“Tausende” Enten ausgesetzt? “Komitee gegen Vogelmord” erstattet Anzeige

Die Jagdgegner vom “Komitee gegen den Vogelmord e.V.” beschuldigen Revierpächter im Kreis Kleve (NRW), “tausende” von Hochbrutflugenten in Gewässern am Niederrhein und im Münsterland ausgesetzt zu haben. Die Vogelschützer haben alle betroffenen Revierpächter wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie gegen Bestimmungen des Landesjagdgesetzes angezeigt. Die Pressesprecherin des Kreises Kleve bestätigte den Eingang der Anzeigen bei Unteren Jagdbehörde. Das Komitee gegen den Vogelmord hat auf seiner Internetseite eine “Dokumentation” veröffentlicht, auf der nicht nur von Enten überbevölkerte Gewässer, sondern auch massive Fütterungen zu sehen sind.

Die Pressesprecherin des Kreises kündigte gegenüber RPonline an, die Vorwürfe überprüfen und alle Beteiligten anhören zu wollen. Es gelte herauszufinden, um welche Entenart es sich handelt und ob diese bejagt werden dürften. Sollte es sich tatsächlich um Hochflugbrutenten handeln, so könnten diese als Haustiere anzusehen und eine Bejagung damit möglicherweise unzulässig sein.

Die im Internet veröffentlichten Fotos sind jedoch zumindest teilweise über ein Jahr alt. Es stellt sich also die Frage, warum die Vogelschützer erst jetzt damit an die Öffentlichkeit gehen.

Andreas Schneider, Pressereferent des LJV Nordrhein-Westfalen will zunächst den Ausgang der Ermittlungen abwarten. Er stellte im Gespräch mit JAWINA jedoch klar, dass, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, Mitglieder die sich derart massiver Verstöße schuldig machten, vom Verband “nicht mehr viel zu erwarten” hätten.

Schneider weist daraufhin, dass die üblichen Forderungen nach Jagdrechtsverschärfungen ins Leere laufen: “Wir haben in NRW bereits entsprechende gesetzliche Regelungen, die das Aussetzen von Tieren – insbesondere Enten und Fasanen – zwischen dem 1.6. und 15.1. verbieten. Auch Fütterungsexzesse und die Einbringung von Mais direkt ins Gewässer sind verboten. Aber was hier angeblich dokumentiert wurde, ist nicht nur ungesetzlich, es widerspricht allen unseren jagdethischen Vorstellungen. Das hat mit Jagd nichts zu tun.”

Bleibt abzuwarten, was an den Vorwürfen am Ende dran ist. SE

Bild: Screenshot der Internetseite des “Komitee gegen den Vogelmord e.V.”

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