Verbieten verboten!

“Hast Du schon gehört? Die Grünen wollen keine Verbotspartei mehr sein!” “Dann löst sich die Partei also auf?” Dieser Dialog, der so ganz in echt stattfand, verdeutlicht das Dilemma der Grünen: Das Verbieten und Anderen-Vorschriften-machen ist Kennzeichen und Markenkern grüner Politik, und mit dem Wiglaf-Droste-Zitat, demzufolge ein echter Grüner nur glücklich ist, wenn er anderen was verbieten kann, mittlerweile sogar sprichwörtlich geworden. “Alles was die können, ist verbieten, verteuern, enteignen”, schimpft der Grünen-Hasser, und politische Kommentatoren fürchten, dass die Grünen zu profillosen Mehrheitsbeschaffern wie die verblichene FDP mutieren, wenn sie ihr Alleinstellungsmerkmal “Verbotspartei” aufgeben.

Doch nun haben führende Grünen-Politiker erkannt, dass das schlechte Abschneiden der Partei bei der letzten Bundestagswahl möglicherweise just auf grüne Bevormundungsorgien à la “Veggie-Day” zurückzuführen sein könnte. Man dürfe den Freiheitsbegriff nicht anderen überlassen, die ihn marktliberal pervertiert hätten, forderte Grünen-Chef Cem Özdemir. Die Grünen wollen weg vom Image der bevormundenden Verbotspartei. Da stellt sich die Frage: Wissen die Herren Remmel, Bonde und Meyer das, deren grüne Jagdgesetze den Jägern in NRW, Baden-Württemberg und Niedersachsen kaum als Abkehr, sondern eher als konsequente Fortsetzung grüner Verbieteritis erscheinen?

Ausgerechnet die Grünen: Wer sich an die Anfänge der Partei erinnert, an diesen eigentlich doch sympathischen Haufen linker, antiautoritärer Friedens- und Umweltaktivisten, die mit dem Fahrrad in den Bundestag radelten, um dort zu stricken, reibt sich verwundert die Augen: Dass gerade die zu zwanghaften Verbotsaposteln mutierten, ist eine erstaunliche politische Metamorphose. Es führt ein langer abschüssiger Pfad von grünen Lichtgestalten wie Petra Kelly herab zu Typen wie Oberlehrer Remmel – aber der Qualitätsverfall beim politischen Personal ist ja ein Problem aller Parteien. Der von den 68ern “unter den Talaren” verortete Muff scheint sich ausgerechnet in fair gehandelter Öko-Baumwolle eingenistet zu haben. Der Umweltschutzgedanke – und wer zweifelt an seiner fortdauernden Berechtigung! – scheint ausgerechnet von Geraniengesichtern vereinnahmt worden zu sein, die sich als Ökokämpfer fühlen, wenn sie überwachen, ob der Nachbar auch brav seinen Müll trennt – was immerhin den Erfolg der Grünen in süddeutschen Spießerhochburgen wie Stuttgart oder Tübingen schlüssig erklärt.

Freiheit für Deutschlands Jäger!

Wenn die Grünen jetzt keine Verbotspartei mehr sein wollen, kann uns Jägern das nur recht sein. Die Jagdpolitik wäre doch ein prima Prüfstein dafür, ob sie es mit dem angekündigten und verabschiedeten Paradigmenwechsel auch ernst meinen. Doch vom neuen grünen Liberalismus scheinen die Herren Bonde, Meyer und Remmel und ihre grünen Erfüllungsgehilfen in den betroffenen Bundesländern bislang nichts mitbekommen zu haben. Jagdfunktionäre, die an den Verhandlungen um die neuen Landesjagdgesetze teilnehmen, berichten: Wenn den Grünen die Argumente ausgehen, sagen die: “Das mag so sein, aber das entscheiden wir politisch.” Das heißt übersetzt: Mag sein, dass es keine sachlichen Gründe dafür gibt, aber wir verbieten es trotzdem! Damit muss nach der auf dem Bundesparteitag beschlossenen Wende doch jetzt Schluss sein: Keine ideologisch motivierten Einschränkungen bei Jagdzeiten und -arten mehr! Keine weitere Drangsalierung von Legalwaffenbesitzern! Keine Enteignung der Jagdgenossen! Das Jagdausübungsrecht muss als Freiheitsrecht respektiert werden! Freiheit für Deutschlands Jäger! Wie, liebe Grüne, das schmeckt Euch nicht? Aber Moment mal, da war doch was… Heißt es nicht:  “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden!” Stephan Elison

2 Gedanken zu „Verbieten verboten!

    1. Frank Martini

      Neenee, da müssen Sie auch die Spanier schon hinzuziehen – deren Volksmund kennt die Weisheit, dass nur der Mensch das einzige Tier sei, welches dämlich genug wäre, zweimal über den gleichen Stein zu stolpern…

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