Umfrage: Mehrheit nach Jagdunfällen gegen “Hobbyjagd”

Hessen: Kreis, Ministerium und Sparkasse unterstützen Jagdhundesolidaritätskasse +++ Schweiz: Acht Hochsitze zerstört +++ Bayern: Wilderei in Postmünster – Zeugen gesucht +++ Österreich: Immer mehr Goldschakale +++ Thüringen: Nabu fordert Fortsetzung der Jagd auf Wolfshybriden +++

Nach der Häufung von Jagdunfällen in den letzten Wochen (tödliche Jagdunfälle in NRW und Thüringen, ein angeschossenes und schwer verletztes Mädchen in Thüringen, JAWINA berichtete) hat sich eine knappe Mehrheit in einer Umfrage gegen die sog. “Hobbyjagd” ausgesprochen. Die Umfrage wurde von dem Meinungsinstitut forsa im Auftrag der Tierschutzorganisation Peta durchgeführt.

1.064 Menschen hat Forsa Peta zufolge zwischen dem 3. und 5. Juli danach gefragt, wer die Berechtigung zur Jagd haben sollte: “Dabei kristallisierte sich heraus, dass sich eine knappe Mehrheit der Deutschen gegen die Hobbyjagd ausspricht: 49 Prozent sind der Meinung, nur Berufsjäger sollten jagen dürfen. 45 Prozent hingegen sind der Ansicht, dass die Jagd auch als Hobby erlaubt sein sollte.

Frauen, Befragte aus Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern und Anhänger der Linkspartei lehnen die Hobbyjagd laut der Umfrage häufiger ab als der Durchschnitt und vertreten die Meinung, dass nur Berufsjäger die Erlaubnis zur Jagd haben sollten. Hobbyjäger werden überdurchschnittlich häufig von Männern, Personen aus Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern sowie Anhängern der Union, der FDP und der AfD befürwortet.”

Immer wieder verursachten Hobbyjäger großes Leid bei Mensch und Tier, meint Peta, “mehrere Dutzend Deutsche würden Jahr für Jahr durch Jagdwaffen getötet oder verletzt.”

Peta nutzt die tragischen Vorfälle schamlos für die Anti-Jagd-Propaganda der Tierrechts-Organisation aus. Jäger sollten sich im Klaren darüber sein, dass nicht nur jeder Jagdunfall, sondern auch jeder Haustierabschuss, der es in die Tagespresse schafft wie auch jedes sonstige krasse Fehlverhalten den Gegnern der Jagd in die Hände spielt. PM/SE

Beitragsbild: Forsa-Umfrage zur “Hobbyjagd” im Auftrag von Peta. (Screenshot, Ausschnitt)

 

11 Gedanken zu „Umfrage: Mehrheit nach Jagdunfällen gegen “Hobbyjagd”

  1. Grimbart

    Ok, jetzt kann man sagen, dass die Umfrage so gemacht wurde, dass sich die Vorstellungen der Auftraggeber bestätigt sehen. Nur wäre das eine Vogel Strauß Politik. Das Ergebnis muss man ernst nehmen, wenn wir denn in Zukunft noch jagen wollen. Sich nur zurücklehnen und denken, dass es ohne einen nicht geht, kann zu einem bösen Erwachen führen.

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  2. Edelmann

    Richtig Grimbart. Etwas mehr Selbstreflexion wäre hilfreich.
    Als hier die Jagdpacht neu vergeben wurde, erhielt ein langjähriger Pächter erneut den Zuschlag. Wie bisher wurde die Pacht auf 9 Jahre vergeben – es gab noch andere Bewerber. Mit Ablauf der 9 Jahre ist der Pächter über 85 Jahre alt (!). Kann man das vermitteln? Die Begründung war: Warum nicht, er ist noch fit (jetzt) er kann ja noch Auto fahren und schließlich hätte er noch Helfer. Ich schüttel da nur den Kopf und sage “betreutes Jagen”. Von einem Pächter erwarte ich eine persönliche Reife (Mindestalter 30 Jahre) und ein Höchstalter (z.B. 70 Jahre). Wer jünger oder älter ist, sollte sich mit einem Begehungsschein zufrieden geben.
    Für Berufsjäger wird es Altergrenzen geben – oder?

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    1. Keule

      Schon mal was von Altersdiskriminierung gehört? Ihr Glaube, dass man alles mit Gesetzen, Verboten, Einschränkungen regeln könne hat zwanghaft totalitäre Züge, beängstigend. Und was soll das Gehetze gegen den Pächter? Ich (als Arzt) kenne topfitte 89-jährige. Das Opfer ist 56, wer geschossen hat, wie es zu dem Unfall kam (Abpraller?), wird derzeit noch ermittelt. Gerüchteweise ist zu vernehmen, dass das Opfer den Stand verlassen hat, also ein grobes Verschulden an den Tag gelegt hat. Halten Sie sich doch bitte mit vorschnellen Verurteilungen zurück.

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      1. Edelmann

        @Keule
        Ich vermische nicht die Umfrage mit den aktuellen Vorkommnissen. Die Menschen, die befragt wurden, werden meist auch schon eine “gereifte” Meinung haben und nicht nach jeder Pressemeldung “das Fähnlein stecken”.
        Wer im aktuellen Fall für was die Verantwortung trägt, soll man bitte unter sich ausmachen oder juristisch klären lassen; wird wahrscheinlich eh ermittelt werden müssen. Wer an einer Jagd Teil nimmt, geht ein Risiko ein. Und was die Mitschuld beim Verlassen des Stands betrifft – das Verlassen kann ja gute Gründe haben – so sollte man sich eine Zeichensprache zulegen oder Signale absprechen.
        Gesetze und Verordnungen laufen den Missständen immer hinterher. Wer meint, er kann machen “was er will”, braucht eben Schranken.
        Mit der Altersbegrenzung geht es mir weniger um die Gefährdung von anderen Menschen. Hier sehe ich kein wesentlich größeres Risiko als bei jüngeren Schützen. Es geht mir um den Umgang mit dem Wild. Wie sieht es z.B. mit der Fitness bei der Nachsuche aus? Oder dürfen das dann andere machen?

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        1. Keule

          Nach ihrer Logik dürften z.B. dann zierliche Frauen nicht jagen, weil sie den erlegten Keiler nicht selber bergen können? Ist natürlich Unsinn, denn irgendwann kommt jeder kräftemäßig an seine Grenzen, spätestens wenn es um Rotwild, Elche u. dgl. geht. Nicht jeder Jäger muss selber nachsuchen können, nicht jeder hat die Zeit, die Möglichkeiten, die Fähigkeiten und, ja, die körperliche Fitness dafür. Es ist nicht einmal wünschenswert, dass jeder es versucht, sondern viel besser, das erfahrenen Spezialisten zu überlassen. Jagd ist meistens Teamwork und das ist eigentlich der Idealfall. Ansonsten geht es darum, seine eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten richtig einzuschätzen, aber das ist altersunabhängig von jedem verantwortungsbewussten Jäger zu fordern.

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    2. Der große böse Wolf

      Ich bin gegen das Töten generell, aber diesen Vorschlag mit der Alterbegrenzung finde ich gut. Das würde bestimmt einige Jagdunfälle verhindern.

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  3. Thomas Kammer

    Zustimmung für GRIMBART!
    Langsam sollte jedem von uns Jägern ein Licht aufgehen, dass wir ab dem Moment, in dem wir unser Haus verlassen und durch Führen der Jagdwaffe / des Vierläufers oder auch nur durch unsere Kleidung als Jäger “identifizierbar” sind ÖFFENTLICHKEITSARBEIT leisten – ob wir das wollen, oder nicht! Ob uns das bewusst ist oder nicht!
    Dies gilt auch im virtuellen Bereich – JEDER Post und JEDES Foto in (a)sozialen Netzwerken ist jagdliche Öffentlichkeitsarbeit.
    Leider Gottes gibt es unter uns Weidmännern Elefanten im Porzellanladen, die dadurch mehr Schaden anrichten, als uns lieb sein kann, denn diese Grantler sind, wenn man´s genau betrachtet, durch ihr Auftreten die größten Feinde der Jagd!
    Diese Thematik sollte endlich in jedem Jagdlehrgang eine Ausbildungsstunde wert sein – gute Jagdschulen praktizieren dies ja auch bereits!

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  4. Kr.-Itisch

    Wie immer eine Frage des Studiendesigns, Wortwahl, Fragestellung usw..
    Das sind alles Variablen, mit denen man eine solche Umfrage in die eine oder andere Richtung lenken kann. Schon das Wort Hobby- oder Freizeitjäger ist semantisch negativ besetzt. Gebe ich als Antworten z.B. „professionelle Schlachter“ oder „engagierte Jägerschaft“ vor, wird das Ergebnis anders ausfallen. Unterstelle ich in der Frage, dass die Berufsjäger von der Gemeinschaft bezahlt werden sollen, oder das der Entzug des Jagdrechtes einer (Teil-)Enteignung gleichkommt, wird das Ergebnis wieder anders ausfallen, usw.. Noch dazu ist diese Studie im Zusammenhang mit den letzten Jagd-Unfällen entstanden.
    Auch ist die Repräsentativität nicht sicher. Ohne absolute Zahlen lässt sich da gar nichts sagen. Stimmt z.B. der Verhältnismäßigkeit der Studienteilnehmer in den Ortsgrößenklassen mit der Realität überein?
    Man darf sicher davon ausgehen, dass wenn PETA eine solche Studie lanciert, das ist dies so designt, dass auch die ewünschten Ergebnisse dabei herauskommen.
    Allerdings, und das ist insoweit richtig, muss aufgeklärt werden, was es überhaupt bedeutet, wenn die private Jägerschaft nicht mehr da ist. Leider hört man immer auch noch auf PETA, insbesondere die urbanen Balkon-Tierschützer, die man auch mit besten Argumenten kaum erreicht.

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    1. Franky

      Sehr richtig – da wäre zunächst möglichst zeitnah mal von den Verbänden zu reagieren. Bspw., sofern möglich, mit Entlarvung falscher von PETA verwendeten Tatsachenbehauptungen. Dass z. B. jedes Jahr mehrere Dutzend Deutsche (aha, bei Jagdunfällen in unserem Staat evt. zu Tode gekommene Nicht-Deutsche sind demnahc also “nicht schlimm”? Interessante Auffassung der PETAisten!) von Jagdwaffen getötet oder verletzt würden, halte ich mindestens für überprüfungswürdig.
      Wo kommen solche Zahlen her? Lassen sie sich ggf. als unzutreffend hart nachweisen?
      Sollte das der Fall sein – was ich mal vermute – wäre das EINE Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam klarzumachhen, um was für eine “Streunertruppe” es sich bei der Organisation handelt – wobei dies natürlich in Bezug auf solche Umfrageergebnisse rsp. deren Veröffentlichung (im “Sommerloch”, wo sonst?) vor allem Sinn macht, wenn es zeitnah erfolgt, damit die Wirkung nicht verpufft.

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  5. Ralf

    Die Studie wurde von PETA mit einem gewünschten Ergebnis in Auftrag gegeben. Und wenn man überwiegend in (Groß-)städten befragen lässt, dann kommt man der Wunschvorstellung von PETA bzw. dem gewünschten Ergebnis auch “näher”. Überrascht das Ergebnis jemanden?

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  6. RK

    Zum Vorschlag mit der Altersbegrenzung: Ich halte dies für kontraproduktiv. Der nächste Schritt wäre dann zwangsweises Abgeben von Jagdschein (Folge: WBK meist weg). Wenn ein 85-Jähriger pachten will – warum nicht? Berufstätige haben oft zu wenig Zeit, um sich um die Pacht zu kümmern. Ältere haben (manchmal 😉 wertvolle Erfahrung. Ein Pächter kann sich genügend Unterstützung holen und muss auch Nachsuchen nicht zwingend selbst durchführen. Ich bin auch kein Anti-Diskriminierungsdogmatiker, plädiere aber im Zweifel für mehr Freiheit und Liberalität.

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