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“Experten” erstaunt: Wolf kann springen

Update: Locker drübergehüpft – Bild veröffentlicht Wärmebild-Video des Wolfsrisses

Brandenburg: Wolf überwindet 1,60 hohen High-Tech-Zaun

Bei Streetz in Sachsen-Anhalt hat ein Wolf einen 90-Zentimeter-Zaun übersprungen, neun Schafe getötet und eins gefressen, es ist der dritte Angriff auf die Herden des Schäfers in kurzer Zeit. Der Sprung über den Koppelzaun “aus dem Stand” wurde von einem Jäger gefilmt, weshalb Faktenleugnung in diesem Fall keine Option darstellt. Die sog. “Experten” des Wolfskompetenzzentrums Iden sahen sich aufgrund dieser erstaunlichen (wenn freilich auch von vielen Schoßhunden locker zu übertrumpfenden) Leistung nun veranlasst, von einer “kleinen Sensation” zu sprechen,  wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Denn eigentlich sei “der Wolf kein Springer.” Zwar seien die 90 Zentimeter für den Wolf “physisch keine Hürde”, doch “im Zweifelsfall würde er sich eher unter einem Zaun durchgraben, als ihn zu überspringen.” Wie locker und routiniert der Wolf über den Zaun setzt, ist in dem mit einer Wärmebildkamera aufgenommenen Video zu sehen, das die Bild-Zeitung veröffentlicht hat. Die Tatsache, dass z.B. in der Brandenburger Wolfsverordnung 90 Zentimeter hohe Zäune schon lange nicht mehr als ausreichend angesehen werden, oder für Nachtpferche in Frankreich mittlerweile gar drei Meter hohe Schutzzäune gefordert werden, wäre diesen “Experten” zufolge dann was? Aberglaube? So kann es nicht weitergehen: Wenn wir nicht riskieren wollen, dass das Wort “Wolfsexperte” endgültig zu einem Synonym für “Scharlatan” und “ideologisch motivierten Tatsachenverdreher” wird, muss etwas passieren. Zu fordern ist eine Qualitätsoffensive für Wolfsexperten.

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Niedersachsen: Aus Angst vor Wolf – Eltern zäunen Kindergarten ein

+++ Sachsen-Anhalt: Regionalexpress überfährt sechs Wildschweine +++

Im niedersächsischen Landkreis Nienburg wurden bis zu 300 Kilogramm schwere Rinder vom Wölfen gerissen, in unmittelbarer Nähe zu einem Waldkindergarten in der Gemeinde Steimbke fiel ein Alpaka dem Wolf zum Opfer. Aus Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder haben die Eltern der in dem Waldkindergarten untergebrachten Kinder jetzt Konsequenzen gezogen – und den Kindergarten eingezäunt. Als der Zaunbau noch erwogen, aber nicht umgesetzt worden war, hatte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, bereits kritisiert: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar.” (JAWINA berichtete). Außerdem werden die Kinder mit Trillerpfeifen ausgestattet, damit sie auf sich aufmerksam machen können, wenn sie etwas Verdächtiges sehen, berichtet der NDR. Die Maßnahmen dienten dazu, das “subjektive Sicherheitsgefühl” von Eltern und Kindern zu erhöhen, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde gegenüber dem Sender.

Beitragsbild: Erhöht das subjektive Sicherheitsempfinden – Trillerpfeife. Foto: SE

Nach Wolfsangriff bei Lenzen: Bauernbund verlangt Stopp aller Herdenschutzprogramme

Nachdem Wölfe am Elbdeich bei Lenzen (Brandenburg, Landkreis Prignitz) zwei Schafe gerissen haben, obwohl diese durch Herdenschutzhunde bewacht wurden, hat der Bauernbund Brandenburg die Landesregierung aufgefordert, alle Herdenschutzprogramme zu stoppen und statt dessen die Schutzjagd auf Wölfe nach dem skandinavischen Modell zuzulassen. “Wir halten immer schärfere Hunde und bauen immer höhere Zäune, aber das interessiert doch den Wolf nicht, wenn er Hunger hat”, argumentiert der Wolfsbeauftragte des Bauernbundes Frank Michelchen, Biobauer aus Leibsch im Spreewald, der selber bereits zwei Kälber an das Raubtier verloren hat: “Wir müssen uns endlich eingestehen, dass der einzige funktionierende Herdenschutz weniger Wölfe sind.”

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Baden-Württemberg: Umweltministerium und Schafzuchtverband einigen sich auf wirkungslose Herdenschutzmassnahmen

Neue Richtlinie: Drei Meter hohe Zäune für Nachtpferche in Frankreich

Nach einem Rissvorfall mit mittlerweile 43 toten Schafen (JAWINA berichtete) haben sich das Umweltministerium Baden-Württemberg und der Landesschafzuchtverband (LSV) über die formalen Anforderungen für die Einzäunung von Schafweiden in Wolfsgebieten geeinigt. Demnach muss “in Gebieten, die künftig als Wolfsterritorium definiert werden, weil ein Wolf oder mehrere Wölfe dort heimisch geworden sind, […] der elektrische Zaun um eine Herde mindestens 90 Zentimeter hoch sein und der Zaun muss die gesamte Weide ohne Schlupflöcher umfassen. Staatssekretär Andre Baumann: „Mit dieser Mindesthöhe liegen wir an der unteren Grenze der bundesweit geltenden Empfehlungen. Ich hoffe, dass wir mit dieser Minimalanforderung den Schäferinnen und Schäfern die Sorge vor komplizierten und teuren Pflichtmaßnahmen zum Herdenschutz wenigstens teilweise nehmen können, zumal die Anschaffungskosten für die Zäune bis zu 90 Prozent bezuschusst werden können.

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Schleswig-Holstein: Keine “Befriedung” für juristische Personen

Mitwirkungspflicht für Landwirte bei der Wildschadensverhütung eingeführt

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) weist darauf hin, dass im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen am 21. Februar 2018 im Landtag in einem Artikelgesetz­ mit den Stimmen der Jamaika-Koalition auch das Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein (LJagdG) geändert wurde. Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass die Möglichkeit der sog. “Befriedung” von Flächen aus ethisch-moralischen Gründen für juristische Personen, also zum Beispiel Naturschutzverbände, gestrichen wurde. Außerdem, so der der LJV SH, werde eine Öffnungsklausel zum Schutz des Wildes vor Wildseuchen neu eingeführt. Diese ermögliche es den Jagdbehörden, “Ausnahmen von den Verboten in § 19 Absatz 1 Bundesjagdgesetz und in § 29 Absatz 5 zulassen und abweichend von § 27 Bundesjagdgesetz Anordnungen nach dieser Bestimmung auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Wildseuchen zu erlassen. So können Schonzeiten abgekürzt oder aufgehoben werden oder Jagdschutzberechtigte zur Mithilfe bei der Seuchenbekämpfung verpflichtet werden.

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