Schlagwort-Archive: Zertifizierung

“Zertifizierte Keilerschutzhosen können Schnittverletzungen durch die Eckzähne der Keiler vermeiden”

Der JAWINA-Bericht über die Zertifizierung von Sauenschutzhosen durch die KWF hat einige Fragen aufgeworfen. In Leserkommentaren und Mails an die Red. ging es vor allem um die 7,05 Joule, mit denen der Keilerzahn auf das Testgewebe trifft und um die Frage, warum verbreitete Fabrikate bisher nicht zertifiziert sind – bzw. warum die Ergebnisse nicht veröffentlicht wurden. Lars Nick, der beim KWF für die Prüfung von Keilerschutzhosen zuständig ist, hat zu den Anfragen Stellung genommen:

JAWINA-Leser Anko in einem Leserkommentar: “Wenn ich es richtig verstehe, fällt der imitierte Keilerzahn mit einem Gewicht von 105,3 Gramm mit der Spitze aus einer Höhe von 65 cm auf das Prüfstück, „um einen Aufprall von (7,05 ± 0,2) J herbeizuführen.“

Lars Nick: “Das Fallgewicht, mit dem der Keilerzahn ausgestattet ist, beträgt allerdings von Seiten des Prüfstandes 1 Kg, zu dem dann der nachgeschmiedete Keilerzahn addiert wird; wir kommen in der Masse also deutlich höher als die 105 g, die Kommentator “Anko” vermutet, somit erreichen wir die 7,05 Joule.

Leider konnten wir die Energie eines Keilerangriffs nicht messen bzw. haben auch keine Literaturangaben recherchieren können. Die Aussagekraft dieses Wertes an sich wäre auch begrenzt, da der Keiler ja nicht gegen eine Wand läuft, sondern gegen einen Schützen, dessen Bein nachgibt und die Energieübertragung schon dadurch reduziert wird. Eingangs haben wir uns an der Prüfvorschrift für Fleischerei-PSA orientiert. Dort wird mit der gleichen Energie der Unfall mit einem abrutschenden Ausbeinmesser simuliert. Den fertigen Prüfstandsaufbau haben wir dann mit einer Hose testen können, die einem echten Unfall standhielt, im Test aber durchgefallen ist. Inzwischen habe ich von zwei weiteren Keilerangriffen erfahren, die auf bereits zertifizierte Hosen erfolgten und erfolgreich abgewehrt wurden, wenngleich Hämatome unter der Aufschlagstelle entstanden. Wir können also davon ausgehen, dass die Keilerschutzhosen, die nach diesem Prüfverfahren zertifiziert wurden, Schnittverletzungen durch die Eckzähne der Keiler vermeiden können.

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KWF zertifiziert Keilerschutzhosen

Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit hat das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel Gastgewerbe (BGN) ein Prüfverfahren für Keilerschutzhosen entwickelt. Bereits im Februar 2016 hatte das KWF u.a. auch die JAWINA-Redaktion zu einem Workshop geladen, bei dem die zuvor an verschiedenen Materialien vorgenommenen Versuche zur Ausgestaltung der Prüfverfahren diskutiert werden sollten. Das Prüfverfahren mit dem Titel “Technische Spezifikation zur Prüfung von Keilerschutzhosen” ist mittlerweile fertiggestellt, es sind bereits fünf Keilerschutzhosen nach diesem Prüfgrundsatz zertifiziert worden. Durchläuft eine Keilerschutzhose erfolgreich das Testverfahren, so wird dies dem Hersteller mit einer EG-Baumusterbescheinigung bestätigt.

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Neues Wald- und Jagdgesetz auf Bundesebene

Bleieintrag durch Munition soll minimiert, Bleimunition aber wohl nicht grundsätzlich verboten werden – künftig nur noch zertifizierte Büchsenpatronen für Jagdausübung zugelassen. Schießnachweis für Bewegungsjagden.

“Wald schützen und Waldbesitzer stärken”, lautet der Titel der Pressemitteilung, in der Bundesminister Schmidt stolz verkünden lässt, dass er ein neues Wald- und Jagdgesetz auf den Weg gebracht habe: “Unsere Maxime heißt schützen und nützen. Der Wald bringt uns wirtschaftliche Erträge und Erholung, dient dem Klimaschutz und beherbergt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Mit dem neuen Gesetz haben wir es geschafft, insbesondere die Bewirtschafter kleinerer Waldflächen bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu unterstützen. Mein Ziel ist die Stärkung insbesondere der Besitzer kleinerer Wälder und die Sicherung einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Jagd”, lobte sich Landwirtschaftsminister Schmidt.

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Petition für Zertifizierung von Jagdmunition

Der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen hat eine Petition im Internet gestartet, in der er eine Zertifizierung für Jagdmunition fordert.

Im erläuternden Text zur Petition heißt es dazu: “Auf der Jagd dürfen nach dem Tierschutzgesetz (§ 4, Abs. 1) Tiere nur getötet und erlegt werden, „wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen.“ In der Begründung der Petition heißt es: “Nun wird schon seit Jahren in Deutschland über die Einführung von bleifreier Munition bei der Jagdausübung diskutiert. In der Jagdpraxis ist inzwischen deutlich geworden, dass die geforderte, tierschutzgerechte sofortige Tötungswirkung bleifreier Jagdmunition häufig nicht vorhanden ist.”

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