im Wald

Tipps zum richtigen Verhalten bei Blitzschlag im Wald

In den deutschen Mittelgebirgen, etwa im Thüringer Wald, werden Waldbesucher und Naturfreunde immer wieder von schweren Sommergewittern überrascht. Rund 100 Millionen Volt, und mehrere 10.000 Ampere stark sowie rund 30.000 Grad Celsius heiß sind Gewitterblitze, die Jahr für Jahr regelmäßig Opfer fordern. Denn vor „Eichen weichen“ und die „Buchen suchen“ sind keine guten Tipps.

„Nicht richtig ist, dass manche Baumarten häufiger, andere seltener vom Blitz getroffen werden. Der Blitzeinschlag wird in verschiedenen Bäumen nur unterschiedlich stark sichtbar“, erläutert ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt. Auf Kiefern und Eichen, deren dicke, oft mit Moosen überzogene Borke das Wasser wie ein Schwamm aufsaugt und damit den auftreffenden Blitz im Rindenkörper ableitet, werden die Blitzschäden besonders offensichtlich. An der glatten Rinde von Buchen, Eschen oder Erlen läuft das Regenwasser fast ungehindert ab. Der Blitz wird in der Regel ohne sichtbare Schäden „außen herum“ gleich einem Blitzableiter in den Erdboden abgeleitet. Der Schutzsuchende unter dem Baum kann aber in jedem Fall getroffen werden.

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Blitzeinschläge in Bäume.
Bilder: ThüringenForst

Trotzdem gibt es überlebenswichtige Verhaltensempfehlungen: Auf keinen Fall sollte man Schutz unter hohen freistehenden Einzelbäumen suchen. Auch Berglichtungen sollten verlassen und tiefer gelegene Waldgebiete aufgesucht werden. Dem Wanderer empfiehlt Gebhardt die 30-30-Regel: Ist der Zeitabstand zwischen Blitz und Donner kleiner als 30 Sekunden, droht Gefahr. Steigt er wieder über 30 Sekunden, so ist das Schlechtwetterzentrum am Abziehen.Trockene Gräben und Böschungen aufzusuchen, mindert das Risiko: Dort sollte man in der Sitzhocke auf Besserung warten – aber keinesfalls mit aufgespanntem Regenschirm. Er wirkt wie ein Blitzableiter, mit möglicherweise tödlichen Folgen. Im Wald bietet niedriges Gebüsch und Dickungen Schutz, falls vorhanden auch eine trockene Höhle.

Vollkommen sicher ist man im Innenraum von Fahrzeugen, nicht jedoch unter einem Fahrzeug.  Wald- und Naturfreunden empfiehlt Gebhardt, vor jeder Wanderung den Wetterbericht zu prüfen. Eine gute Wanderkarte oder eine App auf dem Mobiltelefon gibt im Fall der Fälle Hinweise auf schützende Berghütten. PM ThüringenForst

 

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