Schlagwort-Archive: Zoll

DJV und CIC kritisieren “Trophäenjägerjäger”-Kampagne des Zolls

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.  Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

Weiterlesen

Münchner Zoll beschlagnahmt Ganzpräparat eines Wolfes

Da staunten die Zöllner nicht schlecht, als sie bei einer Kofferkontrolle eines aus der Ukraine kommenden Mannes ein komplettes Wolfsfell mit Schädel entdeckten. „Wölfe sind vom Aussterben bedrohte Tiere im Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie in der EU-Artenschutzverordnung gelistet und dürfen nur mit den erforderlichen Dokumenten eingeführt werden.“, so Marie Müller, Pressesprecherin des Hauptzollamts München. Da der Einführer die erforderlichen Dokumente nicht vorlegen konnte, wurde das Ganzpräparat beschlagnahmt, eingezogen und ein Strafverfahren gegen den 34-jährigen Mann eingeleitet. PM

Anm. d. Red.: Zoll-Pressesprecherin Marie Müller unterläuft ein vielsagender Irrtum, wenn sie in der Pressemitteilung des Münchner Hauptzollamts erklärt, Wölfe seien “vom Aussterben bedrohte Tiere”. Diesen Eindruck erweckt zwar die Berichterstattung vieler Medien hierzulande, aber Fake News bleiben Fake News, auch durch noch so häufige Wiederholung wird eine Falschbehauptung nicht wahrer. In der Roten Liste der IUCN wird der Wolf in der Gefährdungskategorie “least concern” geführt, das bedeutet: Nicht gefährdet.

Das von der Zollsprecherin erwähnte Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt den Handel mit potenziell gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Die durch Handel stark gefährdeten Tierarten wie z.B. Wale, einige Papageien- und Schildkrötenarten sind in Anhang I gelistet. Der Wolf ist in Anhang II aufgeführt, mit diesen Arten “ist ein kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich.” (Wikipedia). SE

Least Concern: Internetseite der IUCN zum Wolf. (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Beitragsbild: Beschlagnahmtes Wolfspräparat. Foto: Zoll

 

 

Leopardenfell im nachgesandten Reisegepäck

Der Zoll am Flughafen Hamburg hat in der letzten Woche ein Leopardenfell sichergestellt. Das Fell kam bei der Kontrolle eines aus Südafrika kommenden Reisekoffers zum Vorschein, den eine Airline als sogenanntes “nachgesandtes Reisegepäck” beim Zoll vorführte. Laut Inhaltsangaben enthielt der Koffer keinerlei Gegenstände aus Nicht-EU-Staaten. Die notwendigen Ausfuhrpapiere aus dem Herkunftsland und Einfuhrpapiere des Bundesamtes für Naturschutz waren ebenfalls nicht vorhanden. Leoparden gehören zu den vom Washingtoner Artenschutzabkommen am stärksten geschützten Arten. Der Schmuggel des Leopardenfells ist nach der Abgabenordnung und nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine Straftat, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Die weiteren Ermittlungen werden vom Zollfahndungsamt Hamburg geführt. PM

Weiterlesen

Zoll hebt Waffenlager in Schwerte (NRW) und Freiburg (BW) aus

Der Zoll hat ein gigantisches Waffenlager in Schwerte (NRW) ausgehoben: Rund 700 Lang- und Kurzwaffen sowie über zwei Tonnen Munition, also ungefähr zwei Millionen Schuss, bunkerte das Waffenhändler-Ehepaar in seinem unscheinbaren Einfamilienhaus, wo es zusammen mit einem gemeinsamen Sohn wohnte. Die Waffen waren frei zugänglich gelagert und versperrten u.a. den Zugang zur Waschmaschine. Der Zoll wurde über das Waffenhandelsportal egun auf den 54-jährigen aufmerksam.

Wenige Tage zuvor hatte das Zollfahndungsamt Stuttgart einen ähnlichen Fall gemeldet: 19 Pistolen, neun Gewehre, 28 Waffenteile und 16 Kilogramm nicht ordnungsgemäß aufbewahrtes Treibladungspulver wurden bei einem weiteren Waffenhändlerehepaar aus dem Regierungsbezirk Freiburg sichergestellt. Diese hätten “ohne die erforderliche Erlaubnis Waffen bearbeitet und hergestellt. In Wohnung und Ladengeschäft fanden Zollfahnder außerdem zahlreiche Waffen, Munition und Pulver, die für jedermann zugänglich und somit nicht den Vorschriften entsprechend gelagert waren.

Weiterlesen