Thüringen: Allgemeinverfügung zur Entnahme der Wolf-Hund-Hybriden

Umweltstaatssekretär Möller informiert Jagdverbände und Jagdausübungsberechtigte über weiteres Vorgehen um den Standortübungsplatz Ohrdruf

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) erlässt in den kommenden Tagen eine Allgemeinverfügung zur Entnahme der Wolf-Hund-Hybriden im Umfeld des Standortübungsplatzes Ohrdruf. Darüber informierte Umweltstaatssekretär Olaf Möller heute bei einem Treffen mit Thüringer Jagdverbänden und örtlichen Jagdausübungs-berechtigten in Crawinkel (Ilmkreis). Die Verfügung soll im Thüringer Staatsanzeiger vom 24.02.2020 erscheinen und am Folgetag in Kraft treten.

“Trotz großen Einsatzes aller Beteiligten ist es bislang nicht gelungen, die Wolf-Hund-Hybride zu entnehmen. Die Allgemeinverfügung wird die Möglichkeit zum Abschuss erweitern. Dadurch ergeben sich bessere Chancen, die Hybride noch vor einem möglichen Abwandern zu erlegen“, so Umweltstaatssekretär Möller heute in Crawinkel.

Nachdem am Freitag, den 14. Februar 2020 ein Hybride (weiblich, schwarz) geschossen wurde, gehen die Behörden von vier weiteren Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um den Standortübungsplatz aus.

Der Thüringer Wolfmanagementplan sieht das Entnehmen von Wolf-Hund-Mischlingen aus der freien Natur vor. Das Umweltministerium hatte im September 2019 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt.

Um die irrtümliche Entnahme eines Wolfes auszuschließen, gelten strikte Vorgaben, zu denen noch spezielle Schulungen angeboten werden. Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung gilt für wolfsfarbene Tiere bis zum 30.04.2020. Damit soll sichergestellt werden, dass die Wölfin nicht geschossen wird, während sie Jungtiere versorgt. Würde sie in der Gebär- und Aufzuchtzeit geschossen, kämen unselbstständige Welpen zu Schaden.

Schwarz gefärbte Hybride dürfen bis zum 31.12.2020 geschossen werden. Die Verordnung gilt in Teilen des Landkreises Gotha sowie Teilen des Ilmkreises. Begrenzt wird die 275 Quadratkilometer große Fläche um den Standortübungsplatz Ohrdruf durch die Autobahnen A4 und A71 sowie die Bundesstraßen 88 bzw. 247.

Was regelt die Allgemeinverfügung?

Die Allgemeinverfügung richtet sich an einen genau beschriebenen Personenkreis und spricht eine Ausnahme vom Tötungsverbot gemäß artenschutzrechtlicher Bestimmungen auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes aus. Vor dem Erlass der Allgemeinverfügung wurden die vom Land anerkannten und landesweit tätigen Naturschutzvereinigungen angehört.

Die Allgemeinverfügung berücksichtigt folgende Eckpunkte

•           Zum Abschuss ermächtigt werden Jagdausübungsberechtigte, Jagdschutzberechtigte sowie bestimmte Jagderlaubnisscheininhaber in den Landesforsten und wenn diese durch Personen durch das TLUBN geschult und registriert worden sind

•           Ausdrücklich nicht zum Abschuss ermächtigt werden anderweitige Jagdgäste ohne Aufgaben des Jagdschutzes im betreffenden Jagdbezirk.

•           Der Abschuss darf nur in einem bestimmten Zulassungsgebiet (siehe Karte) vorgenommen werden.

•           Im Falle eines Abschusses ist die zuständige Behörde, das TLUBN sofort zu informieren; das getötete Tier ist an die Behörde zu übergeben.

Hintergrund

Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) hat den Umgang mit Hund-Wolf-Hybriden eng mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) abgestimmt. Aus Artenschutzgründen müssen Kreuzungen von Hund und Wolf aus der Natur entnommen werden. Damit wird die Wildtierpopulation Wolf vor dem Eindringen von Haushund-Genen geschützt. Eine Vermischung der Gene würde den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden. PM

Beitragsbild: Präparierter Wolf. Foto: SE

6 Gedanken zu „Thüringen: Allgemeinverfügung zur Entnahme der Wolf-Hund-Hybriden

  1. Ronbi

    Italien und Polen haben große Probleme mit wilden Wolf-Hund/Hund-Wolf-Mischlingen.
    Und wo kommen unsere Wölfe und die Wölfe in der Schweiz und Frankreich ursprünglich her?

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    1. HF

      Unere Wolfshybride kommen aus Spanien und Holland – von der Wolfshund-Maffia.
      Natürlich gummibereift und in dunkelster Nacht…..ein Schelm, der böses dabei denkt….

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        1. Ronbi

          Ich habe es so in der Erinnerung, dass entsprechend der Berner Konvention, Italien und Polen dringend aufgefordert wurden, etwas gegen ihre Wolfhybriden zu unternehmen.
          Fern jeder Verschwörungstheorie, was wird mit den sehr beliebten und verbreiteten Wolfhunden, wenn deren Halter diesen Tieren (Haltung hinter Elektrozaun usw) nicht mehr gewachsen sind?
          Kommt so das Hamburger Labor Forgen etwa auf Untersuchungsergebnisse von Timber-Wolf Genmaterial in europäischen Wölfen.

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          1. Detlef Frehse

            Wo ist das belegt?
            Die Diskussion über den Wolf ignoriert diesen Hinweis fast vollständig.
            Auch der NABU in Thüringen scheint mit den Hybriden kein großes Problem zu haben

  2. Ralf

    Schwarze Exemplare- soweit verstanden. Das macht es (zumindest in diesem Fall) einfacher. Was wird in Zukunft bei festgestellten “wolffarbenen” Hybriden?

    Was mir persönlich nicht schmecken würde ist die Tatsache, dass man “günstiger” Erfüllungsgehilfe sein soll. Auf eigene Kosten Munition verschießen (Bleifrei von [Firmenname entf., admin.] kostet immerhin auch um die 5 Euro) und (Frei-) Zeit investieren und auf der anderen Seite der “Büttel” des TLUBN sein, der zig Bedingungen erfüllen soll (muss beschult und registriert sein) und kein Jagdgast sein darf!?

    Das könnte man genau genommen mit Folgendem gleichsetzen: Die Freiwillige Feuerwehr soll ein Feuer löschen. Aber es dürfen nur die Feuerwehrmänner 1, 3 und 7 das Feuer löschen. Und wenn das schiefgeht, dann ist “die Feuerwehr” die Dumme. Wehe das geht schief… Und Feuerwehrleute 1,3 und 7 müssen sich ihr Löschfahrzeug vorher selber kaufen und vor diesem expliziten Feuer nochmal extra beschult werden… Es ist ein “ganz besonderes” Feuer.
    Ok- ich gebe zu, dass Jäger ihr Handwerkszeug schon selber kaufen sollten und man die beiden Felder vielleicht nicht so ganz vergleichen kann. Ich frage mich allerdings, warum man nicht durch eine Abschussprämie Anreize/Belohnung schafft. Oder ist das bereits geschehen und nur nicht genannt worden?
    So bleibt den Jagdausübungsberechtigten (die ja nicht Jagdgäste sein dürfen- warum eigentlich nicht?) nur ausgeprägter Idealismus übrig, um den Hybriden nachzustellen.
    Bleibt zu hoffen, dass die durchgeknallten Tierrechtsextremisten vom Staat in Schach gehalten werden können. Gab’s für solche Menschen (politisch motivierte Täter) nicht auch den Staatsschutz?
    Mir wäre die “Entnahme” persönlich im eigenen Revier nicht ganz unwichtig. Ich würde mich trotz der von mir eben genannten Perspektive beteiligen! Es geht um die Sache.
    Waidmannsheil für die “Entnahme”!

    Die Gedanken sind frei:
    Was wäre eigentlich, wenn der Wolf in der FFH-Richtlinie in der Schutzstufe herabgestuft werden würde und ins Jagdrecht mit Jagdzeit aufgenommen werden würde? Die untere Jagdbehörde müsste die Abschusszahl festlegen. Und wenn die bei NULL wäre, dann gäb’ es zumindest auf verunfallte Wölfe bezogen keine Probleme in Bezug auf die Überlegung zur Hinzuziehung eines Amtstierarztes…
    Wann, verdammt nochmal, kommt endlich der gesunde Menschenverstand zur Geltung? Dieses Geseiere von “der Wolf bleibt ja streng geschützt” geht mir auf die Nerven. Ich frage mich, warum er in sämlichen anderen Ländern dezimiert wird, wenn er doch so streng geschütz ist? Ist deren Wolfdichte so viel höher als bei uns?
    Welche Wolfdichte/Quadratkilometer im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte/Quadratkilometer haben wir gerade?
    Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, falls ich Denkfehler haben sollte.

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