Thüringen: Kabinett beschliesst Änderungsentwurf des Jagdgesetzes

Bleischrot und Totschlagfallen sollen verboten, Schalldämpfer erlaubt werden. Schießnachweis künftig Voraussetzung für Teilnahme an Gesellschaftsjagden

Der Gesetzentwurf für das neue Jagdgesetz wurde am Dienstag (19. März 2019) vom Kabinett beschlossen und dem Thüringer Landtag zugeleitet. „Seit 2015 haben wir in unzähligen Foren, Abstimmungen und öffentlichen Podien die Thematik behandelt. Sorgfältig wurde jeder Änderungsvorschlag aufgenommen, abgewogen und je nach fachlicher Eignung eingearbeitet. Das Ergebnis ist ein zeitgemäßer und moderner Entwurf, der unter breiter Beteiligung erfolgte“, behauptet die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller (Die Linke).

Das Jagdgesetz war zuletzt 2006 neu gefasst worden. „Ziel der Überarbeitung ist, dass sich die Jagd an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen orientiert und die neuesten Erkenntnisse der Jagdpraxis, des Tierschutzes und der Lebensmittelhygiene berücksichtigt werden“, so Keller.

Der vorliegende Entwurf sieht zahlreiche Neuregelungen vor, wie beispielsweise das Verbot von bleihaltigem Schrot und Totschlagsfallen. Schalldämpfer sollen verwendet werden dürfen. Für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden wird ein Schießnachweis Pflicht.

Der offene Diskussionsprozess zur Überarbeitung des Jagdgesetzes war im Oktober 2015 gestartet. Der nun vorliegende Entwurf wird nun weiter im Landtag beraten. Auch hier wird es erneut Gelegenheiten geben über Anhörungen von Experten, Verbänden und sonstigen Betroffenen über den Entwurf zu debattieren. PM

Beitragsbild: Schrotmunition – Thüringen plant ein generelles Verbot von Bleischrot. Foto: SE

2 Gedanken zu „Thüringen: Kabinett beschliesst Änderungsentwurf des Jagdgesetzes

  1. AM

    “Ziel der Überarbeitung ist, dass sich die Jagd an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen orientiert und die neuesten Erkenntnisse der Jagdpraxis, des Tierschutzes und der Lebensmittelhygiene berücksichtigt werden“

    Soetwas hatten wir in NRW auch schon mal. Wann ist die Wahl in Thüringen noch mal??

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  2. MH

    “… und je nach fachlicher Eignung eingearbeitet.” Wahrscheinlich so wie in Hessen, wo man die Jäger zu “Fachgesprächen” einfach nicht einlädt.

    Am Bleischrotverbot erkennt man einmal mehr anstelle von fachlicher Expertise die Ideologisierung bei der Jagdgesetzgebung. Die Vorreiter von “bleifrei” in Nordeuropa sind längst wieder zum Bleischrot zurückgekehrt – auch aus Gründen des Tierschutzes.

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