Um Elche zu jagen: Trump-Sohn schüttelt Personenschützer ab

Donald Trump Jr., der älteste Sohn von Donald Trump, bekanntlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat sich der Personenschützer vom Secret Service entledigt, um im kanadischen Yukon Territory Elche zu jagen. Schon bei der Anreise wurde er auf dem Flughafen von Whitehorse erkannt – ausgerechnet von einer Freundin des New York Times-Reporters Luke Dittrich, der ebenfalls auf dem Weg nach Yukon war, wo er (seufz!) ein Apartment besitzt. Trump Jr. reiste mit einem normalen Linienflug an, Economy Class, sein Gepäck bestand aus einem auffallenden Koffer für einen Jagdbogen und einem Seesack, seine Begleiter waren ein älterer Mann, vermutlich ein Mitjäger sowie ein Jugendlicher, geschätzt Anfang 20 – beide sahen so gar nicht nach Secret Service aus. Luke Dittrich schreibt, dass es leicht für ihn gewesen wärem Trump Jr.’s Aufenthaltsort zu recherchieren: Der Yukon sei riesig und winzig – die Landmasse von Frankreich und eine Bevölkerung von 33.897, die allermeisten davon in Whitehorse, man kennt sich in der Outfitter-Szene.

Viele Menschen im Yukon Territorium haben mehrere Jobs, so Dittrich, eine gute Freundin von ihm sei beispielsweise Schriftstellerin, Rockmusikerin, Schauspielerin und Hundeschlittenführerin und ab und zu heuert sie als Köchin oder Jagdführerin bei einem der großen kanadischen Outfitter an. Er erzählt ihr von der Begegnung am Flughafen, und ein paar Telefonate später weiß Dittrich, wo Trump Jr. ungefähr ist – und was er jagt. Normalerweise, schreibt er, hätte er jetzt aggressiv die wahrscheinlichsten Outfitter durchtelefoniert und sich in ihre Camps gequatscht. Doch Dittrich hält ein, als ihm klar wird, dass diese Vorgehensweise ernste Konsequenzen haben könnte: Die Entdeckung des Präsidentensohns würde vermutlich dazu führen, dass er aus Sicherheitsgründen aus der Wildnis evakuiert werden würde – und zu Schlagzeilen wie: Reporter gefährdet Präsidentensohn und versaut  ihm den Urlaub.

Aber Dittrich rechnet sich aus, wie lange der Jagdtrip vermutlich dauern wird und welches der wahrscheinlichste Termin für den Rückflug ist. Prompt gelingt es ihm, Trump Jr. am Flughafen zu treffen und ihm einige Fragen zu stellen, die dieser freundlich nicht beantwortet.

Auch wenn viele Trump Jr.’s Wunsch nach Privatsphäre gut verstehen dürften, muss er sich deutliche Kritik an seinem Vorgehen anhören, denn beispielsweis eine Entführung des Präsidentensohns würde die USA in eine sehr unangenehme Lage bringen. Kritisiert wird auch, dass der Schutz von Trump und seiner Familie – alles keine Stubenhocker –  Unsummen verschlingt: Erst im Mai wurden 34 Millionen Dollar zusätzlich für den Schutz des präsidialen Trosses bewilligt. Schon im August gab der Dienst bekannt, dass die Mittel bereits im September wieder aufgebraucht sein würden. Die Lebensweise der Trumps, schreibt Dittrich, treibt die Behörde in den Ruin, die ihr Leben schützen soll. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten und zitierten Beitrags in der NYT. (Screenshot)

 

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