Truppenübungsplatz Klietz: Mehr Wölfe, weniger Rotwild-Kälber

Die Wolfsbeauftragte für den an der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt gelegenen Truppenübungsplatz Klietz  geht davon aus, dass sich das auf dem Militärgelände ansässige Wolfsrudel auch dieses Jahr erfolgreich reproduziert hat. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). 2016 war erstmals ein Reproduktionsnachweis gelungen, damals haben die Wölfe sieben Welpen großgezogen, im Jahr darauf waren es drei Welpen. Für Nachweise des diesjährigen Nachwuchses ist es noch zu früh, da Wolfswelpen im April/Mai gewölft werden, und die Fähe die ersten vier Wochen mit ihrem Nachwuchs in der Wurfhöhle verbringt. Auffällig sei, so die Wolfsbeauftragte Birgit Büttner laut MAZ, dass es in den Rotwildrudeln immer weniger Kälber gebe. Dies sei “im Vergleich zu früher extrem zu bemerken.” Da sich das Rotwild wegen der Anwesenheit der Wölfe zu Großrudeln zusammenschließe, sei die Anzahl der Kälber gut zu bestimmen. red.

Beitragsbild: Weibliches Stück Rotwild (Archivbild). Foto: SE

2 Gedanken zu „Truppenübungsplatz Klietz: Mehr Wölfe, weniger Rotwild-Kälber

    1. Cedrik

      Ich habe Jagden nach Polen in unterschiedlichste Gebiete und Oberförstereien organisiert (Rotwild, Wisent). Natürlich habe ich mich mit den für die Jagd verantwortlichen Förstern auch über das Thema “Wölfe” unterhalten.
      Die Jagdstrategien haben sich dort schon lange geändert. In starken Rotwildgebieten ist ohnehin meist weniges Rehwildvorkommen. Wegen der Wölfe und der Luchse werden in sehr vielen Gebieten in Polen kein weibliches Rehwild und auch keine Kälber auf der Ansitzjagd geschossen. Bei bis zwei straff organisierte Drückjagden wird auch weibliches Rotwild bejagt. Dann ist Ruhe im Revier. Mit dieser einleuchtenden Jagdstrategie hat Polen einen guten Rotwildbestand trotz Wölfe und Luchse. (Nach inoffiziellen Schätzung eines polnischen Jägers werden jährlich etwa 20% des Zuwaches der Wölfe geschossen.) In Norwegen rechnet man dass ein Wolf etwa acht Elche (Jungtiere) frisst. In Karelien (Russland) bekommt der Erleger eines Wolfes eine kostenfreie Lizenz für den Abschuss eines Elches. In Estland wird der Wolf und der Luchs bejagt. Vielleicht ist die Ansicht estnischer Jäger interessant: “Lieber einen Wolf als einen Luchs – vor allem im Hinblick auf Rehwild. Vielleicht sind diese Erfahrungen die mir mitgeteilt wurden ein Denkanstoss für die Strategie der Rotwildbejagung im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung des Wolfes.

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