Verbände starten Kampagne gegen Jagd

Diverse Verbände in Nordrhein-Westfalen, darunter Nabu, Bund, Peta, der deutsche Tierschutzbund und das “Komitee gegen den Vogelmord” haben im Vorfeld des Bundesjägertages eine Kampagne gegen die Jagd gestartet. Die Forderungen nach einer “Reform” des Jagdrechts laufen auf ein Verbot der Jagd mit Ausnahme einer stark eingeschränkten und reglementierten Schadwildbekämpfung hinaus. Nach dem Willen der Kampagnen-Betreiber sollen u.a. Fallenjagd, Fütterung, Beizjagd, Haustierabschuss und die Ausbildung von Jagdhunden an lebendem Wild verboten werden. Außerdem wird eine drastische Kürzung des Katalogs jagdbarer Arten gefordert. Nach Informationen der Bild-Zeitung blieben nur sechs jagdbare Arten – allesamt Schalenwildarten – erhalten. Außerdem wird eine Verkürzung der Jagdzeiten und das generelle Ende der Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft gefordert.

Als „politisch indiskutabel, rechtlich unhaltbar und praktisch unbrauchbar“, hat der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen auf das Jagdgegner-Papier zur Novellierung des Landesjagdgesetzes reagiert.

 Die Forderungen würden auf eine Abschaffung der Jagd hinauslaufen. Dies sei weder mit dem Eigentumsschutz des Grundgesetzes vereinbar noch von der Landesregierung gewollt, wie der für die Jagd zuständige Minister Johannes Remmel zuletzt Mitte Mai auf dem Landesjägertag in Köln betont hat. Das Jagdgegner-Papier könne in der weiteren Debatte um das Landesjagdgesetz bei den maßgeblichen politischen Kräften in Regierung und Parlament kein Maßstab sein.

 Völlig verkannt werde, dass die Jagd angewandter Natur- und Tierschutz sei, zu deren Ausübung die Jäger im Gegensatz zu Jagdgegnern eine schwierige staatliche Prüfung abgelegt haben. In den Gärten werde die Zahl der Singvögel immer weniger. Tauben führten zu erheblichen Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen und verschmutzten Städte sowie Kulturdenkmäler. Rabenvögel seien eine ernsthafte Bedrohung für viele Jungtiere. Millionen wildernde Katzen und Hunde stellten eine massive Bedrohung für die frei lebende Tierwelt dar. Um diese Probleme kümmern sich nur die Jäger, was freilich von den Jagdgegnern auf ignorante und polemische Weise zu diskreditieren versucht wird, so der LJV NRW. SE

Bild: Anti-Jagd-Kampagnen-Aufruf auf der Internetseite des BUND, Copyright: BUND

2 Gedanken zu „Verbände starten Kampagne gegen Jagd

  1. Joachim Orbach

    Zu: Verbände starten Kampagne gegen Jagd.

    Wir sollten gegen diese Kampagne und andere Dinge verstärkt Presse – und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Hierzu sind insbesonder auch die sogn. neuen Medien zu nutzen. Vielfach wurde selbst die Verlinkung von http://www.jagd-fakten.de noch längst nicht von allen mit der Jagd verbunden Verbände / Vereine vorgenommen. Anregungen der Int.- Jagdkonferenz von 2013 wurden vielfach auch noch längst nicht ansatzweise realisiert. Wir Jäger müssen entlich begreifen: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”. Auch brauchen wir nicht immer das Rad neu zu erfinden, da wir u.a. auch die Möglichkeit der sogn. Verlinkungen “LINKS” nutzen können -dieses trifft insbesondere für Hegeringe, Kreisjägerschaften Zucht – und Prüfungsvereine für Jagdhunde usw. zu. Nutzen wir daher u.a. auch bereits vorhandenes Potenzial, wie die Internetseiten der Vereine und Verbände. Wünschenswert dürtfte es sicherlich auch sein, wenn unserer Dachverband DJV empfehlenwerte Internetseiten, welche sich im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eignen, zur Verlinkung vorschlägt wie z.B. http://www.deutsches-jagd-lexikon.de, JAWINA usw.. In diesem Zusammenhang möchte ich aber ausdrücklich die gute Arbeit der kleinen ” Manschaft” des DJV hervorheben. Aber selbst ein Dachverband kann nicht alles leisten, daher ist Zusammenarbeit gefordert.
    Joachim Orbach

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  2. Frank

    Naja, wenn ich lese, dass Tauben (gemeint sein können da eigentlich nur die in NRW jagdbaren Ringeltauben) zu Schaden gehen (was stimmt) und Städte und Kulturdenkmäler verschmutzen (wie bitte? seit wann scheißen denn Ringeltauben die Innenstädte zu???), frage ich mich doch, ob hier nicht sehr gefährlicher Stuss verbreitet wird – bei ansonsten recht stimmiger Argumentation.
    Wenn nur noch mit Schäden für die Bejagung einer Art argumentiert wird (statt mit legitimer Nutzung ausreichender natürlicher Ressourcen) kommen wir doch genau in die Ecke, aus der wir uns hübsch raushalten sollten: Schädlingsbekämpfung. Darauf reduziert, bedarf es nur noch einer Neudefinition von Schaden – und schwups, ist wieder eine Art aus dem Jagdrecht raus. Und dann auch noch der Lapsus mit den zugeschissenen Kulturdenkmälern durch jagdbare Tauben – da haut die “Argumentation” im letzten Absatz mit dem Arsch um, was sie zuvor mühsam mit den Händen errichtet hat. Mehr Vorsicht und Ehrlichkeit wäre angebracht – sonst stellt man sich mit dem, was man vielfach zu Recht an NABU et. al. kritisiert, allzu leicht auf eine Stufe. Dürfte der “Sache mit der Jagd” kaum dienlich sein…

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