Thüringen: Vermisste Bracke vermutlich erschossen

Die Deutsche Bracke Cloe vom Pferchberg, die am 31.10. bei einer Jagd im Revier Kienberg des thüringischen Forstamts Gehren, ca. drei Kilometer westlich von 07422 Solsdorf verlorenging, ist vermutlich tot. Die Hündin hatte eine Rotte Sauen gesprengt, der Beobachtungen von Mitjägern zufolge ein wahrscheinlich kranker Keiler in größerem Abstand folgte. Der Hundeführer nimmt an, dass die Hündin bei dem kranken Stück war und es bedrängte. Während der Jagd riss der GPS-Kontakt zu der Bracke plötzlich ab. In der Nähe des letzten GPS-Kontakts fanden Helfer die abgeschnittene GPS-Halsung der Hündin: Zerschossen und an der Ausschussseite voller Schweiß.

suchmeldung

Cloe auf den Bildern der Suchmeldung, die der Besitzer im Internet gepostet hatte.
Copyright: privat

Cloe trug während der Jagd Signal- und Ortungshalsung sowie eine Signalweste. Der Besitzer und Hundeführer ist auf dem Weg nach Thüringen, um mit Hilfe der letzten bekannten GPS-Koordinaten Aufschluss darüber zu erlangen, von welchem Stand aus die Hündin beschossen worden sein könnte. Bei der Polizei und der Unteren Jagdbehörde wurde Anzeige erstattet, die Ermittlungen laufen. SE

garmin2

Die abgeschnittene GPS-Halsung der Hündin, zerschossen und mit Schweiß bedeckt.
Foto: privat

6 Gedanken zu „Thüringen: Vermisste Bracke vermutlich erschossen

  1. Jürgen Aurahs

    Nach diesem Trefferbild zu urteilen müßte das Geschoss am Anschuss zu finden sein ( bleifrei geschossen? ) – dann steht die Richtung aus der die Kugel kam und das Kaliber fest. (Metallsuchgerät). Unabhängig davon – für jeden Hundeführer ist der Verlust eines hochgeschätzten Jagdhundes durch derart charakterlose Schießer ein Albtraum. Ich wünsche diesem Antijäger viele schlaflose Nächte.

    Antworten
  2. Marco L.

    Ich als aktiver Hundeführer und Züchter wünsche mir das man den Schützen ermitteln kann und diesen auch zur Rechenschaft zieht.
    Leider muß ich die letzten Jahre feststellen das sich solche Vorfälle immer mehr häufen mit gleicher Handlungsweise der Täter danach,denn als solche sind sie zu sehen.
    Fehler können und werden immer wieder passieren aber mann muß sich ihnen wen sie passiert sind auch stellen, was nicht nur eine Frage des Charakters , sondern und vor allem der Zuverlässigkeit eines Jägers ist.
    Leider muß man auch feststellen das Teile der heutigen Jägerschaft solchem Tun mehr als nur passiv in ihrem Handeln gegenüber stehen was unser Bild in der Öffentlichkeit in der heutigen Zeit nicht gerade dienlich ist.
    Man kann die Arbeit und Mühen von Züchtern,Hundeführern und Abrichtern nicht hoch genug schätzen dafür das sie brauchbare Hunde der Jägerschaft immer wieder zur Verfügung stellen den dazu gehört schon eine gehörige Portion Idealismus.

    Antworten
  3. Klaus B.

    Ich bin, war muss man korrekterweise sagen, der Halter von Cloe. Nachdem ich bis zum 31.12.14 (also zwei Monate nach dem Vorfall) von der zuständigen LPI in Thüringen nichts gehört habe, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, den Rat eines Hauptkommissars, der auch der Halter von Cloe’s Bruder ist, aufzugreifen und den Ablauf der Geschehnisse aus meiner Sicht, damit diese Gegenstand der Ermittlungsakte werden, zu Papier zu bringen.
    Zwei Wochen später versuchte ich vergeblich, den zuständigen Ermittlungsbeamten telefonisch zu erreichen. Am dritten Tag meiner Bemühungen, den 14.01.15, rief er dann zurück. Den Inhalt des Gespräches machte mich nicht glücklich, mußte ich den Eindruck gewinnen, dass ermittlungstechnisch noch nichts passiert ist, ausser, dass die zerstörte Garmin-Halsungen noch in der KTU Erfurt weilt (-> wenn diese nicht erst nach Erhalt meines Schreibens zur KTU verbracht worden ist). Des weiteren erfuhr ich, dass mein Schreiben dezidierte Fragen aufwarf, was noch einer Befragung bei meiner zuständigen Polizeidienststelle nach sich ziehen würde. Zwei Wochen später (heute) noch keine Vorladung.
    Nach heutigem Gespräch mit dem FoAl Gehren werde ich nun, da nach jetziger Indizienlage nicht nur zwei Sachbeschädigungen (Cloe + Garmin-Halsung), sondern auch strafrechtlich relevante Dinge betroffen sind, wobei eine mit Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren geahndewt werden kann, die zuständige Staatsanwaltschaft, wie auch die UJB schriftlich zu informieren, in der Hoffnung, dass dann die Ermittlungen ein bisschen mehr Fahrt aufnehmen werden.

    Antworten
  4. Buttig

    Ich würde meinen Hund zu solchen Jagden niemals laufen lassen.
    Das Risiko bei diesen zusammengefahrenen Schießern ist doch einfach viel zu hoch!
    In angrenzenden Revieren (Forstamt Gehren) werden Hunde auch mal weggefangen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.