Thüringen: Gemeinsames Positionspapier für Jagdstrategie auf Schadflächen unterzeichnet

In der vergangenen Woche haben sich das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und mehrere Verbände auf eine Strategie für die Bejagung auf Schadflächen im Wald abgestimmt. „Ich freue mich, dass wir in einem gemeinsamen Dialog dieses Positionspapier erarbeiten konnten. Die Jagd unterstützt die Wiederaufforstung der geschädigten Flächen und trägt zur Stabilisierung der Naturverjüngung in den aufgelichteten Waldbeständen bei. Das Wild darf den Wald beim Nachwachsen nicht übermäßig behindern. Wegen der Größenverhältnisse können nicht alle Flächen umzäunt werden, daher ist diese Schwerpunktbejagung notwendig“, sagte der für Forst und Jagd zuständige Staatssekretär Torsten Weil.

Nach mehreren Sturmereignissen, der Trockenheit der beiden vergangenen Jahre 2018 sowie 2019 und der sich daraus entwickelnden Borkenkäferkalamität, sind in den Thüringer Wäldern an vielen Stellen Schadflächen entstanden. Die Sanierung der Schadflächen ist mit enormen Anstrengungen der Waldbesitzer verbunden.

Der Thüringer Gesetzgeber hatte bereits auf diese Situation reagiert und mit der Änderung des Paragraphen 23 des Thüringer Waldgesetzes vom 10. Oktober 2019 festgeschrieben, dass Schalenwild im Umfeld von sogenannten Kalamitätsflächen wirksam zu reduzieren ist.

Um diese gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und um gemeinsame Standards zu etablieren, wurde mit dem Landesjagdverband für Thüringen, dem Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber, dem Waldbesitzerverband für Thüringen, den Familienbetrieben Land und Forst Sachsen und Thüringen und der Landesforstanstalt eine gemeinsame Position zur Jagdausübung auf Jagdflächen im Wald des Freistaates Thüringen abgestimmt.

Ein wichtiger Baustein ist die Kartierung der Schadflächen über eine Satellitendatenauswertung, die in das Geoportal des Freistaates Thüringen (www.geoproxy.geoportal-th.de) eingestellt und nach jeder Nachfolgekartierung erneuert wird. Jagdrechtliche Maßnahmen, wie z.B. Schonzeitaufhebungen, werden so auf objektiver Basis möglich.

Bereits nach dem Orkan Kyrill am 18./19. Januar 2007 wurde ein ähnliches Positionspapier erarbeitet, welches erheblich zur Versachlichung der Problematik der Jagd beigetragen hat. Damals war allerdings noch keine kartographische Darstellung möglich. Sie bietet heute bessere und raschere Handlungsvarianten. PM

Entwurf Positionspapier Schwerpunktbejagung

Beitragsbild: Wald (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Thüringen: Gemeinsames Positionspapier für Jagdstrategie auf Schadflächen unterzeichnet

  1. Siebert

    Ist schon interessant, dass seit der “Corona-Krise” keiner mehr von der Schweinepest spricht. Stellt sich die Frage, ob die Gefahr hier wirklich vorhanden war…

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