Tierrechtsdemo bei Prädatorensymposium: Schrille Emotionen

„Schande, Schande, Mörderbande“ oder „Tiere haben Rechte – Jagd ist Mord“ schrie ein fanatischer Tierrechtler geifernd ins Megaphon, und etwa 80 Demonstrant*Innen kreischten vor der Grünberger Gallushalle lautstark mit. Eine möglicherweise der Gießener Tierrechtsszene zuzuordnende rabiate Demonstrantin zielte – hinter einem großen Transparent versteckt – in infantiler Weise mit einem Spielzeuggewehr in Richtung Grünröcke.

Der Unterhaltungs- und Belustigungsfaktor dieses Aufzugs war groß für die über 400 Jäger, Jagdgenossen und waschbär-geschädigten Bürger, die Ende August im Bürgerhaus an der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Artenschutz und Prädatoren“ der Jägervereinigung Oberhessen teilnahmen. Auch die Grünberger Polizei, die diesen seltsamen Aufzug souverän begleitete, kam auf ihre Kosten. Wann bekommt man schon einmal in der Gallusstadt solche Comedy-acts live zu Gesicht?

So schwang zum Beispiel eine Riege reiferer Tierschutz-Damen, in Tierkostüme gehüllt, als Zeichen ihres entschiedenen Protests wie dazumal Elvis Presley die Hüften zum „Anti-Jäger-Protest“, ohne dem vitalen Schwung des jungen „King of Rock’n Roll“ auch nur annähernd nahe zu kommen. Um die Transparente eines obskuren „Aktionsbündnisses Fuchs“ scharten sich vor dem Beginn des großen Geschreis verlegen dreinblickende Teenies. Die „Tierschutzpartei“ hatte ebenfalls ihre „Frauen-Front“ ins Gefecht gegen die Fallen- und Fuchsjagd entsandt.

Auf dieser von schrillen Emotionen gekennzeichneten Kundgebung fiel vor allem die totale Übermacht des weiblichen Geschlechts auf. Die wenigen männlichen Tierschützer hielten sich (etwa als Drahtzieher?) meist im Hintergrund, der Chef-Agitator versteckte sein Gesicht hinter dem Megaphon, um nicht fotografiert zu werden. Wollte hier vielleicht ein Tierrechtler vermeiden, dass der Verfassungsschutz sein Konterfei ablichtet? Zudem fiel auf, dass eine ganz Reihe von Demonstrant*Innen partout das Licht der Öffentlichkeit scheute: Diese Protestler versuchten, ihr Gesicht ständig hinter Transparenten und Plakaten zu verbergen. Zivilcourage und Glaubwürdigkeit sehen anders aus.

Immerhin wurde auf dem Parkplatz vor der Gallushalle auch ein Fahrzeug des Deutschen Tierschutzbunds mit Werbung für das „Deutsche Haustierregister“ gesichtet. Dessen hessischer Ableger, der Landestierschutzverband (LTVH), hatte gemeinsam mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, der Vereinigung Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Hessen, dem Haustierregister Tasso, Wildtierschutz Deutschland, der Tierrechtsgruppe Gießen und dem Verein TierfreundLich zur Demo aufgerufen.

Die enge Beziehung dieser Gruppierungen, von denen mehrere auch dem im Wiesbadener Umweltministerium angesiedelten Landestierschutzbeirat angehört, zur Partei der Grünen ist keineswegs zufällig. Denn kaum weniger abgehoben und wirr als die Parolen der Jagdgegner klangen anschließend in der Veranstaltung „Prädatoren und Artenschutz“ die Argumente der jagdpolitischen Sprecherin der hessischen Öko-Partei, Ursula Hammann. Hubert Weidmann

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Beitragsbild: Demonstrantin schwenkt eine der vom FBI als Terrororganisation eingestuften Animal Liberation Front und zeigt mit einer Plastikwaffe auf Jäger und Fotografen. Quelle: privat

3 Gedanken zu „Tierrechtsdemo bei Prädatorensymposium: Schrille Emotionen

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Bei dieser Veranstaltung der Jägervereinigung Oberhessen war ich zugegen und habe einen Vortrag gehalten, wie man bei JAWINA nachlesen kann. Die Demonstration des Jagdgegner-Häufleins hatte eher belustigenden Charakter für die Teilnehmer. Das wirklich Erschreckende trat in der Podiumsdiskussion nach den Vorträgen mit ideologisch verzerrter Fratze zu Tage. Der hessische Umgang mit der EU-Verordnung und die Argumente von Frau Ursula Hammann, ihres Zeichens Vizepräsidentin des hessischen Landtags und prominentes Mitglied der Chlorophyllpartei, pro Schonzeit für hessische Waschbären waren der eigentliche Skandal dieser Veranstaltung. Die klare Forderung der EU, invasive Arten wie beispielsweise den Waschbären, zurückzudrängen und sie an der weiteren Ausbreitung zu hindern, wird von der grünen Umweltministerin Hessens mit der Schonzeit für die Landplage Waschbär ausgehebelt. Man kann dem Landesjagdverband Hessen nur empfehlen, mit Hilfe eines tüchtigen Anwalts gegen diesen Missstand vorzugehen.

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  2. Kr.-Itisch

    Seine Meinung in Demo‘s kund zu tun, ist gutes Recht der Menschen in Deutschland. Endet die Meinungsfreiheit allerdings in brennenden oder zerstörten Hochsitzen, ramponierten Autos, Störungen der Jagd etc., dann ist das strafrechtlich relevant. Bezeichnend ist, dass diesen Gruppen eine gewisse Nähe zu diesen Taten nicht abzusprechen ist. Auf diversen Web-Sites werben sie sogar damit. Noch schlimmer ist, dass derlei Straftaten seitens der Verfolgung und Justiz ziemlich stiefmütterlich behandelt werden. Eigentlich müsste der Verfassungsschutz um einige dieser „Gestalten“ kümmern. Aber das ist vielleicht von Regierungen,an den die Grünen beteiligt sind, so gewollt.
    Zum Thema Tierregister kann ich nur empfehlen, dass der DJV ein eigenes Register auflegt. Dann wären Tasso u.Ä. endlich außen vor.

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