Tschechien: Recht auf Waffenbesitz?

Update: Tschechischer Jägerverband unterstützt Chovanec

Update: Der größte Jägerverband Tschechiens Českomoravská myslivecká jednota (CMMJ) unterstützt das Vorhaben des tschechischen Innenminsisters, dem Recht auf Waffenbesitz Verfassungsrang einzuräumen und hat der Regierung eine entsprechende Petition mit 50.000 Unterschriften übergeben. Das berichtet die FAZ.

Tschechische Politiker gehören zu den entschiedensten Kritikern der von der EU-Kommission vorangetriebenen Verschärfung des Waffenrechts, die u.a. eine zeitliche Befristung von waffenrechtlichen Erlaubnissen, ein Verbot von halbautomatischen Schusswaffen und Psycho-Test für Legalwaffenbesitzer vorsieht. Der tschechische Innenminister Milan Chovanec plädiert jetzt dafür, das Recht auf Waffenbesitz in die Verfassung des Landes aufzunehmen. Zur Begründung führt er die sich “immer weiter verschlechternde” Sicherheitslage in Europa an, wie das Südtiroler Nachrichtenmagazin stol.it berichtet. Außerdem sei die von der EU-Kommission geplante Entwaffnung eines Teils der Waffenbesitzer “schlicht und einfach Unfug.” Chovanec schlägt daher stol.it zufolge vor, den 290.000 tschechischen Waffenbesitzern in der Verfassung des Landes den Status als “Garanten der Landessicherheit” zu verleihen. Dies würde das EU-Recht übersteuern. In einem – leider nur auf Tschechisch verfügbaren – Video hat Chovanec seine Gründe für seine Ablehnung der Verbotsvorschläge der EU-Kommission erläutert – mit einer Winchester vor der Brust. SE

Beitragsbild: Der tschechische Innenminister Milan Chovanec mit Winchester-Gewehr (Standbild aus dem Video, Quelle: Aktuálně.cz / Milan Chovanec.

4 Gedanken zu „Tschechien: Recht auf Waffenbesitz?

  1. Anko

    Das ist ein erfrischender Gegenentwurf zu etwa unserer in Deutschland seit 1933 in Deutschland restriktiven Erlaubnispraxis, die Waffenbesitz vertrauenswürdiger Bürger von einem “anzuerkennenden Bedürfnis” abhängig macht. Die Hürde liegt darin, was ein “anzuerkennendes” Bedürfnis ist. Das spezielle Bedürfnisprinzip wird immer wieder mit dem als gefahrpräventiv behaupteten Grundsatz begründet, es dürften nur “sowenig wie möglich Waffen ins Volk”. Wobei man mit demselben mit Priorität der Gefahrprävention eingeschränkten Freiheitsverständnis auch starkmotorisierte Kraftfahrzeuge, schnelle Sport- und und bei Unfällen aufgrund ihres Eigengewichts besonders gefährliche Geländewagen reglementieren könnte. Um nur einige Beispiele zu nennen. Für mich spricht nichts dagegen, vertrauenswürdigen und im sicheren Umgang geschulten Bürgern keine generellen Hürden für Schusswaffenbesitz und -erwerb in den Weg zu legen.

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  2. Michael Huber

    Altbundespräsident Gustav Heinemann (SPD) formulierte kurz und präzise: „Ein Staat ist immer nur so frei wie sein Waffengesetz.“

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    1. Anko

      Oh, herrliches Zitat. Passend zum Beitragsthema noch eins:

      „Nur schwache Gemeinwesen nehmen der Mehrheit die Freiheit, weil sie den Missbrauch der Freiheit durch eine kleine Minderheit fürchten.“ (Udo die Fabio,*deutscher Jurist und seit 1999 Richter am Bundesverfassungsgericht)

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  3. Werner M.

    Man längt in der EU und Deutschland durch unsinnige Gesetze von den tatsächlichen Problemen ab. Verbrecher gelangen immer an Tatgestände ( ob Schusswaffen, Fahrzeuge, Sprengstoffe, Messer…….. ) , daran wird auch die Verschärfung des Waffenrechts nichts ändern. Wir Bürger müssen uns gegen so manchen Unsinn der Politiker durch Proteste und unser Wahlverhalten wehren, sonst geht es besonders mit den EU-Bürokraten munter so weiter. So einige Länder haben es uns vorgemacht: Wir brauchen nicht für alle Dinge eine EU-Gesetzgebung. Die EU-Länder und die Bundesländer sollten lieber zu einer schnellen und vernüftigen Zusammenarbeit in der Verbrechensbekämpfung kommen.

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