Umstrittene Trophäenjagd

Umweltorganisation WWF befürwortet Trophäenjagd unter strengen Auflagen

Befürworter der Trophäenjagd auf bedrohte Spezies in Afrika verteidigen diese mit dem Argument, dass die mit der Trophäenjagd generierten Einnahmen dem Schutz der Tierarten, ihrer Habitate und der Bevölkerung vor Ort zugute kämen. Die Autoren einer neuen Studie des Komitees für erneuerbare Ressourcen des U.S.-Kongresses (U.S. House Committee on Natural Resources) hegen Zweifel an dieser These, wie die New York Times berichtet. Demnach verhinderten zügellose Korruption und das schlechte Management der entsprechenden Wildtierprogramme in der Regel, dass die Einnahmen den erhofften Nutzen brächten. Die Studienautoren folgern, dass unter den real existierenden Bedingungen die Trophäenjagd eher zur Ausrottung bedrohter Tierarten beitragen könnte.

Die global agierende Umweltschutzorganisation WWF vertritt auf ihrer Internetseite eine andere Auffassung: “In bestimmten und rigoros kontrollierten Fällen sei es wissenschaftlich erwiesen, dass Trophäenjagd auch für bedrohte Arten eine effiziente Schutzmaßnahme als Teil eines größeren Maßnahmenbündels darstellt”, so die Organisation. (In certain limited and rigorously controlled cases, including for threatened species, scientific evidence has shown that trophy hunting can be an effective conservation tool as part of a broad mix of strategies.)

Der WWF betont, dass er Trophäenjagd nur dann befürworte, wenn sie erwiesenermaßen dem Schutz der Spezies diene und der Bevölkerung vor Ort zugute komme. Seien diese Kriterien aber erfüllt, so könne die Trophäenjagd dazu dienen, die Umwandlung von Wildtier-Habitaten in Weide- oder Farmland zu verhindern. Gerade in Gebieten, die zu abgelegen seien und keine geeignete Infrastruktur für Alternativen wie “Ökotourismus” hätten, sei Trophäenjagd eine Option. Dazu gehöre, die Menschen vor Ort einzubinden, sie beim Schutz und Monitoring von Wildtieren zu beschäftigen, so dass die Kosten und Gefahren des Lebens mit Wildtieren eine Kompensation erfahren würden. SE

Beitragsbild: Die verlinkte und zitierte Internetseite des WWF (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Ein Gedanke zu „Umstrittene Trophäenjagd

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Aus Jagdeinnahmen wird in Afrika etwa die Hälfte der Kosten für Bekämpfung der Wilderei und für Wildschutz erwirtschaftet. Die Antijagd-Maßnahmen und –pläne der EU und die jüngste Stellungnahme des U.S. House Committee on Natural Resources sind nach Meinung von profilierten Kennern der jagdlichen Szene in Afrika das beste Programm zur Förderung der Wilderei. Das Groteske an dieser Situation ist vor allem, dass die Jagdländer in Afrika von der EU oder den Amerikanern in keiner Weise in deren Überlegungen und Pläne einbezogen werden. Das ist Neokolonialismus in reinster Form.
    Die 28 Länder Afrikas mit nennenswerten Löwenvorkommen, und Löwen sind ja besonders im Fokus, haben nun im Juni 2016 das Heft selbst in die Hand genommen und den Gegnern der Trophäenjagd in Afrika eine schallende Ohrfeige verpasst. In Entebbe (Uganda) trafen sich die 28 Staaten, koordiniert von CITES und CMS (UN-Konvention für wandernde Tierarten), um über eine besseren Schutz der derzeit noch stabilen Löwenbestände zu beraten. Im Süden des Kontinents sind die Löwenpopulationen gewachsen, in den übrigen Vorkommensgebieten gehen sie zurück. Die Afrikaner selbst führen das auf den Lebensraumverlust zurück, der vor allem von der rasant wachsenden menschlichen Bevölkerung verursacht wird. Legale und unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführte Jagd auf Löwen habe erheblich zum Schutz der Löwen beigetragen. Ein Einfuhrverbot von Trophäen nach Europa sei kontraproduktiv und würde zu einer Bedrohung der Löwenbestände führen. So sehen, was Auslandsjagd angeht, die real existierenden Bedingungen nicht nur bei Löwen aus.

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