Thüringen: AfD scheitert mit Antrag auf Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Die Thüringer AfD-Fraktion ist mit einem Antrag auf Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht im Thüringer Landtag gescheitert. Der Antrag wurde mit den Stimmen der rot-rot-grünen Regierungskoalition abgelehnt. Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) erklärte, der Antrag sei populistisch und fordere die Landesregierung zu rechtswidrigem Verhalten auf. Der Wolf sei international streng geschützt. In ihrem Antrag hatte die AfD der Befürchtung über eine “schwindende Zustimmung gegenüber dem Wolf seitens der Thüringer Bevölkerung namentlich im ländlichen Raum und besonders seitens der Weidetierhalter” Ausdruck verliehen und die Landesregierung aufgefordert,

1.die Überwachung des Wolfes so zu intensivieren, dass damit auch zukünftig belastbare Bestandszahlen für das Wolfsvorkommen im Freistaat Thüringen sicher ermittelt werden können;

2. nicht nur praxistaugliche, unbürokratische und bürgernahe Regelungen im Wolfsmanagement zu erarbeiten, sondern auch gegenüber dem Bund und der Europäischen Union verstärkt im Sinne eines effektiven Wolfsmanagements zum Schutz von Mensch und Weide- beziehungsweise Nutztieren einzutreten; es gilt einen weiterführenden Wolfsmanagementplan zu erarbeiten und diesen mit Blick auf künftige Gefahrensituationen flexibel zu gestalten, wobei die Abwehr von Gefahren für Bevölkerung und Nutztierherden vorrangig zu berücksichtigen ist;

3. eine Wolfsverordnung zu erlassen, die Ausnahmen von den bisherigen und unangemessen strengen Schutzvorschriften für den Wolf im Hinblick auf Maßnahmen zur Vergrämung, zum Fang und zur letalen Entnahme von Wölfen mit problematischem Verhalten regelt; hierfür ist unter anderem die Schutzjagd festzuschreiben im Rahmen einer jährlich festzulegenden Anzahl soll mit Blick auf die Populationsentwicklung bestimmt werden, wie viele Wölfe pro Jahr geschossen werden dürfen; die genauen Bestimmungen zur Umsetzung dieser Schutzjagden müssen rechtlich eindeutig, unbürokratisch, nachvollziehbar und praxistauglich formuliert werden;

4. den Wolf als Raubwild in das Thüringer Jagdrecht zu überführen; die Details zur Umsetzung der Überführung in das Jagdrecht müssen rechtlich eindeutig, unbürokratisch, nachvollziehbar und praxistauglich formuliert werden;

5. sich auf Bundesebene für eine Anpassung des rechtlichen Status des Wolfes mit dem Ziel einzusetzen, den Wolf als Raubwild in das bundesdeutsche Jagdrecht zu überführen. red.

Beitragsbild: Antrag der Thüringer AfD auf Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht (Screenshot).

4 Gedanken zu „Thüringen: AfD scheitert mit Antrag auf Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

  1. Thomas

    Klingt alles doch sehr vernuenftig, Wildtiermanagement eben. In einer Kulturlandschaft muss es doch moeglich sein regulierend einzugreifen. Wie soll das sonst funktionieren. Alles andere ist Rot-Gruenes-(Schwarzes)-Chaos basierend auf dem Wunschdenken das die Natur sich selbst reguliert. Funktioniert bei uns in der Wildnis aber nicht in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Deutschland | EU. Das muss dringend auch von der EU aufgegriffen werden…

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    1. Grimbart

      Die AfD könnte für alle Probleme dieser Welt einen praktikablen Lösungsvorschlag einbringen, aber würde davon nur einer angenommen? Sollte mich wundern. Mit Schmuddelkindern spielt man nicht.

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      1. Thomas

        Ich habe -nicht viel- fuer die AfD uebrig. Ich habe nichts uebrig fuer eine Regierung die sich nicht um brennende Fragen kuemmert. Ein Trauerspiel was da abgeht…

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