Thüringen: Rinnsal als Stromspeicher?

NABU und Jägerschaft protestieren in einer gemeinsamen Presseerklärung gegen den Bau des Pumpspeicherwerks Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)

Mit dem zwischen Schweinbach und Unterloquitz geplanten Pumpspeicherkraftwerk würde “erneut ein idyllisches Tal im Thüringer Schiefergebirge in den Fluten eines Staus verschwinden”, wie es auf der Nabu-Webseite heißt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung weisen beide Naturschutzverbände – der NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V. und die Jägerschaft Saalfeld und Umgebung e.V.– auf das unzureichende Wasserdargebot des Schweinbaches hin. Derzeit gleicht der Schweinbach einem Rinnsal. In großen Teilen des Jahres hat er nur eine sehr geringe Wasserdurchflussmenge.

Rinnsal Schweinbach

Dieses Rinnsal soll ein Pumpspeicherwerk speisen.
Foto: NABU Saalfeld-Rudolstadt

Der Schweinbach besitzt nur ein kleines Wassereinzugsgebiet. Das Oberbecken und die unterirdischen Kraftwerksanlagen werden im Quellgebiet des Schweinbaches gebaut. Es besteht dadurch die Gefahr, dass man sich selbst das Wasser abgräbt, so beide Verbände. Die Oberflächenverdunstung von Ober- und Unterbecken kann durch das Schweinbachwasser nicht kompensiert werden.

Schweinbachtal

Das Schweinbachtal – bald ein Staubecken?
Foto: NABU Saalfeld-Rudolstadt

Die STRABAG erwägt Wasser aus der Loquitz heranzupumpen. Dies führt in diesem bisher von großen Stauanlagen verschonten Fluss zu gravierenden Eingriffen. Die Fließgewässer-dynamik wird beeinträchtigt und die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gefährdet. Das Land Thüringen plant Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit und des ökologischen Zustandes in der Loquitz zwischen Unterloquitz und Hockeroda.

Der Standort zwischen Unterloquitz und Schweinbach ist für ein Pumpspeicherkraftwerk ungeeignet. Das Wasserangebot reicht nicht aus und es werden wertvolle Lebensräume vernichtet, so NABU und Jägerschaft Saalfeld und Umgebung. PM

Fotos: NABU Saalfeld-Rudolstadt

 

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