Tierfreunde fordern: Nie mehr “Fuchs, du hast die Gans gestohlen”

Bürgermeister: Wollte nur “nett” sein

Die militanten Tierrechtler von Peta unterstützen die Forderung einer Veganerin, das Kinderlied “Fuchs, Du hast die Gans gestohlen” nicht mehr vom Glockenspiel des Limburger Rathauses spielen zu lassen (JAWINA berichtete). Dass der Bürgermeister Limburgs, Dr. Marius Hahn, dieser Bitte entsprochen hatte und das Lied “vorübergehend” aus dem Repertoire des Glockenspiels entfernte, hat bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Die Tierfreunde fordern nun einem Bericht der FAZ zufolge, dass das Lied dauerhaft gestrichen werden solle: Altertümliche Lieder wie dieses oder auch Märchen wie “Rotkäppchen und der böse Wolf” seien “leider noch immer weit verbreitet und senden vor allem an Kinder ein falsches Zeichen, indem sie ein schlechtes Licht auf bestimmte Tiere werfen”, zitierte die FAZ die umstrittene Organisation. Ins gleiche Horn der Intoleranz und Indoktrination stieß der Vegetarierbund Deutschland: Es sei gut, Traditionen kritisch zu hinterfragen. Wenn sie nicht mehr zeitgemäß seien, sollte man sich von ihnen verabschieden, so ein Sprecher des Vegetarierbundes gegenüber der FAZ: Unsere Tradition sei so vielfältig, dass sie nicht gleich zusammenbreche, wenn man sich von einem Lied trenne.

Der Limburger Bürgermeister hat in einem Interview mit der FAZ seine Sicht der Dinge dargelegt. Er habe nur nett sein wollen, erklärt er, und der armen Veganerin einen Gefallen tun wollen. Die Aufregung um die Glockenspiel-Zensur verstehe er nicht: Es sei “einfach nur ein nett gemeinter Gefallen für eine Bürgerin” , dafür sei er als Bürgermeister doch da.

Beitragsbild: Fuchsrüde Peter, nach wiederholtem Gänsediebstahl in einer sofort tötenden Totschlagfalle im Fangbunker weid- und tierschutzgerecht erlegt. Foto: SE

4 Gedanken zu „Tierfreunde fordern: Nie mehr “Fuchs, du hast die Gans gestohlen”

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Zu der Realitätsferne und Beschränktheit des Erkenntnisapparates, man kann auch Engstirnigkeit sagen, einiger “Stadtjappel” fällt einem bald nichts mehr ein. Was würde wohl passieren, wenn eine arme Frau im Kopftuch bei Dr. Hahn vorstellig wird, und nett darum bittet, das Geläut des Limburger Doms abzustellen, weil es ihre Gefühle verletzt?
    Müssen Schlachter, Metzger und Fleischhauer demnächst ihre Berufsbezeichnung und die Schilder an ihren Geschäften auf Wunsch von ein paar naturentfremdeten Ökofantasten ändern? Wie lange darf man noch Jägerschnitzel sagen? Es darf ja jeder ruhig bei seiner Tofu”wurst” bleiben, aber genauso möchte ich in Ruhe meinen Frischlingsrücken oder meine Rehfrikadelle ohne ständige unsachgemäße und die Realität leugnende Angriffe von Ökodiktatoren genießen! Und meine Enkel müssen weiter in aller Ruhe und mit voller Berechtigung “Fuchs du hast die Gans gestohlen” und andere alte Kinderlieder singen dürfen!

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    1. admin Beitragsautor

      Apropos Stadtjappel: Hiermit liefere ich den herausgekürzten Kommentarteil nach:

      […] Es sei „einfach nur ein nett gemeinter Gefallen für eine Bürgerin“ , dafür sei er als Bürgermeister doch da.

      Möglicherweise irrt Bürgermeister Hahn hier [Hinweis für Grimbart: Jetzt kommt der kommentierende Teil]: Man kann als Politiker nicht immer nur nett sein. Manchmal ist klare Kante gefragt. Zum Beispiel und gerade gegenüber Minderheiten – und das sind Vegetarier und Veganer nach wie vor – die besonders lautstark auftreten und eine gewisse Virtuosität im Umgang mit sozialen Medien an den Tag legen, weshalb sie zahlreicher und gewichtiger erscheinen mögen, als sie sind – und der Mehrheit ihre Ideologie aufzwingen wollen. Mit seinem Unvermögen, die Reaktionen auf sein freundliches Entgegenkommen zu antizipieren, verrät Bürgermeister Hahn einen bemerkenswerten Mangel an politischem Instinkt. Denn es ist mehr als zweifelhaft, ob es dauerhafte Mehrheiten bei Wahlen sichert, die Partikularinteressen von Minderheiten zu bedienen.

      Wohin dergleichen führt, verdeutlicht der rot-rot-grüne Berliner Koalitionsvertrag in erschreckender Weise: In einer Stadt mit massiven Problemen – gigantische Schulden, marode Straßen und Schulen, fehlende Schul- und Kindergartenplätze für 80.000 Kinder, ein gravierende Sicherheits- und Kriminalitätsproblem, ein Großteil der Bevölkerung lebt von staatlichen Transferleistungen, usw, usf. – widmet sich eine komplett bodenhaftungsbefreite Politik den Anliegen ihrer Lieblingsklientel und der “Umerziehung der Stadtgesellschaft”, wie Regina Mönch in der FAZ schreibt [http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/vertrag-der-neuen-koalition-wie-rot-rot-gruen-berlin-umerziehen-will-14641104.html]: “Förderung von Selbstbestimmung und Selbstorganisation“ der LSBTTIQ*-Communities, der „Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen, Transgendern, Intersexuellen und Menschen, die sich als Queer verstehen, queere Jugendzentren, Mehrelternschaften, spezielle Tierversuche, eine Schutzordnung für freilaufende Katzen, ein Mehrwegbechersystem – das sind so die Themen, um die es im Koalitionsvertrag geht. Die Folgen sind abzusehen: Ein sich weiter vertiefende Entfremdung zwischen Bürgern und Politik – und wenig erfreuliche Wahlergebnisse als Quittung in einer nicht allzu fernen Zukunft. SE

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  2. Paul

    wie sagte sagte Einstein … ? .. >>.. ” zwei Dinge sind unendlich : das Weltall und die menschliche Dummheit; Beim Weltall bin ich mir jedoch nicht ganz sicher “

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  3. R.M.

    Den Kommentaren von Prof. Dr. Pfannenstiel braucht man als ein Mensch mit gesundem Menschenverstand nichts weiters hinzufügen. Leider aber wir aber in Deutschland schon eine Reihe Menschen die weltfremd leben und sich durch verbreiteten Unsinn täuschen lassen. Bei mir und der überwiegenden Bevölkerung gibt es halt eben noch keine lila Kühe und Fleisch kommt auch von zuvor geschlachteten Tieren. Metzger, Landwirte, Schäfer, Angler, Jäger usw. sind auch keine Mörder, denn wer soetwas behauptet muss krank im Kopf sein. Bürger mit einem vernüftigem Menschenverstand achtet daher genau darauf, was Politker und Parteien uns erzählen wollen und wie sie bisher gehandelt haben!

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