Schlagwort-Archive: Wolfsmanagementplan

“Ende der Geduld ist erreicht”: Verbände fordern Zurückziehen des Wolfsmanagementplans

„Acht-Punkte-Plan“ zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt – Wendorff: „Der Wolf ist in Brandenburg unumkehrbar angekommen, die Verwaltung offenbar nicht! Das zukünftige Wolfsmanagement muss langfristig auch auf ein aktives Bestands- und Konfliktmanagement ausgerichtet sein!“

Die Verbände im ländlichen Raum zeigen sich vom Inhalt des vom Umweltministerium in Umlauf gebrachten Wolfsmanagementplans (JAWINA berichtete) entsetzt. „Wir waren das erste deutsche Bundesland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan. Und selbst der zweite Managementplan, trotz eines Kapitels ungelöster Probleme, war wenigstens noch ein Managementplan. Nun wird eine Loseblattsammlung bereits bestehender Verordnungen und Informationen als Grundlage für die Evaluierung zusammengeheftet: ziellos, visionslos, kraftlos“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, den Eindruck der Verbände zusammen.

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Forum Natur Brandenburg: “UMK muss beim Wolf die Handlungsunfähigkeit überwinden”

Anlässlich der am heutigen Mittwoch beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) weisen die Mitgliedsverbände im Forum Natur Brandenburg (FNB) auf den dringenden Handlungsbedarf für eine Neuordnung des Wolfsmanagements im Bund wie auch im Land hin. Der Bund ist aufgerufen, schnellstmöglich eine Reihe von rechtlichen Fehljustierungen zu korrigieren, die sich aus der Umsetzung der FFH-Richtlinie in nationales Recht ergeben, fordert das FNB: „Wenn der Bund die Länder weiterhin alleine lässt und ihnen nicht den notwendigen Handlungsspielraum für ein aktives Wolfsmanagement gibt, wird die Rückkehr der Wölfe in einem Desaster für den Wolf und die Weidetierhaltung enden“, stellt Gernot Schmidt, Vorsitzender im Forum, mit Verweis auf die dramatisch ansteigende Zahl von Nutztierrissen klar. Dass die Politik dabei dieselben Fehler wiederhole, die sie schon bei Kormoran und Biber gemacht habe, sei besonders unverständlich.

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USA: Oregon vertagt Entscheidung über Wolfmanagementplan

Der Fish and Wildlife Service (FWS) des US-Bundesstaats Oregon hat die lange erwartete Entscheidung über die Neufassung des Wolfsmanagementsplans für Oregon verschoben. Wäre die Neufassung in der geplanten Form verabschiedet worden, so hätte dies eine Bejagung des Wolfs in Oregon wieder ermöglicht. Im Jahr 2015 sind Wölfe von der Liste gefährdeter Tierarten des Bundesstaats gestrichen worden. Nach einer einstündigen Anhörung am vergangenen Freitag, bei der Naturschützer, Farmer und Jäger gehört und heftige Kontroversen geführt wurden, entschloss der FWS, die Entscheidung vorerst auf Eis zu legen. Während Naturschützer argumentierten, die auf mindestens 112 Individuen geschätzte Wolfspopulation in Oregon vertrage eine Bejagung nicht, warfen Farmer der Behörde vor, nicht genug gegen Nutztierrisse durch Wölfe zu tun. Eine Entscheidung wird oregonlive.com zufolge erst für Februar erwartet.

Zum Vergleich: In Oregon leben auf einer Fläche von 254.805 km² gut 3,8 Millionen Menschen und ca. 112 Wölfe. In Deutschland leben auf 357.385,71 km² 82,5 Millionen Menschen und mindestens 600 Wölfe. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf oregonlive.com (Screenshot).

Brandenburg: Wolfsverordnung soll Abschuss von Problemwölfen regeln

Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde hat in ihrem Grußwort anlässlich des 4. Wolfplenums, das gestern in Potsdam stattfand, die Erarbeitung einer Wolfsverordnung für Brandenburg angekündigt. Diese solle eine schnelle und landeseinheitliche Vorgehensweise beim Auftreten von Wölfen mit einem für den Menschen problematischem Verhalten ermöglichen. Die Wolfsverordnung soll in den kommenden Wochen – unter Beteiligung der  Brandenburger Umwelt- und Landnutzerverbände – weiter qualifiziert werden.

Das Wolfsplenum sein ein Expertengremium, das “als Basis genutzt werden soll, um im Land zu Verabredungen zu kommen, die notwendig sind, um beim Thema Wolf einen vernünftigen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu erzielen”, sagte Schilde. Die drängenden Fragen, die sich aktuell mit der Weiterentwicklung des Brandenburger Wolfsmanagements stellen, und die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen seien der Grund gewesen, warum in diesem Jahr erstmals zwei Wolfsplenen stattfinden.

Schilde: „Wir können davon ausgehen, dass alle Beteiligten erkannt haben, dass der Wolf in Brandenburg fortdauernd eine Existenz haben wird. Es kommt darauf an, die damit verbundenen Konflikte zu lösen. Dies geht nur im Dialog zwischen Naturschützern, den Landnutzern und der Verwaltung.“

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LJV Brandenburg fordert Notwehrrecht und Entschädigung bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde

Vor der bevorstehenden Überarbeitung des Wolfsmanagementplans Brandenburg (WMP) hat der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) einen Forderungskatalog zur zukünftigen Ausgestaltung des Wolfsmanagements veröffentlicht. Der LJVB fordert unter anderem eine Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfs, ein Notwehrrecht bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde sowie die “rechtssichere Entnahme” kranker Wölfe.

Im folgenden die Forderungen des LJVB im Wortlaut:

Der aktuelle, bis einschließlich 2017 befristete WMP des Landes Brandenburg soll fortgeschrieben werden. Um dem Anspruch eines WMP dahingehend gerecht zu werden, das Konflikte zwischen Mensch und Wolf nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen bzw. weitestgehend entschärft werden, fordert der Landesjagdverband Brandenburg e.V. im Zuge der Evaluierung des Wolfsmanagementplans:

1. Allgemein

  • Befristung des WMP auf maximal 3 Jahre
  • halbjährliche öffentliche Auswertung zu: Bestandsentwicklung des Wolfes, Schäden, Konflikten mit dem Wolf und bei Notwendigkeit Nachsteuerung im WMP
  • Konkrete Initiative des Landes Brandenburg zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie

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DJV fordert nationalen Wolfs-Managementplan

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat  auf der Tagung “Rückkehrer Wolf” in Berlin ein Eckpunkte-Papier zum Wolf in Deutschland vorgestellt. Darin fordert der Dachverband der Jäger unter anderem einen bundesweiten Managementplan, der sich an internationalen Vorgaben orientiert. Insbesondere müsse die sozio-ökonomische Tragfähigkeit der Kulturlandschaft für den Wolf berücksichtigt werden, so der DJV. „Die Menschen im ländlichen Raum brauchen konkrete Antworten auf ihre Fragen zum Umgang mit dem Wolf – etwa für den Fall, dass einzelne Wölfe ihre angeborene Scheu vor dem Menschen verlieren und in Siedlungen auftauchen, so wie kürzlich in Reichwalde oder in Cottbus“, sagt Knut Falkenberg, zuständig für den Wolf im DJV.

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Berlin: CDU fordert Wolfsmanagementplan

Der umweltpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Danny Freymark, fordert einen Wolfsmanagementplan für die Hauptstadt. Das berichtet die Bild-Zeitung. Es sei “doch nur eine Frage der Zeit, bis Wölfe durch die Wälder Berlins, vielleicht sogar durch Parks” schleichen würden, erklärte Freymark gegenüber der Boulevard-Zeitung. Im Dezember war ein Wolfsrüde auf dem Berliner Ring, 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, überfahren worden.

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