Schlagwort-Archive: Wolfsfake

Meldung über von Wölfen im Schlaubetal getötete Hunde höchstwahrscheinlich Fake

Bei der seit gestern auf Whatsapp kursierenden Meldung, derzufolge mehrere Hunde bei einer Jagd im Schlaubetal von Wölfen getötet worden sein sollen, handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen höchstwahrscheinlich um ein Fake.

Denn:

1) Das geschilderte Szenario ist für sich genommen schon äußerst unwahrscheinlich. Auf JAWINA sind diverse Fälle von Wolfsangriffen auf Jagdhunde (z.B. auch in Schweden, wo Wolfsangriffe bekanntlich noch vor dem Straßenverkehr unnatürliche Todesursache Nr. 1 bei Jagdhunden sind) dokumentiert worden. In allen diesen Fällen ist jeweils nur ein Hund getötet worden. Dass hier eine ganze Meute massakriert worden sein soll, erscheint kaum glaubwürdig, z.B., weil die Hunde – anders als eingepferchte Schafe – fliehen könnten.

2) Zu bedenken ist auch, dass das Szenario mit einer Geräuschkulisse verbunden wäre, die auf einer Drückjagd mit den üblichen Abständen zwischen den Ständen keinesfalls unbemerkt bleiben würde. Folglich würden Hundeführer versuchen, ihren Hunden zu Hilfe zu kommen und die Wölfe zu verscheuchen. Und es wäre bei dieser Zahl von toten Hunden mit ziemlicher Sicherheit auch der eine oder andere Wolf auf der Strecke geblieben…

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Neues Wolfs-Fake: Wildpark Schorfheide erstattet Strafanzeige wegen angeblich ausgesetzter Wolfswelpen

Im Internet und auf Whatsapp kursiert derzeit ein Tondokument: Eine Frauenstimme erzählt von einer Nachsuche, die sie “heute morgen mit einem Förster aus Görlsdorf vom Schweißhundeverein” gehabt habe. Bei der Nachsuche, so erzählt die Stimme, habe der Förster, “einen Typen vom Wildpark Schorfheide mit einem Pickup” getroffen. “Wenn ich wüsste, wo der nochmal stand. Irgendwo stand der.” Hinten auf dem Pickup seien Transportkisten gewesen mit Wolfswelpen drin. Als der Förster hinging, um die süßen Wolfswelpen zu streicheln, habe der Mann vom Wildpark gesagt, “Nee,nee, bloß nicht streicheln, die sollen ausgesetzt werden.” “Verquatscht” habe der sich. “Stell dir das mal vor!”

Die eifrig geteilte und weitergeleitete Geschichte ist abwegig genug und weist die typischen Merkmale eines Fakes auf: Einige konkrete Angaben (Görlsdorf, Förster, Wildpark Schorfheide), die Authentizität suggerieren, werden kombiniert mit Abstrusitäten: Der “Mitarbeiter” fährt also, vermutlich in Dienstkleidung in seinem mit großen Wildpark-Schorfheide-Aufklebern gekennzeichneten Dienst-Pickup über die Dörfer in den Wald, um ausgerechnet Wolfswelpen auszusetzen, die in freier Wildbahn ohne die Elterntiere keine Überlebenschance haben? Die, wenn ein anderes Wolfsrudel in dem Bereich sein Revier hat, sofort platt gemacht werden? Der Förster, in dessen Revier sich die Sache angeblich abspielt, nimmt die Geschichte lediglich zur Kenntnis ohne den Vorfall zu melden, Anzeige zu erstatten oder Nachfragen zu stellen?

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Der nächste Wolfs-Fake

Update 22.02.: Walsroder Förster genervt, weil ihm Wolfsvideo zugeschrieben wird

Das unten beschriebene Wolfs-Fake ist mittlerweile in einer präzisierten Version unterwegs: Demnach soll das Video von einem Förster aus der Gegend von Walsrode stammen. JAWINA hat den Mann angerufen: Er ist schwer genervt, weil seit gestern sein Telefon “hundert Mal”, geklingelt habe, sein E-Mail-Posteingang überquillt und das Fax-Gerät heißläuft. “Ja, guten Tag, ich bin auch Jäger, mein Beileid, nun erzählen Sie doch mal – so geht das schon den ganzen Tag!”, stöhnt der Förster. Dabei sähe doch jeder auf den ersten Blick, dass das Video nie und nimmer in der Lüneburger Heide aufgenommen worden sein könne… Er habe das Video wie so viele andere über Whatsapp erhalten und an ein paar befreundete Jäger weitergeleitet – was man sich aber offenbar auch schon gut überlegen müsse… Wohl wahr. SE

Am Wochenende kursierte eine weitere Falschmeldung über Wölfe in Deutschland, nachdem sich die Aufregung über in den Sozialmedien verbreitete Berichte, derzufolge Wölfe einen Jäger in Polen getötet haben sollten (JAWINA berichtete), gerade gelegt hatte. Der neuen Fake-Meldung war ein Video beigefügt, dass von Videokamera (einer sogenannten Action-Cam) aufgenommen wurde, die an der Halsung eines Stöberhunds befestigt war. Das offensichtlich bearbeitete Video (Zeitlupensequenz) zeigte einen Wolfsangriff auf mindestens einen weiteren Hund. Dem Begleittext zufolge soll das Video auf einer Drückjagd im Postleitzahlbereich 29664 aufgenommen worden, es habe sich um eine “Treibjagd” mit fünf Hunden gehandelt, von denen vier infolge von Angriffen durch Wölfe getötet worden sein sollten. Massive Zweifel waren von Anfang an angebracht: 29664 steht für die niedersächsische Stadt Walsrode in der Lüneburger Heide. Weder die auf dem Video zu sehende Mittelgebirgslage, noch die Wetterbedingungen passten zur angeblichen geografischen Lage, von dem Vorfall hätte man bestimmt auch auf andere Weise gehört, überdies erschien es fraglich, ob Mitte Februar in der Lüneburger Heide noch “Treibjagden” stattfanden. Ausrüstung der Hunde, Vegetation und Wetter scheinen weit eher nach Skandinavien zu passen.

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Tagespresse berichtet über Wolfsfake

Wellershoff bedauert Weitergabe der Falschnachricht

Die Tageszeitung Lausitzer Rundschau berichtet über die Falschnachricht über ein angebliches Wolfsopfer in Polen. (JAWINA berichtete). LJVB-Pressereferent Tino Erstlin räumt in dem Beitrag ein, dass LJVB-Präsident Wellershoff einer Fake-News aufgesessen sei und diese weiterverbreitetet habe. Der Landesjagdverband plane nun, eine Richtigstellung an seine Mitglieder zu versenden, heißt es in der Lausitzer Rundschau. Der LJV-Präsident bedaure die Weitergabe der Falschmeldung, die er aus einer Quelle erhielt, die er für vertrauenswürdig gehalten habe.

Auch die Internetseite Finanzen.net griff das Thema in einem Kommentar auf. Darin heißt es: Fakt und nicht Fake ist: Fake-News stinken. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten und zitierten Beitrags in der Lausitzer Rundschau. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)