Tschechien ist ASP-frei

Die EU-Kommission bestätigte gestern (26.02.), dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Tschechien erfolgreich ausgerottet wurde: Weniger als zwei Jahre nach Ausbruch der ASP und nach massiven Anstrengungen zur Bekämpfung der Seuche können nun mit Zustimmung aller Mitgliedsländer sämtliche über das Land verhängten Restriktionen aufgehoben werden, teilte die EU-Kommission in einer Presseerklärung mit. Im Juni 2017 war der Ausbruch der ASP bei einem Wildschwein im Bezirk Zlín festgestellt worden. Daraufhin entsandte die EU eine veterinärmedizinisches Notfallteam, das in Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Behörden Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche umsetzte. Diese gezielten Maßnahmen seien auch in den vergangenen Monaten in Belgien implementiert worden, dem zuletzt von der ASP betroffenen Mitgliedsstaat. Seit April 2018 sind in Tschechien keine neuen ASP-Fälle mehr aufgetreten. Die Umsetzung der Maßnahmen zur ASP-Bekämpfung durch die tschechischen Behörden, wozu etwa die wildschweinsichere Abriegelung der Infektionsgebiete und die intensive Bejagung der Sauen unter Beteiligung von Scharfschützen des Militärs gehörte, gilt als vorbildlich. Der Vorschlag, die für Tschechien geltenden Restriktionen aufzuheben, ist vom Ständigen Ausschuss der EU-Kommission einstimmig angenommen worden.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit, begrüßte die Entscheidung: Das Beispiel Tschechiens zeige, dass die ASP kontrolliert und ausgerottet werden kann, wenn die von der EU entwickelten Maßnahmen und Strategien ordnungsgemäß angewendet werden. “Es zeigt, dass unsere Methoden effektiv sind und es keinen Raum für ungerechtfertigte Handelsrestriktionen gibt”, lobte (sich) Andriukaitis, “Das ist eine kleine Belohnung, aber wir können es uns nicht leisten, in unseren Anstrengungen nachzulassen, denn der Kampf gegen die ASP geht weiter.”

Die EU-Kommission wird die Entscheidung in den kommenden Wochen formell verabschieden. PM/SE

Beitragsbild: Erlegtes Wildschwein (Symbolbild). Foto: SE

4 Gedanken zu „Tschechien ist ASP-frei

  1. jochen

    So funktioniert das also, wenn man statt endlos labbert, auch mal handelt? Habe starke Zweifel, ob das hier auch so klappen würde.

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  2. A.Kry.

    Die Sache hat (vermutlich) einen Haken. Die (erfolgreichen) Massnahmen in Tschechien stützen sich auf eiem räumlich konsequenten, differenzierten Vorgehen im “Kernbezirk”, im “gefährdeten Bezirk” , sowie in der “Pufferzone”. Entspricht – mehr oder weniger – einer Jagdruhe , Vermeidung der Beunruhigung in der Kernzone, drastischer Reduktion des SW im gefährdeten Bezirk , sowie starker Reduktion in der Pufferzonne. https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00005433/DJV-FLI_Massnahmenkatalog-ASP_101017.pdf . Was passiert jedoch , wenn sich im Kernbezirk ein Rudel Wölfe aufhält und die Jagd auf Wildschweine macht, die aufgrund von Suchengeschehen (vermutlich) eine leichte Beute darstellen ?. Wie werden die WS Rotten reagieren ?. Es gibt so gut wie keine belegbaren Aussagen über die räumliche Reaktion des SW auf die Prädation seitens Wolfes – irgendjemad hat hier “vergessen” die Hausaufgaben zu machen. Im “Fall eines Falles” in der wolfsreichen Lausitz kann man nur hoffen und beten , dass die infizierten WS keine oder unbedeutende (räumliche) Reaktion zeigen. Sonst macht das Vorgehen wie in Tschechien keinen Sinn. Hier sind eben Fragen offen, die das Wolfsmanagement beantworten muss. ( es gibt noch mehr solche “offene” Probleme , die jetzt nur hypothetisch klingen, aber irgendwann mal durchaus real sein können) .

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