Tödlicher Jagdunfall – Gericht verhängt Haftstrafe

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Mann wegen Zerstörung von Rotmilan-Horst verurteilt +++ Niedersachsen: Abschussgenehmigung für Problemwolf nochmals verlängert +++ Bayern: Beifahrer bei Wildunfall mit Wildschwein getötet +++ Baden-Württemberg: Acht Wildschweine überfahren +++ Schweiz: Wolf reißt 41 Schafe +++ Sachsen: Wolf reißt 17 Schafe in einer Nacht +++ Niedersachsen: Jungrind vermutlich von Wolf gerissen +++

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg (JAWINA berichtete), bei dem eine 86 Jahre alte Rentnerin in ihrem Garten von einem Jäger erschossen wurde, ist ein Urteil ergangen. Das Amtsgericht Bad Kreuznach sprach den 61-jährigen Angeklagten aus Bingen schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Das Gericht folgte damit dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenkläger. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann bei einer Wildschweinjagd unter Außerachtlassung der Sicherheitsvorschriften und entgegen der Anweisung des Jagdleiters hangabwärts geschossen habe. Die Getötete befand sich dabei in direkter Schusslinie. Die Schilderung des Angeklagten, er sei lediglich ausgerutscht und habe nie in diese Richtung schießen wollen, bezeichnete die Staatsanwaltschaft als bloße Schutzbehauptung. Der Richter befand, der Mann habe sich schwammig und abenteuerlich zu dem Vorfall geäußert.

Der Verteidiger des Jägers hat einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert und das Urteil als “falsch” bezeichnet. Er kündigte Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. red.

Beitragsbild: Die Erlegung eines Wildschweins rechtfertigt es nicht, ein Risiko einzugehen (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Tödlicher Jagdunfall – Gericht verhängt Haftstrafe

  1. Pirschjäger

    …Mensch vor Wild! Schade, dass immer etwas passieren muss, damit wir Jäger uns kurzzeitig wieder an unsere besondere Verantwortung beim Umgang mit der Waffe erinnern.

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