Uneinigkeit über Waldschutz am Tag des Waldes

Zum heutigen Tag des Waldes melden sich verschiedene Akteure zu Wort, deren Verlautbarungen die Uneinigkeit in der Naturschutzpolitik im Allgemeinen und zum Thema Waldschutz im Besonderen illustrieren. Während der Nabu beklagt, dass nur zwei Prozent der Waldfläche Deutschlands aus der Nutzung genommen seien und – Stichwort Käseglocken-Naturschutz – weitere Nationalparks und Umwandlung von Nutzwäldern in “Urwälder” fordert, wendet sich der landeseigene Forstbetrieb ThüringenForst gegen noch mehr “Naturmuseen”: “Die Thüringer Landesforstanstalt sieht sich von einer breiten Bevölkerungsschicht in ihrem Anliegen kraftvoll unterstützt, die Wälder des Freistaats weiter naturnah zu bewirtschaften” heißt es in einer Pressemitteilung zum Tag des Waldes: Die Forderung nach zusätzlicher Stilllegung von Waldflächen am Possen wurde zuletzt anlässlich einer Tagung an der Fachhochschule Erfurt, der fast ein Dutzend Landtagsabgeordneten beiwohnten, von Biologen wie auch Forstwissenschaftlern mehrfach in Frage gestellt. Erstmals wurde der volkswirtschaftliche Schaden beziffert, der sich für die Forstunternehmen der Region, aber auch für den Freistaat Thüringen durch jährliche Steuerausfälle ergäbe. Zusätzlich wird durch die geplante Flächenstilllegungen die Klimaschutzleistung der heimischen Wälder spürbar reduziert, wie ein Klimaforscher darlegte.

Produktion statt Museum

ThüringenForst-Vorstand Gebhardt meint, die Politik erkenne mehr und mehr, dass die Produktionsleistung von Waldflächen nicht reduziert werden dürfe. Dies komme der Umwandlung einer Produktionshalle in ein Museum gleich, in dem ein Unternehmen nichts mehr erzeugen dürfe. Gleichzeitig steige aber der Bedarf nach Holz, nicht nur im klassischen Holzbausektor oder dem Möbelbau, sondern auch in der innovativen Holztechnologie, etwa als Bio-Kunststoff, als Thermoholz oder als natürlicher Dämmstoff: “Es ist geradezu grotesk, dass Thüringer Top-Unternehmer innovative Holzprodukte auf den Weltmarkt bringen und der Freistaat die dafür notwenigen heimischen Ressourcen auf großer Fläche stilllegt“, so Gebhardt weiter.

Thüringer Klimaschutzziele gefährdet

Zusätzlich werde durch den Einsatz von Holz und der Substitution von Stahl, Aluminium oder Kunststoffen rund doppelt so viel CO2 gespeichert, als in einem unbewirtschafteten Wald. Klimaschutz und andere Vorteile würde man sich dadurch entgehen lassen und die selbst gesetzten, durchaus anspruchsvollen Klimaschutzziele des Freistaats gefährden.

Reh, Kaninchen, Dam-, Sika- und Rothirsch kein Ungeziefer

Der LJV NRW erinnert anlässlich des Tags des Waldes an die Notwendigkeit der Jagd für die Forstwirtschaft: Der Schulterschluss zwischen Waldbauern und Jägern sei gerade nach dem Sturm Kyrill sehr eng geworden, erinnert sich LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg. „Während andere damals den Waldbauern vermeintliche Fehler vorhielten, forderte der Landesjagdverband seine Mitglieder zur Solidarität mit den betroffenen Waldbesitzern auf.“

Insbesondere verschärften die Jäger in den betroffenen Gebieten in den Folgejahren die Jagd auf Reh und Hirsch, damit die Forstkulturen möglichst unbeschadet heranwachsen konnten. Heute sind diese sogenannten „Kyrillflächen“ zu einem großen Teil gesichert und nicht mehr vom Wild gefährdet. Wo dies nicht der Fall ist, finden Waldeigentümer und Jäger gemeinsam Lösungen.

„Ausgerechnet jene, die seinerzeit an den Waldbauern kein gutes Haar ließen, fordern jetzt von uns Jägern noch mehr Jagd nach dem Motto „Wald vor Wild!“. Erstens kommen Sie mit dieser Forderung etwas spät, zweitens sind Reh, Kaninchen, Dam-, Sika- und Rothirsch auch kein Ungeziefer. Wir fordern daher Augenmaß und einvernehmliche Bejagungsstrategien nach der Maxime „Wald und Wild!“, so Müller-Schallenberg. PM/SE

Beitragsbild: Ist das nicht ein schönes Beitragsbild zum Tag des Waldes? Mampfender Rehbock. Autor: Karl Schulte-Wess, Quelle LJV NRW

 

Ein Gedanke zu „Uneinigkeit über Waldschutz am Tag des Waldes

  1. Rober W.

    Wald ( Prv. -u. Staatswald ) als nachwachsender Rohstofflieferant muss erhalten bleien. Bei den Forderungen des NABU geht es da nicht eher darum, diese Flächen auch in den Besitz oder unter seine Verwaltung zu bekommen? Die Bürger sollten sich doch einmal nach den Vermögensverhältnissen und den Gehaltausgaben für Angestellte und Funktionäre des NABU u. BUND erkundigen.So mancher Funktinär -wie einst auch die Parteibonzen der ehemaligen DDR – hat ja schon längst erkannt, dass man sich auf dem richtigen Posten ein schönes Leben machen kann. O.v.B. ” Das Volk ist eine Hammelherde………”

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