Thüringen: Wölfe treiben Schafe auf die Autobahn

Niedersachsen: NLWKN bestätigt: Wölfe für Ausbruch von Pferden bei Selsingen verantwortlich

Bei Wechmar, einem Ort in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf (Landkreis Gotha) haben Wölfe zwei Ziegen und ein Schaf gerissen. Weitere fünf Schafe brachen aus der Koppel aus und wurden mehrere Kilometer weit auf die Autobahn 4 getrieben. Die Tiere wurden von zwei Sattelzügen erfasst, die nicht mehr bremsen oder ausweichen konnten. Personen kamen nicht zu Schaden, an den Fahrzeugen entstand nach Schätzung der Polizei ein Sachschaden in Höhe von ca. 3000 Euro. Die übrigen Tiere wurden von den Schäfern zurück in ihrem Pferch getrieben. Auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebt eine Wölfin, die einen Wurf Mischlingswelpen großzieht. Drei der ursprünglich sechs mit einem Hund gezeugten Wolfshybriden sollen noch am Leben sein.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat auf Anfrage von JAWINA bestätigt, dass Wölfe den Ausbruch einer Pferdeherde am 9. Mai bei Selsingen im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (JAWINA berichtete) verursacht haben. Die 28 Pferde hatten in blinder Panik den Koppelzaun durchbrochen und waren auf die Bundesstraße 71 gestürmt. “Wir können den Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit als Verursacher des Pferdeausbruches in Selsingen bestätigen”, schreibt der NLWKN an die JAWINA-Red.: “Ein spezielles Gutachten liegt nicht vor. Im Rahmen der Richtlinie Wolf wird die Verursacherschaft eines Nutztierschadens (hier Pferdeausbruch) amtlich festgestellt. Bei dem Pferdeausbruch in Selsingen führten die Augenzeugenaussage, Fotofallenbilder, Vorkommnisse und Wolfssichtungen in der näheren Umgebung zur Feststellung, dass Wölfe an dem Vorfall mit hoher Wahrscheinlichkeit beteiligt waren.”

Bei einem Vorfall in Undeloh (Landkreis Harburg, Niedersachsen), bei dem zwei Pferde am 13. Juni an den Vorderbeinen verletzt wurden, ließ sich keine Beteiligung von Wölfen nachweisen, wie das Abendblatt berichtet. red.

Beitragsbild: Wer möchte heutzutage noch Schaf sein? Foto: SE

 

 

7 Gedanken zu „Thüringen: Wölfe treiben Schafe auf die Autobahn

  1. Annegret Sproesser

    Wer kommt für den Schaden auf?

    Bei Veranstaltungen, bei denen Weidetierhalter und Vertreter der Umweltministerien aufeinandertreffen, wird diese Frage regelmäßig wieder gestellt.
    Soweit ich weiß, sind die Umweltministerien bislang die Antwort schuldig geblieben.
    Meiner Meinung nach müssen die Umweltministerien, die verbieten die Wolfspopulation zu reduzieren für den Schaden aufkommen, nach der
    Devise, Wer bestellt-zahlt!
    Der Herdenschutz ist inzwischen an seine Grenzen gestoßen. Es werden Schafe auf vorschriftsmäßig geschützen Weiden, selbst mit
    Herdenschutzhunden gerissen. Für mich ist das ein Zeichen, zusammen mit den zunehmenden Zahlen an verkehrstoten Wölfen, dass
    unser Ökosystem und und unsere Zivilisation mit diese hohen Anzahl an Wölfen überfordert ist.

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    1. Ralf

      Wer für den Schaden aufkommen sollte? Eigentlich diejenigen, die von der Anwesenheit der Wölfe profitieren und ihn ja als so wichtig und hoch schützenswert erachten. Ich lasse dann mal offen, wer das wohl sein wird…

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  2. Anko

    Läuft. Nach den seit Monaten explodierenden Wolfsvorfallmeldungen aus allen Ecken der Republik kann man nur zu dem Ergebnis kommen, dass der Punkt eines “guten Erhaltungszustandes” des Wolfes schon lange überschritten ist.

    Wie auf anderen Gebieten scheuen die verantwortlichen Politiker auch hier wohl “häßliche Bilder”, die ein regelndes und regulierendes Eingreifen mit sich bringen mag. Und tolerieren die hässlichen Bilder, die die Wolfsrisse an Nutztieren allwöchentlich produzieren. Abwartendes und hinhaltendes Nichtstun als neuer Politikstil an allen Fronten.

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  3. UT

    Ihr wollt für die 708 Tausend Euro Schäden, die die Wölfe anrichten einen Schuldigen? Vielleicht findet man tatsächlich jemanden?!? Aber Vorsicht! Vielleicht kommen die Versicherer in dem Zuge auch auf den Gedanken, dass für den alljählichen Wildunfallschaden in Höhe von 682 Millionen Euro, den zu beklagenden Unfalltoten und Verletzten die Jägerschaft verantwortlich sein könnte, die die Wildbestände nicht mehr unter Kontrolle haben……..? Lasst diese Schulddiskussion einfach sein!

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    1. Ralf

      Das sehe ich anders. Wild gehört in Wald und Feld, oder? Das ist ein quasi von der Allgemeinheit hinzunehmendes Risiko.
      Wölfe, die Wild und Weidevieh vor Autos treiben, waren lange ausgerottet und erhöhen jetzt das Unfallrisiko zusätzlich. Auch durch die Hetze der Wölfe steigen die Verkehrsunfallzahlen mit Wild- und Weideviehbeteiligung. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

      Mal abgesehen davon gibt es auch jetzt bereits die Haftung des Jagdleiters einer Drückjagd, wenn nachgewiesen werden kann, dass z.B. eine notwendige Beschilderung bei der Drückjagd fehlte.

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  4. Ronbi

    Die Politik untrnimmt nichts wesentliches, weil sie sich vor dem shitstorm fürchtet.
    Lang lebe das Internet der Dummheit.

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