Und keiner will es gewesen sein…

Auf einer Drückjagd wird ein Hund erschossen. Der Schütze bekennt sich nicht zu seiner Tat. Das macht es nicht besser – für keinen der Beteiligten.

Am 25.10.2014 besucht der Wachtelhundeführer Heiko L. eine Drückjagd in Brandenburg, ganz in der Nähe seines Heimatorts im Spreewald. Um 12.30 ist Hahn in Ruh, Heiko verlässt seinen Stand. Kurz darauf klingelt sein Handy, Heiko nimmt einen Anruf entgegen, den er nie vergessen wird: Sein Hund sei von einem Keiler schwer geschlagen worden, berichtet ein Teilnehmer der benachbarten Jagd im Landesforst, der Wachtel habe sich schwer verletzt bis zu dessen Stand geschleppt und dann dort niedergetan. Er habe den Hund eingesammelt und befinde sich jetzt am Streckenplatz bei der Nachbarjagd im Landesforst. Jeder Hundeführer kann nachempfinden, mit welchen Gefühlen Heiko ins Auto des Anstellers steigt, der sofort herbei eilt und ihn zum Sammelpunkt bringt.

Dort angelangt, nimmt Heiko den in eine Decke gewickelten und offensichtlich schwer kranken Hund in Empfang. Der Finder wiederholt seine Geschichte: “Ja Mensch, tut mir leid, der Hund ist hier am Stand angekommen, offenbar vom Keiler geschlagen und schwer verletzt, hat sich hier hingelegt.” Voller Bitterkeit denkt Heiko an die Szene zurück: “Ich habe mich noch zehn mal bedankt bei dem.” Denn die Geschichte vom angeblichen Keilerschlag stellt sich bald als falsch, und, wie Heiko meint, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit als erlogen, heraus. Mit dem vor Schmerzen stöhnenden Hund im Auto fährt Heiko erst zu einer Tierarztpraxis vor Ort. Der Tierarzt gibt Eddi eine Infusion, um den hohen Blutverlust auszugleichen – angesichts der Schwere der Verletzungen kann er nicht mehr tun und schickt sie weiter zur Tierklinik nach Fürstenwalde. In der Notaufnahme wird ein Röntgenbild erstellt, auf dem deutlich Geschossfragmente zu erkennen sind. Ob der Hund eine alte Schussverletzung habe?, will der Tierarzt wissen. Heiko verneint. Dann sei er eindeutig nicht geschlagen, sondern geschossen worden. Eddis Verletzungen sind so schwer – Oberschenkelknochen zertrümmert, Muskulatur zerfetzt, Penis und Hoden zerschossen – dass keine andere Wahl bleibt, als den Wachtel einzuschläfern. Auf der Fahrt von der Tierklinik ruft Heiko den vermeintlichen Finder – nennen wir ihn F. – noch einmal an: “Stell dir vor, der Hund ist geschossen worden”, berichtet er. “Ich bin gerade im Auto auf der Rückfahrt”, entgegnet der, “Ich melde mich nochmal.” Das ist das letzte, was Heiko von F. hört…

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Das in der Tierklinik erstellte Röntgenbild von Eddi zeigt den zertrümmerten Hinterlauf – und die für Bleigeschosse typische Splitterwolke.

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Ein weiteres Röntgenbild veranschaulicht die schweren Verletzungen des Wachtels.

Weitere Widersprüche in den Aussagen F.s erhärten den Verdacht gegen ihn. So hatte ihn sein Ansteller, als er ihn abholte gefragt, wie oft er geschossen habe. Einmal, hatte er geantwortet, auf ein Damkalb. Er habe den Anschuss schon kontrolliert – F. ist selber Hundeführer! – offensichtlich ein Fehlschuss. Doch der Standnachbar hat drei Schüsse gehört: Schuss, Schuss, dann ein Klagen, “das er gar nicht einordnen konnte”, und dann noch einen Schuss. Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr ist eines der besten Nachsuchengespanne der Gegend am Stand. Auf dem Drückjagdbock, der zuvor mindestens ein halbes Jahr nicht besetzt gewesen war, finden sie zwei blitzblanke Patronenhülsen, das Kaliber passt zur Waffe. Die dritte Hülse, so mutmaßen sie, befindet sich noch in der Waffe. Die Hülsen stammen übrigens von einem Hersteller, der keine bleifreie Laborierung im Angebot hat – das passt zu der typischen Bleisplitterwolke auf dem Röntgenbild. Von dem Nachsuchengespann war F. gefragt worden, welche Laborierung er schießt und ob es sich um wiedergeladene Munition handele. F.s Angaben (Fabrikmunition, bleifreies Geschoss) passen weder zu den gefundenen Hülsen, noch zu dem Befund auf Eddis Röntgenbildern.  Wer auch immer auf den Wachtel geschossen hat – das Bleiverbot im Brandenburger Landesforst hat er jedenfalls ignoriert.

In der Richtung, in die F. geschossen haben will, finden die Nachsuchenführer – nichts. Aber in der entgegen gesetzten Richtung zur Reviergrenze hin, dort, wo er, wie ihm sein Ansteller eingeschärft hatte, nicht hinschießen durfte, dort finden sie einen Anschuss, Hundehaare, Schweiß. Vom Anschuss führt eine etwa zwanzig Meter lange Schleifspur zu einem Wundbett, weiter konnte der Wachtel sich mit seinen zerschmetterten Hinterläufen vermutlich nicht schleppen. Dort wurde er dann offenbar eingesammelt und ins Auto gebracht. Am Anschuss fördert ein Metallsuchgerät das Geschoss zutage – Kaliber und Hersteller passen zu den gefundenen Hülsen und F.s Waffe. Es ist ein Indizienbeweis, aber die Beweislage ist erdrückend. Eine Tierärztin, der Jawina.de die in der Klinik erstellten Fotos von den Verletzungen des Wachtels zur Beurteilung vorlegt, sagt: “Mit dem Schuss ist der unmöglich noch weiter gegangen als die zwanzig Meter vom Anschuss. Und dass er die noch gemacht hat, ist schon erstaunlich.” Der Förster, F.s Ansteller, der das Nachsuchenteam begleitet, legt eine Signalweste an den Anschuss und klettert auf den Drückjagdbock. Die Weste ist von dort aus schlecht zu sehen, Gestrüpp verdeckt den Anschuss. Rechts und links davon ist das Schussfeld einigermaßen einsehbar. “Der muss das Rascheln im Laub gehört und “intuitiv” auf das Geräusch geschossen haben”, folgert er fassungslos.

Jawina.de konfrontiert F. mit dem Verdacht, dass er habe den Hund erschossen habe: “Das ist aber nicht so”, beteuert F.: “Ich habe mich gekümmert, den Hund mitgenommen – und dann wird mir vorgeworfen, ich hätte ihn erschossen!” Er sei selber Hundeführer “seit 1987” und habe “einen guten Ruf.” Er habe selbst schon einen Hund verloren und wisse, wie das ist. F. hat einen Anwalt eingeschaltet, um sich gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zur Wehr zu setzen. Da F.s Anwalt Akteneinsicht beantragt hat und F. somit ohnehin erfahren wird, was Zeugen in der Sache ausgesagt haben, halten wir ihm die schwer wiegenden Indizien vor, die zu belegen scheinen, dass als Täter eigentlich nur er in Frage käme. “Wenn es mir passiert wäre, hätte ich kein Problem damit, mich dazu zu bekennen”, erwidert F. daraufhin. “Es war unübersichtliches Gelände, stellenweise nicht einsehbar. Wenn es ein Unfall war, dann stehe ich dazu, dann werde ich das über meine Versicherung klären. Aber es ist eine Unverschämtheit, mir vorzuwerfen, ich hätte den Hund verschwinden lassen, wenn er tot gewesen wäre.”

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Nichts verdeutlicht den Status des Wachtelhundes als Familienmitglied besser als diese Aufnahme: Ein Bild von Eddi und Heikos Sohn (Gesichtszüge unkenntlich gemacht) auf der gleichen Seite eines Fotokalenders.
Foto: SE

Wenige Tage nach dem Vorfall sitzen wir bei Heiko um den Wohnzimmertisch, die Stimmung ist, wie sich denken lässt, maximal gedrückt. Der bis zur GP durchgeprüfte Eddi war Zuchtrüde, Jagdkumpan – aber in erster Linie Familienmitglied. “Du kommst von der Arbeit nach Hause, und der erste Gedanke ist, erst mal eine Runde mit dem Hund gehen und dann fällt dir ein, dass er nicht mehr da ist”, sagt Heiko. Heute früh stand seine Frau auf, war auf einmal in Tränen aufgelöst: “Ich wollte dem Eddi gerade sein Futter geben.” Auch die Nachbarin, die mit dem Hund immer spazieren ging, ist total fertig und “heult die ganze Zeit.” “Es ist ja für jeden Jäger der totale Horror, einen Hund zu erschießen”, sagt Heiko, “Aber wir alle wissen dass es passieren kann. Nur, dann muss ich auch den Arsch in der Hose haben, um hinzugehen und zu sagen, es tut mir leid. Und wenn ich das nicht schaffe, dann muss ich einen Freund darum bitten oder wenigstens eine E-Mail schreiben. Aber so: Das ist doch das Allerletzte.”

Heiko hat Anzeige gegen F. erstattet. Nur: “Strafrechtlich kommen höchstens Sachbeschädigung oder Tierquälerei in Betracht”, gibt der Berliner Anwalt Ole Sendke zu bedenken: “Doch beides ist, wenn fahrlässig begangen, nicht strafbar.” Etwas anderes sei die fahrlässige Abgabe eines Schusses in ordnungs- und jagdrechtlicher Hinsicht. Möglicherweise begründe dies die Unzuverlässigkeit mit der Folge des Jagdscheinentzugs. Außerdem besteht die Möglichkeit, zivilrechtlich Schadensersatz für den getöteten Hund einzuklagen.

Dem Vernehmen nach ist F. nach dem Vorfall – auf bloßen Verdacht hin, muss man bislang wohl sagen – von diversen Jagden ausgeladen worden. Wer immer Eddi erschossen hat: Derjenige muss sich darüber im Klaren sein, dass irgendjemanden der Verdacht trifft. Die Folgen dieses Verdachts – soziale Ächtung, Anwalts- und Gerichtskosten, Ärger mit den Behörden, möglicher Jagdscheinverlust – ließen sich durch ein klares Bekenntnis weitgehend mindern oder ganz vermeiden. Die Moral von der Geschichte sollte man zur Mahnung vielleicht ganz unverblümt hinschreiben: Man kann auch die Schweißfährte eines Hundes arbeiten – und zwar auch rückwärts. In Zeiten von GPS-Hundeortungsgeräten lässt sich jeder Anschuss finden. Und: Wer sich nicht bekennt, macht alles nur noch schlimmer – für sich und andere.

“Eines muss ich noch loswerden”, sagt Heiko zum Abschied: “Es gab eine Anteilnahme und Hilfsbereitschaft und Solidarität der anderen Jäger, die ich so nicht erwartet habe und  die mich sehr gerührt hat. Nach der Jagd haben die Jäger (angeregt durch einen Spendenaufruf des Jagdleiters beim Bundesforst) eine Tüte voll Geld für Tierarztkosten gesammelt, das Nachsuchengespann stand am nächsten Morgen um sieben schon bereit, da hat keiner auf die Uhr geguckt, und die haben einen fachlich beeindruckenden Job gemacht. Dafür bin ich dem Revierförster, der Hundeführerin und allen beteiligten sehr sehr dankbar.Ich ziehe den Hut davor, ich habe so etwas noch nicht erlebt – schade, dass der Anlass so traurig war.” SE

Beitragsbild: Heiko und sein Wachtel Eddi, abfotografiert von einem Kalender. Copyright: privat.

Achtung: Auf der nächsten Seite sind die in der Tierklinik aufgenommen Bilder von Eddis Schussverletzung abgebildet, was uns zur Meinungsbildung unerlässlich erscheint. Bitte rufen Sie diese Seite nur auf, wenn Sie sicher sind, den Anblick ertragen zu können.

6 Gedanken zu „Und keiner will es gewesen sein…

  1. Frank Martini

    Es ist gut, wenn die Sache hoffentlich bis zu einem unumstößlichen Ergebnis ausermittelt wird. Und danach – sollte F. der Schütze gewesen sein – die maximalen straf- (statt ordnungs-) rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. So, wie wir Jäger – siehe LJG-Novellierungen Bundesland um Bundesland – gesellschaftlich mit dem Rücken an der Wand stehen, können wir uns keinerlei Corpsgeist für solche Verfehlungen mehr leisten.

    Im Übrigen – es tut mir leid, dem betroffenen Wachtelführer dies noch entgegnen zu müssen – finde ich nicht unbedingt, dass “es passieren kann, dass ein Hund geschossen wird”. Da muss ich nur an des Jägers oberstes Gebot erinnern. Und daran, dass – bei aller verständlichen Passion für’s Beute machen wollen und dazu mitunter auch schnell sein müssen – bei “unklaren Gefechtslagen” (Hunde unmittelbar um, an, hinter Wild, nicht sicher beurteilbares Kuddelmuddel) der Finger gefälligst gerade zu bleiben hat!

    Das ist eine “Wesensfestigkeit”, Besonnenheit und Selbstdisziplin, die – m. E. zu Recht! – der unseren zivilen Waffenbesitz und -einsatz von uns erwarten können muss.
    Wer stattdessen meint, Keilerduft und Stattlichkeit seiner “nimrodischen” Testikeln vor Waidgenossen durch Jagderfolg um jeden Preis und jedes Risiko fortwährend beweisen zu müssen, verdient m. E. nicht die Zugehörigkeit zur aktiven Jägerschaft. Und jede Diskussion darüber und Relativierung dessen ist erkennbar ein Punkt, der uns in der gesellschaftlichen Diskussion über die Jagd und deren gesetzliche Regelung durch Vorhalte unserer Gegner Zug um Zug die Luft rauslässt.

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    1. admin Beitragsautor

      Sehe ich anders. Es kann passieren – und es kann jedem passieren. Okay: Fast jedem: Dem Jagdtheoretiker, der vom Sessel im Wohnzimmer aus das Jagdgeschehen verfolgt, wohl eher nicht…

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  2. Maik H.

    Wie viele Hunde müssen noch erschossen werden bis wir endlich diese schiesswütigen aus unseren Reihen entfernen ? Solche Menschen sollten lieber in einen Schützenverein eintreten bzw . gar keine Waffen besitzen . Haben wir nicht alle gelernt nur dann zu schießen wenn wir eindeutig angesprochen haben und keinen Mensch oder Hund gefährden ?
    Auf der Seite der Stöberhundgruppe Thüringen ist der Fall von Hundeführer Uwe S. veröffentlicht dessen Wachtel Im Dezember in Sondershausen erschossen wurde . Wie hoch ist die Dunkelziffer bei den Hunden die verschwunden bleiben ? Wer einen Fehler macht sollte auch dazu stehen . Unsere Hunde sind auch Familienmitglied und nicht nur Mittel zum Zweck , von der Arbeit und den Kosten die man reinsteckt gar nicht zu reden . Dem Hundeführer und seiner Familie unser Mitgefühl .

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  3. Ralf Bockshecker

    Hallo zusammen,
    es sollte niemand behaupten, dass ihm so etwas nicht passieren kann, dies bitte nicht falsch verstehen, es gilt nach wie vor die Regel “Was du nicht kennst, dass schieß nicht Tod”!!!
    Wenn jemand ohne nachzudenken, auf etwas schießt das er vorher nicht richtig ansprechen konnte, gehört ihm nach meiner Auffassung umgehend der Jagdschein entzogen.
    Allerdings habe ich es schon erlebt, dass ein Terrier auf der vom Schützen abgewandten Seite an einem sehr starken Keiler hing und auf diese Weise von der Kugel, die den Keiler streckte zu Tode kam.
    Hier hatte der Schütze jedoch genügend Arsch in der Hose, um alles zu Regel was noch zu Regeln war.
    Leute die nicht zu dem, was sie angerichtet haben stehen, egal was passiert ist, sind als Jäger nicht akzeptabel.
    Ich selbst bin Hundeführer und habe 3 Hunde im Einsatz, es muss jedem HF, der seine Hunde auf Gesellschaftsjagden führt klar sein, dass den Hunden immer etwas passieren kann. Das Risiko, sollte so gut es geht vermindert werden, in dem die Hunde mit Schutzwesten und GPS ausgerüstet werden. Aber all dies ist trotzdem keine Garantie!!!
    Mein Mitgefühl gilt dem Hundeführer und seiner Familie, ich wünsche ihnen das die Sache restlos aufgeklärt wird und entsprechend geahndet wird.
    Wenn es denn, so wie sich die Sache im Bericht darstellt vorsätzlich geschehen ist, sollten Jagdschein und Waffen eingezogen werden, da ein solches Verhalten absolut nicht tolerierbar ist!

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  4. Axel Krüger

    Mittlerweile habe ich seit dem letzetm Jahr2014 nun schon zum 4.mal davon erfahren das ein Wachtelhund auf der Jagd erschossen worden ist. Solange man vor der Jagd hört das alles was sich bewegt geschossen werden muss, um die horrenden Wildbestände zu dezimieren und mann noch ein Schulterklopfen erhält wenn man ein Tier vom Kalb erlegt hat(Es kam ganz allein) wird sich daran auch nichts ändern. Ich habe jedenfalls keine große Lust mehr an Drückjagten teilzunehmen. Unsre Hunde haben es schon schwer genug, Sauen ,Wolf usw. Viel schlimmer scheint der schießwütige Jäger zu sein.
    Axel Krüger

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  5. Martin P.

    Mein Mitgefühl dem Hundeführer und seiner Familie! Natürlich könnte es theoretisch sein, dass ein Hund mit einem Stück Wild verwechselt wird. Ich frage mich dabei aber schon, wie das sein kann, dass wenn man etwas Braunes sieht einfach drauf los ballert? Wenn ich vorher mal richtig anspreche und dann das Stück weiterzieht und teilweise verdeckt ist, könnte ich mir das ja noch vorstellen – aber seltsam muss es mir dann erst vorkommen, wenn ich in Bodennähe ziele! Hund am Boden und Wild ca. in Augenhöhe – da ist ein klarer Unterschied! Der Jäger muss in Eigenverantwortung handeln und seine Waffe nur dann zu gebrauchen, wenn er sich absolut sicher ist – denn dann ist auch noch das Undenkbare möglich. Es hätte auch ein Treiber sein können, oder ein Spaziergeher mit brauner Weste, das sei auch mal gesagt. Wenn ich mir nicht sicher bin, dann schieße ich auch nicht und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es keinen kümmert, wenn man beim Schüsseltrieb sagt, dass das Wild zu schnell, wo anders hin gewechselt ist oder immer verdeckt war. Es wird einem nicht der Kopf abgerissen werden und ob du 10, 20 oder 300 Stück Schalenwild geschossen hast, ist letztendlich auch wurst! Dann ist eben nichts – und beim nächsten mal klappts dann wieder perfekt. Und wegen eines Stückes Schalenwild so viel Leid und Kummer zu verursachen ist die Sache keinesfalles wert! Eine Reduktion der Wildbestände um jeden Preis? Wer sich vom Reduktionsfieber anstecken läßt und dabei munter und unbedacht mitmacht, ist doppelt selber schuld. Jagd ist nun mal gefährlich, aber jeder hat sein Verhalten letztendlich zu verantworten – auch wenn er einen Fehler gemacht hat – egal ob bewußt oder unbewußt, soll er auch dazu stehen – sonst ist er kein Waidmann.

    Martin P.
    Hundeführer und Förster aus Österreich

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