USA: Bären-Wildbret nicht verwertet – zwölf Jahre Jagdverbot

Die Naturschutz- und Wildtierbehörde des US-Bundesstaats Colorado (Colorado Parks & Wildlife, CPW) hat einem Jäger aus South Dakota für zwölf Jahre die Jagd- und Fischereilizenzen entzogen, weil er das Fleisch eines erlegten Schwarzbären nicht verwertet hat. Der 58-jährige Robert Stalley hatte in der Jagdsaison 2017 einen kapitalen Schwarzbären bei Steamboat Springs geschossen und nur Haupt und Decke des erlegten Stücks mitgenommen. Stalley war im Besitz gültiger Lizenzen für Schwarzbär und (Maultier)Hirsch. In Colorado ist es Jägern jedoch gesetzlich vorgeschrieben, das essbare Fleisch von erlegtem Großwild für den menschlichen Verzehr zu verwerten. Weil Stalley dieser Verpflichtung nicht nachkam, wird ihm Wilderei und illegaler Abschuss eines Wildtiers vorgeworfen. Bei der Bemessung des Strafmaßes spielte CPW zufolge auch eine Rolle, dass Stalley versucht hatte, den Ermittlungsbeamten der Behörde zu täuschen:

Als der CPW-Ermittler Stalley besuchte, um die Bärentrophäe in Augenschein zu nehmen und ihn zu dem Vorfall zu befragen, präsentierte er dem Beamten eine Tüte mit Wildbret, das von einem erlegten Hirsch stammte, und gab es für Bärenfleisch aus. Der Wilderer hatte ausgesagt, dass er Fleisch von Keulen und Rücken des Bären mitgenommen und teils selber gegessen, teils verschenkt habe. Bei der Untersuchung des Erlegungsorts stellte sich das als Lüge heraus.

Stalley ist wegen dieser Straftat (Class-5-Felony) zusätzlich zu einer Geldbuße in Höhe von 3415 US-Dollar (ca. 3030 Euro) sowie einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem wurde sein Gewehr eingezogen. Gegen das zwölfjährige Jadgverbot kann Stalley Berufung einlegen. Wird es rechtskräftig, so darf er zwölf Jahre lang in 47 US-Bundesstaaten nicht die Jagd ausüben.

CPW hat die Untersuchung des Vorfalls aufgrund eines anonymen Hinweises auf die Bärenkarkasse aus der Jägerschaft begonnen. In Colorado und anderen US-Bundesstaaten gibt es spezielle Hotlines, über die anonym Hinweise auf Vergehen gegen Jagd- und Naturschutzgesetze gegeben werden können. “Wir sind diesen Leuten sehr dankbar für ihre Hinweise”, erklärt CPW-Ermittler Jack Taylor: “Es ist sehr zufriedenstellend für uns, dass wir einem weiteren Wilderer das Handwerk legen konnten, aber wir hätten das wahrscheinlich nicht geschafft ohne die Jäger, die uns auf den Vorfall hingewiesen haben. Es ist gut, dass die meisten Jäger ethisch und verantwortungsvoll agieren.” PM/SE

Beitragsbild: Der verurteilte Wilderer Robert Stalley mit dem von ihm erlegten Schwarzbären. Quelle: CPW

9 Gedanken zu „USA: Bären-Wildbret nicht verwertet – zwölf Jahre Jagdverbot

  1. Chris

    Das erlegte Stück – bzw. das Wildbret – nicht zu nutzen ist im Sinne nachhaltiger Jagd eine interessante Definition von „Wilderei“.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Deshalb sind in unserer Gegend Füchse nur frei, wenn sie auch verwertet werden. siehe “Fellwechsel GmbH” was ja Sinn macht.

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  2. Ronbi

    Sieht aus wie ein Grizzly.
    Was ist mit Bärenfleisch und Parasiten. Wobei in den USA auch Luchs verzehrt wird.
    Die Wildhüter in den USA tragen Schusswaffen und haben Polizeibefugnisse.
    Die us-amerikanischen Jagdgesetze sind ziemlich streng, nix mit einfach darauflos ballern.

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    1. admin Beitragsautor

      Bären können von Trichinen und anderen Parasiten befallen sein, eine Untersuchung ist aber in den USA aber nicht vorgeschrieben (und in weiten Wildnisgebieten auch nicht praktikabel), weshalb empfohlen wird, Bärenfleisch nur sehr gut durchgegart zu verzehren, auch wenn es zuvor geräuchert oder getrocknet wurde.

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  3. Joachim

    Ja, das ist irgendwie ein anderes Verständnis von Jagd, das die schießwütigen amerikanischen Jäger da haben…
    Schönen Gruß bei der Gelegenheit auch an unsere “ökologischen” Jäger.

    Zu der Anmerkung, der Bär sähe aus wie ein Grizzly. Bei den Schwarzbären gibt es eine helle Färbung, sie werden in den USA Cinnamon genannt.

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